Börse am Nachmittag Dax dreht leicht ins Plus
Hamburg - Der Nasdaq Future, das vorbörsliche Barometer für die US-Technologiebörse, steht gegen 14.20 Uhr im Plus und deutet einen freundlichen Start der amerikanischen Aktienmärkte an. Diese positiven Vorzeichen und vor allem Zuwächse bei Technologietiteln im Dax haben das Barometer zuletzt bei rund 5560 Punkten leicht ins Plus drehen lassen. Am Morgen hatte der Index kurzzeitig die Marke von 5400 Zählern unterschritten. Händler hatten von einem Käuferstreik gesprochen. Die Wachstumswerte im Nemax-50 konnten zwar auch ihr Minus vom Morgen auf rund zwei Prozent reduzieren, blieben hier allerdings stecken.
Der Aufschwung im Dax wurde vor allem von Kurszuwächsen bei den Technologietiteln getragen. So konnten sich SAP-Vorzüge vom Dax-Ende in die Spitze des Barometers vorarbeiten. Hier warten Investoren gespannt auf die Pressekonferenz in den USA. Positiv aufgenommen wurde die Nachricht, dass das Unternehmen seine eigenen Prognosen für das erste Halbjahr bestätigt habe und von stetigem Umsatzwachstum ausgehe. Die Aktie hatte am Vortag mehr als 10 Prozent verloren. Zuletzt notierte das Papier mit 1,4 Prozent im Plus bei rund 112 Euro. Am Morgen hatten die SAP-Aktien noch mit rund vier Prozent im roten Bereich gestanden.
Infineon-Anteilsscheine wurden mit 39,7 Euro gehandelt. Das war ein Kursplus von 3,9 Prozent und damit fortgesetzt Platz eins im Dax. In den USA hatten die Analysten von CIBC Oppenheimer am Vortag ihre "Übergewichten"-Einstufung für den Chip-Ausrüster-Sektor bestätigt. Siemens konnten ihren Aufwärtstrend nicht halten und fielen bei 108 Euro auf ihr Vortagesniveau zurück. Die Papiere des Bauelementeherstellers Epcos standen zuletzt mit 1,8 Prozent auf rund 60,5 Euro im Minus.
Die T-Aktie war weiter gefragt und konnte ihren Platz in der Spitzengruppe des Dax halten. Gerüchteweise plant die US-Aufsichtsbehörde, die teure Voicestream-Übernahme durch den Bonner Konzern zu unterbinden. Anleger nehmen die Nachricht mit Freude auf. Die Aktie lag zuletzt mit 2,7 Prozent bei 25,8 Euro im Plus.
Finanztitel konnten ihre Verluste reduzieren. Allianz notierten mit 0,5 Prozent auf 298 Euro leicht im Minus. Deutsche Bank verzeichneten Kursabschläge von 1,6 Prozent auf 79,4 Euro. Am Morgen hatten die Einbußen mehr als vier Prozent betragen. Dresdner Bank verbesserten sich in etwa auf ihr Vortagesniveau bei 48,8 Euro. Deutlich absetzen konnten sich die Aktien der HypoVereinsbank, die mit plus 2,6 Prozent auf 59,2 Euro zuletzt Platz drei im Dax belegten.
Unter starkem Verkaufsdruck standen die Papiere der Deutsche Post AG, die bei Abschlägen von mehr als fünf Prozent auf 18 Euro den letzten Platz im Dax belegten.
Bei den Wachstumswerten im Nemax-50 konnten sich Teleplan mit einem Plus von 9,1 Prozent bei 27,9 Euro in der Spitze des Index halten und damit die Verluste vom Vortag (minus 8,8 Prozent) wieder wett machen. Im Aufwind befanden sich die Papiere von Direktbanken. Consors legten um 9,2 Prozent auf 30,2 Euro zu: Platz zwei im Nemax-50. Comdirect lagen mit 1,9 Prozent bei 9,9 Euro im grünen Bereich. Abgeschlagen waren dagegen die Aktien der Direkt Analge Bank, die zuletzt 3,8 Prozent 11,3 Euro verloren.
Aufmerksamkeit zogen die Papiere der ACG AG auf sich. ACG hatte in einer Pflichtveröffentlichung mitgeteilt, die Staatsanwaltschaft Landshut habe im Rahmen internationaler Ermittlungen einer EU-Sondergruppe die Geschäftsräume der ACG durchsucht. Die Titel brachen darauf um mehr als 22 Prozent ein, erholten sich aber sehr schnell wieder und verzeichneten gegen Mittag ein Plus von rund 5,3 Prozent auf 17 Euro: Platz fünf im Nemax-50. ACG ist nach Angaben der Behörde allerdings "unbeteiligter Dritter" in dem Verfahren.
Im marktbreiteren Nemax-All-Share kletterten Teldafax zuletzt um 71 Prozent auf 0,89 Euro. Das Telekommunikationsunternehmen 3U prüfe eine Übernahme der angeschlagenen Teldafax, heißt es. Das beflügelt die Fantasien der Anleger. In der vergangenen Woche hatte der Mehrheitsaktionär World Access mitgeteilt, womöglich selbst Gläubigerschutz beantragen zu müssen. Nun hieß es von dem Konzern, das Unternehmen verfüge über rund 100 Millionen Dollar an Barmitteln.
Die Bank Julius Bär hatte ihren Fondsmanager Kurt Ochner gefeuert. Zahlreiche Aktien des ehemaligen Börsengurus rauschten daraufhin zwei Tage in Folge in den Keller und mussten dramatische Kursverluste hinnehmen. Einige der Titel befanden sich auf Erholungskurs. Cybio verbesserten sich um rund 16 Prozent auf rund 34,7 Euro. Caatoosee stiegen um 10,8 Prozent auf 11,1 Euro.
Die angeschlagene Metabox AG geriet wieder in die Schlagzeilen und fiel um rund 15 Prozent auf 1,54 Euro. Grund der Unruhe: Ulrich Ebeling, Vorstand Operations, hat das Unternehmen verlassen. Metabox will nach eigenen Angaben einen neuen Vorstand als Finanzchef benennen. Zudem hat Metabox die Anteile an der Interzart AG 3D Commerce abgegeben. "Als letztes wird jenes Tafelsilber verkauft, das vor einiger Zeit noch als wichtige strategische Beteiligung gepriesen wurde", sagte Detlefsen.
Aktien des ehemaligen Börsenlieblings SinnerSchrader standen lange zeit auf den Verkaufslisten, nachdem der IT-Dienstleister für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2000/2001 zum 31. März einen Umsatzrückgang verzeichnet hatte. Der Umsatz betrug knapp 10 Millionen Mark, nach 11,2 Millionen Mark im Vorquartal. SinnerSchrader erklärte das verschlechterte Ergebnis mit der Flaute im IT-Markt. Die Papiere hatten zunächst um mehr als 15 Prozent nachgegeben, drehten dann aber leicht ins Plus bei 3,7 Euro.