Börse am Nachmittag Dax auf Achterbahnfahrt
Frankfurt am Main - Der Dax hat am Freitag eine Berg- und Talfahrt auf das Parkett gelegt. Um 16.15 Uhr notierte der deutsche Leitindex auf 3153 Punkten, ein leichtes Minus von 0,1 Prozent. Das Tageshoch wurde zuvor bei 3174 Zählern gemessen, der Tiefststand bei 3091 Punkten.
Der MDax der 70 mittelgroßen Unternehmenswerte fiel um 0,4 Prozent auf 3123 Zähler. Am Neuen Markt rutschte der Nemax 50 um ein Prozent auf 424 Punkte.
Vorläufige Konjunkturdaten zur deutschen Industrieproduktion stützten die Kurse leicht, sagten Händler. Sie seien weniger schlecht als erwartet ausgefallen. Die Geschäftszahlen von Infineon hätten hingegen die Technologiewerte belastetet, die Finanzwerte litten noch unter der verschobenen Leitzinssenkung der EZB, sagte ein Händler.
In den USA eröffneten die Börsen unentschlossen. Dow Jones und Nasdaq pendelten im frühen Handel nervös um die Vortagesschlusslinie, zeigten nach einer dreiviertel Handelsstunde jedoch ein Plus von rund 0,7 Prozent an.
Im Blickpunkt der Investoren stand die Schnellrestaurantkette McDonald's . Das Unternehmen wird nach eigenen Aussagen seine Gewinnprognose 2002 verfehlen und will nun seine Restrukturierungspläne vorantreiben. Der zusätzliche Aufwand für den Konzernumbau werde das Jahresergebnis um 360 bis 425 Millionen Dollar schmälern, hieß es.
Infineon nach Zahlen unter Druck
Die Titel von Infineon verbilligten sich um 4,4 Prozent auf 9,80 Euro, nachdem der Halbleiterhersteller bei den Geschäftszahlen und beim Ausblick enttäuscht hatte. Zeitweise hatten die Papiere sogar mehr als zehn Prozent eingebüßt.
Epcos-Aktien verloren wenige Tage vor der Vorlage der eigenen Quartalsbilanz um 6,4 Prozent auf 11,21 Euro. Bereits mehrfach habe das Unternehmen die Anleger enttäuscht, erinnerte sich der Händler.
Lufthansa: Goldman Sachs senkt den Daumen
Die Aktien der Lufthansa schmierten nach einer Herabstufung von Goldman Sachs ab: 5,6 Prozent verlor das Papier auf 11,36 Euro. Einen Tag nach Vorlage der Zwischenbilanz fielen auch die Aktien von Adidas Salomon wegen kritischer Analystenkommentare um 3,2 Prozent auf 77,30 Euro.
Auf der Verliererseite präsentierten sich auch Henkel nach Veröffentlichung von Zahlen. Diese hatten am unteren Rand der Erwartungen gelegen und ließen den Kurs um 5,2 Prozent auf 62,98 Euro fallen.
Deutsche Börse überrascht mit guten Zahlen
Im MDax tendierten die Aktien der Deutschen Börse etwas fester bei 39,65 Euro. Das am Markt als potenzieller Aufsteiger für den Dax gehandelte Unternehmen hatte am Vorabend für das dritte Quartal einen deutlich gestiegenen Gewinn ausgewiesen, der aber auf Grund von Wertberichtigungen hinter den Analystenprognosen zurückblieb. "Die Zahlen sind sehr gut. Nimmt man die Einmalbelastungen raus, liegt das Ebit bei 132 Millionen Euro und damit deutlich über den Schätzungen", sagte Analyst Joachim Müller von JP Morgan.
Insiderverfahren bei MobilCom, Euro über der Dollar-Parität
Nemax 50 kämpft mit der 414-Punkte-Unterstützungslinie
Der Neue Markt präsentierte sich zum Wochenschluss sehr schwach. Nach dem bereits am Donnerstag erfolgten Durchbruch durch die Unterstützung bei 436 Punkten im Nemax-50 habe sich die Situation eingetrübt, berichteten Marktbeobachter. Gegenwärtig kämpfe der Auswahlindex mit der Unterstützungslinie bei 414 Stellen. Die nächste darauf folgende Haltemarke liege bei 400 Zählern.
Zu den größten Verlierern gehörten Halbleiterwerte, die zusätzlich unter einem stark negativen Philadelphia-Semiconductor-Index litten. So fielen die Titel von ACG um 0,8 Prozent auf 2,38 Euro, CE Consumer-Aktien sanken um 0,7 Prozent auf 2,92 Euro, Dialog Semiconductor um 2,5 Prozent auf 1,19 Euro und Süss Microtec um 9,8 Prozent auf 2,95 Euro.
MobilCom: BAFin leitet Insiderverfahren ein
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) hat wegen des Verdachts des Insiderhandels mit MobilCom-Aktien ein offizielles Verfahren eingeleitet. Genauer untersucht würden nun Aktientransaktionen im Zusammenhang mit einer Pflichtmitteilung der Gesellschaft im März, sagte eine Behördensprecherin. Gegen wen sich die Ermittlungen richten, sagte sie nicht. Eine Voruntersuchung habe Auffälligkeiten ergeben. Dabei handelt es sich um Aktienverkäufe im Vorfeld einer Pflichtmitteilung am 21. März diesen Jahres. MobilCom hatte an dem Tag seine Zahlen für das Gesamtjahr 2001 bekannt geben, die unter den Erwartungen lagen. Die Aktie notierte unterdessen mit 1,3 Prozent im Plus auf 4,81 Euro.
Funkwerk nach Zahlen im Plus
Die Aktie von Funkwerk kletterte um 2,9 Prozent auf 16,99 Euro. Die Analysten der Commerzbank haben die Aktie nach Vorlage der Quartalszahlen als "Kauf" bestätigt. Zwar seien die Daten niedriger als erwartet ausgefallen, doch liege das daran, dass einige Produkte erst im vierten Quartal abgerechnet würden. Das Unternehmen werde seine eigene Jahresprognose für 2002 erfüllen. Das Kursziel lautet 22 Euro.
Gewinnmitnahmen lastete auf der Aktie von EM.TV . Bis zum Nachmittag verbilligten sich die Papiere um 6,6 Prozent auf 1,13 Euro. Am Donnerstag hatte der Titel bedingt durch einen großen Käufer über 15 Prozent zugelegt.
Bank- und Technologietitel in Tokio unter Druck
Die Aktienbörse in Tokio hat am Freitag nach der negativen Vorgabe der Wall Street vom Vortag schwach geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte fiel um 2,6 Prozent und ging beim Stand von 8690 Punkten ins Wochenende. Der breit angelegte Topix gab um 2,1 Prozent auf 862 Zähler nach.
Banktitel schlossen schwächer. Mitsubishi Tokyo Financial verloren 4000 Yen auf 787.000 Yen. Sumitomo Mitsui Banking gaben 22 Yen auf 446 Yen nach. Für Mizuho ging es um 14.000 Yen auf 169.000 Yen abwärts.
Auch Technologiewerte gaben nach. Rohm fielen um 590 Yen auf 15.810 Yen. Das Unternehmen hatte die Ganzjahresprognose reduziert. Advantest verloren 220 Yen auf 4890 Yen und Tokyo Electron büßten vor Zahlen 190 Yen auf 5300 Yen ein. Nach Börsenschluss teilte das Unternehmen mit, im Halbjahr mit Ende September einen Verlust von 701 Millionen Yen verbucht zu haben, nach einem Gewinn von 10,97 Milliarden Yen im Vorjahreszeitraum. Darüber hinaus senkte das Unternehmen die Umsatz- und Gewinnprognose für das Gesamtjahr.
Euro über der Dollar-Parität
Der Kurs des Euro ist am Freitag gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs bei 1,0107 (Donnerstag: 1,0013) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9894 (0,9987) Euro.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6375 (0,6384) britische Pfund, 121,95 (121,98) japanische Yen und 1,4633 (1,4641) Schweizer Franken fest.