Börse am Nachmittag: Dow Jones unter 8500 Punkten - DER SPIEGEL
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Börse am Nachmittag Dow Jones unter 8500 Punkten

Trotz guter Unternehmensnachrichten aus den USA präsentieren sich die Börsen in Frankfurt und New York schwach. Deutlich zulegen können DaimlerChrysler und die Deutsche Telekom. Der Nemax 50 ist auf ein Allzeittief gefallen.
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Frankfurt am Main - Am Vormittag ging der Leitindex auf eine Berg- und Talfahrt, nachdem Gerüchte um einen Einmarsch der USA in den Irak und Liquiditätsprobleme bei der US-Investmentbank JP Morgan die Runde machten. Gestützt wurde der Dax von einer starken T-Aktie.

Um 16 Uhr notierte der deutsche Blue-Chip-Index auf 3905 Punkten, ein Minus von 0,2 Prozent. Im Handelsverlauf wurde bereits ein Tiefststand von 3825 und ein Höchststand von 4052 Punkten erreicht. Die Nebenwerte präsentierten sich schwach: Der MDax fiel um 1,7 Prozent auf 3601 Zähler. Am Neuen Markt hat der Nemax 50 gegen Mittag ein Rekordtief markiert, erholte sich bis zuletzt aber wieder auf 516 Punkte, ein Plus von 0,2 Prozent.

Trotz zumeist positiver Unternehmenszahlen präsentierten sich die Börsen in den USA schwach. Der Dow Jones verlor innerhalb der ersten halben Handelsstunde um rund 1,9 Prozent auf 8474 Punkte. Der Nasdaq notierte auf 1376 Zählern, ein Minus von 0,5 Prozent.

Mit Spannung erwartet die Börse die Rede des Notenbankpräsidenten Alan Greenspan zur US-Konjunktur. Vor dem Hintergrund von Unternehmensskandalen und fallenden Aktienkursen gibt der oberste Währungshüter der USA vor dem Bankenausschuss des Senats seinen Halbjahresbericht zur Lage der amerikanischen Wirtschaft. Präsident George W. Bush hatte sich am Montag insgesamt zuversichtlich über die weitere Entwicklung geäußert. Die Wirtschaft sei im Grundsatz stark und werde sich von ihrem gegenwärtigen Tief erholen, sagte Bush.

GM übertrifft die Prognosen

Der weltgrößte Automobilkonzern General Motors (GM)   hat im zweiten Quartal rund 1,5 Milliarden (Vorjahr: 766 Millionen) Dollar verdient und die Erwartungen des Marktes damit übertroffen. Wie das Unternehmen am Dienstag vor Handelsbeginn an der Wall Street in Detroit mitteilte, stieg der Gewinn je Aktie damit auf 2,63 Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit 2,44 (Vorjahr: 1,37) Dollar gerechnet.

Konzernchef Jack Smith bekräftigte bei der Vorlage des Zwischenberichts die Erwartung, im Gesamtjahr einen Gewinn je Aktie von sechs Dollar erwirtschaften zu können. "Wir profitieren vor allem von der besser als erwarteten Autokonjunktur in Nordamerika und wollen diese Dynamik auch ins zweite Halbjahr hinüberretten", sagte Smith.

T-Aktie vor Vorstandsentscheidung im Plus

In Frankfurt erholten sich die Aktien der Deutschen Telekom   vom Kursabschwung des Vortages und legten um 5,3 Prozent auf 10,85 Euro zu. Am Nachmittag soll über die Nachfolge von Konzernchef Ron Sommer entschieden werden. "Nach minus 15 Prozent gestern ist dieses Plus eine rein technische Erholung", sagte ein Frankfurter Händler von der BNP.

Zu den Dax-Gewinnern zählten auch die Papiere von DaimlerChrysler  . Sie notierten zuletzt mit einem Plus von vier Prozent auf 45,44 Euro. Es wird damit gerechnet, dass das Unternehmen wegen besser als erwartet laufender Geschäfte bei Chrysler seinen Ausblick für das Gesamtjahr anheben wird.

Post hält die rote Laterne

Die Anteilscheine der Deutschen Post   führten die Verliererliste im Dax an. Sie gaben vier Prozent auf 10,95 Euro ab. Der Wert wurde weiterhin von dem Streit um die rechtmäßige Höhe des Briefportos belastet. Finanz- und Versicherer-Werte büßten zum Teil ebenfalls an Wert ein. Allianz-Titel   gaben 0,9 Prozent auf 168,51 Euro nach, die der Münchener Rück   legten dagegen um 1,2 Prozent auf 209,50 Euro zu.

Die Technologie-Titel legten zu. Händlern zufolge beeinflussten die besser als erwartet ausgefallenen Quartalsgewinne des niederländischen Elektronikkonzerns Philips   auch die deutschen Tech-Titel. Papiere von Infineon   legten 2,8 Prozent auf 16,50 Euro zu, die Anteilsscheine von SAP   verteuerten sich um 2,6 Prozent auf 75,52 Euro. Mit einem Plus von 0,6 Prozent auf 54,85 Euro präsentierte sich auch die Aktie von Siemens   freundlich.

Nemax 50 fällt auf Rekordtief - Euro notiert über einem Dollar

Nemax 50 auf Rekordtief

Am Neuen Markt ist der Nemax 50 am Mittag auf ein Allzeittief von 509 Punkten gefallen, erholte sich im weiteren Handelsverlauf jedoch wieder deutlich. Vor allem die Kursgewinne bei Thiel Logistik   verhinderten einen deutlicheren Rückgang des Auswahlindexes.

Die Aktien von Thiel Logistik   stiegen trotz einer Herabstufung durch die französische Großbank BNP Paribas auf "Underperform" von "Neutral" bei überdurchschnittlichen Umsätzen um 7,3 Prozent auf 3,39 Euro. Damit bauten sie ihren gut 37-prozentigen Vortagesgewinn weiter leicht aus. Fast die Hälfte des gesamten Geschäfts im Nemax 50 entfiel auf diesen Wert. Wie bereits am Montag seien Käufe großer Adressen zu beobachten, sagten Händler. Zudem handele es sich um eine technische Reaktion auf den rund 70-prozentigen Kursverlust im vergangenen Monat.

SAP SI schockt mit Umsatzwarnung

Die Aktien von SAP SI   lagen mit 8,7 Prozent im Minus bei zehn Euro. Der IT-Dienstleister hatte am Morgen mitgeteilt, im Gesamtjahr nunmehr lediglich mit einem Umsatzwachstum von neun bis zwölf Prozent zu rechnen. Bisher war ein Plus von 15 bis 20 Prozent prognostiziert worden. Die Vorhersage für die operative Gewinnmarge wurde auf neun bis zwölf von zuvor 15 bis 17 Prozent gesenkt.

Wanadoo treibt T-Online an

Deutliche Zugewinne verzeichneten mit einem Plus von 3,1 Prozent auf 7,59 Euro die Aktien T-Online  . Mit Blick auf die geringen Umsätze sagte ein Händler: "Die haben einfach Glück, dass die Zocker derzeit andere Werte herunterprügeln." Auch der positive Ausblick von Wanadoo   spiele eine untergeordnete Rolle, sonst wären die Umsätze deutlich höher.

Der französische Online-Anbieter hatte am Vormittag für das erste Halbjahr einen Umsatzsprung bekannt gegeben und angekündigt, 2003 einen Reingewinn erwirtschaften zu wollen. Sowohl die Aktien von Wanadoo als auch diejenigen der Muttergesellschaft France Télécom   legten kräftig zu.

Am breiten Markt stiegen die Aktien von Arbo   und PSB   nach der Vorlage von Geschäftszahlen um knapp 19 Prozent auf 1,96 Euro beziehungsweise um 17,8 Prozent auf 5,30 Euro.

Tokio: Topix schließt unter der 1000-Punkte-Marke

Die Aktienkurse an der Börse in Tokio haben am Dienstag deutlich nachgegeben. Der breit angelegte Topix verlor 15,95 Punkte oder 1,6 Prozent und schloss bei 984 Punkten. Erstmals seit dem 27. Juni dieses Jahres unterschritt das Börsenbarometer damit wieder die 1000-Punkte-Marke. Der Nikkei-Index gab um 1,2 Prozent oder 124,73 Punkte auf 10.250 Zähler nach.

Euro bleibt über einem Dollar

Der Kurs des Euro ist am Dienstag erneut gestiegen und behauptete sich deutlich über der Dollar-Parität. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs bei 1,0127 (Montag: 1,0024) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9876 (0,9976) Euro.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6438 (0,6413) Pfund, 117,18 (116,22) Yen und 1,4675 (1,4694) Schweizer Franken fest.