Börse am Nachmittag Deutsche Börsen geben nach
Frankfurt am Main Sowohl Dow Jones als auch die Technologiebörse Nasdaq tendierten zur Handelseröffnung an der Wall Street unentschlossen und verzeichneten ein kleines Plus von 0,3 Prozent. Gespannt warten die Investoren in den USA auf die Zahlen zum Verbrauchervertrauen, die das Conference Board vorlegt. Außerdem äußert sich US-Notenbankchef Alan Greenspan zu geldpolitischen Fragen. Weiterhin hat der US-Pharmariese Johnson & Johnson die Übernahme des Konkurrenten Alza für 10,5 Milliarden Dollar in Aktien bestätigt.
Der Dax verteidigte zur Handelseröffnung an der Wall Street ein Plus von 1,2 Prozent, fiel aber unter die 5800 Punkte. Die Wachstumswerte am Neuen Markt erfordern weiter starke Nerven: Nachdem Nemax All Share und Nemax 50 am frühen Nachmittag ins Plus gedreht waren, tauchten sie zur Eröffnung der Nasdaq wieder ab und notierten jeweils 1,1 Prozent im Minus.
Technologiewerte weiter fest
Die T-Aktie verteidigte ihr Plus von 5,2 Prozent auf 27,31 Euro und blieb Spitzenreiter im Dax. Auch die Aktie von Siemens gab einen Teil ihrer Gewinne wieder ab, blieb aber mit 3,2 Prozent im grünen Bereich. Analystenstimmen in den USA stärkten die Hoffnung, dass die großen Technologiekonzerne bald ihre Talsohle durchschritten haben. SAP notierte zuletzt zwei Prozent fester.
Selbst Epcos, die am Vormittag noch unter Gewinnmitnahmen litten, verteidigten nach Eröffnung der US-Börsen ihr Plus von 1,8 Prozent. Zu den Verlierern im Dax zählten dagegen die Pharmawerte Fresenius und Schering mit jeweils rund zwei Prozent Verlust. Schlusslicht am Nachmittag waren ThyssenKrupp, die 2,1 Prozent schwächer tendierten.
Finanztitel erholt
Die Gewinne der Dresdner Bank schrumpften auf zuletzt 3,8 Prozent. Gerüchte, die Allianz werde die Dresdner Bank übernehmen, werden vom Markt zwar nicht besonders ernst genommen, halten die Dresdner Bank jedoch im Gespräch. Auch Deutsche Bank (plus zwei Prozent) und Commerzbank (plus ein Prozent) notierten fester. Die Allianz gab dagegen 0,1 Prozent ab.
Bilanzzahlen schicken e.on auf Achterbahnfahrt
Der viertgrößte Energiekonzern Europas, e.on, steigerte im Jahr 2000 seinen Umsatz von 70 auf 93 Milliarden Euro. Der Gewinn kletterte von fünf auf 6,8 Milliarden Euro. Die Aktie von e.on war zeitweise mit knapp drei Prozent Verlust Schlusslicht im Dax, doch am Nachmittag drehte die Aktie um ein Prozent ins Plus. Konkurrent RWE gab dagegen 0,1 Prozent ab.
Bilanz bei BMW, Aktienrückkauf bei VW
Die Bilanz bei BMW und ein geplanter Aktienrückkauf bei VW stärken die Autotitel. Die Wolfsburger planen den Rückkauf weiterer zehn Prozent eigener Aktien. Damit kämen weitere rund 4,5 Milliarden Mark Akquisitionswährung für Beteiligungen oder Kauf anderer Unternehmen hinzu. Volkswagen stieg um 0,7 Prozent.
Nach der Trennung der verlustreichen Tochter Rover ist der Gewinn bei BMW gestiegen. Anleger hegen die Hoffnung, dass der Konzern nach der Trennung von seinem englischen Patienten nun in Europa und USA trotz schwächerer Autokonjunktur ein gutes Ergebnis in 2001 erzielen könne. BMW notierte am Nachmittag 3,3 Prozent fester.
Neuer Markt: Pfeiffer überrascht, Pixelpark enttäuscht
Pfeiffer Vacuum hat seinen Jahresüberschuss gegenüber dem Vorjahr um 43,1 Prozent auf 19,1 Millionen Euro gesteigert. Die Aktionäre sollen mit einer Dividenanhebung von 0,56 Euro auf 0,72 Euro pro Aktie an der Überschusssteigerung beteiligt werden. Der Hersteller von Vakuum-Pumpen gehörte mit einem Plus von 6,5 Prozent zur Spitzengruppe im Nemax 50.
Der Kabelnetzbetreiber Primacom mußte einen Großteil seiner Gewinne am Nachmittag wieder abgeben und notierte zuletzt mit 6,5 Prozent im Plus. Nach Zeitungsberichten über eine mögliche Fusion mit der holländischen UPC sei es nicht ungewöhnlich, dass der Kurs stark steige, sagte ein Frankfurter Händler: "Wenn Primacom übernommen wird, erwarten die Aktionäre einen Aufschlag". Spitzenreiter im Nemax 50 waren Comdirect und der Pennystock Heyde mit jeweils knapp zehn Prozent Aufschlag.
Dagegen bleibt die Internetagentur Pixelpark weiter hinter den eigenen Erwartungen zurück. Wer nach der Vorlage der Zahlen am 2. Februar die Ergebnisse erneut nach unten revidieren muss, der wird abgestraft", sagte ein Händler. Am Morgen hatte Pixelpark mitgeteilt, dass der Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen für das abgelaufene Geschäftsjahr zehn Millionen Euro betragen werde. Der Nettoverlust 2000 beläuft sich auf 15,6 Millionen Euro. Die Aktie gab nach Bekanntgabe der Zahlen um neun Prozent nach und war gemeinsam mit Pandatel (minus 16 Prozent) und Kinowelt (minus 14 Prozent) Schlusslicht im Nemax 50.
M-Dax kaum verändert
Der Nebenwerte-Index M-Dax stieg um 0,3 Prozent auf 4444 Zähler. Wedeco Water Technology, die in den Vortagen stark gelitten hatten, verbuchten mit zwölf Prozent am frühen Nachmittag die größten Gewinne. Auch der Bad Homburger Pharma- und Chemiekonzern Altana legte knapp vier Prozent zu. Für das Gesamtjahr 2001 sei zudem ein Umsatzwachstum von rund 15 Prozent sowie eine ebenfalls stärkere Ergebnissteigerung zu erwarten, teilte Altana während der Bilanzpressekonferenz am Dienstag mit.
Spekulationen um Zinssenkung gehen weiter
Der Euro zeigte sich am Nachmittag fester bei 0,8977 Dollar. Die Spekulationen über eine baldige Zinssenkung der EZB gehen weiter.