Börse am Nachmittag Dunkle Wolken aus Texas
Der Dow Jones fiel bis 16 Uhr um 1,3 Prozent auf 8425 Punkte. Der Index für Wachstumswerte, der Nasdaq Composite, gab 1,3 Prozent auf 1293 Zähler nach. In Frankfurt rutschte der Dax vor allem durch starke Verluste der Technologiewerte um 2,4 Prozent auf 3204 Punkte ab. Am Neuen Markt fiel der Auswahlindex Nemax50 um 0,8 Prozent auf 440 Zähler.
Texas-Ausblick enttäuscht die Märkte
Mit Texas Instruments hat der weltgrößte Hersteller von Chips für Mobiltelefone in den vergangenen drei Monaten seines Geschäftsjahres einen Pro-Forma-Gewinn von neun US-Cent je Aktie verbucht. Im vierten Quartal werde der Umsatz auf Grund der schwachen Halbleiternachfrage und saisonalen Faktoren aber um zehn Prozent unter dem Wert des abgelaufenen Quartals liegen. In Frankfurt verlor das Papier mehr als 20 Prozent.
Einen Umsatzrückgang verzeichnete auch die Telefongesellschaft AT&T im dritten Quartal, schaffte dabei aber die Rückkehr in die Gewinnzone. Mit einem verwässerten Gewinn je Aktie von fünf US-Cent nach einem Verlust je Aktie von 69 Cent ein Jahr zuvor traf das Unternehmen die Erwartungen.
Der US-Konsumgüterhersteller Gillette hat im dritten Quartal Gewinn und Umsatz gesteigert. Der Netto-Gewinn sei von 296 Millionen auf 354 Millionen Dollar gestiegen, was einem Anstieg beim Ergebnis je Aktie von 28 auf 33 Cent entspreche, teilte das Unternehmen mit. Damit traf das Unternehmen genau die Erwartungen der von First Call/Thomson Financial befragten Branchenexperten. Die Umsätze kletterten im dritten Quartal um zwei Prozent auf 2,168 Milliarden Dollar.
McDonald's hat im dritten Quartal mit einem verwässerten Gewinn je Aktie von 38 Cent nach 42 Cent im Vorjahr die Analystenprognosen exakt getroffen. Der Umsatz sei um drei Prozent auf 4,047 Milliarden Dollar gestiegen, teilte der Fast-Food-Konzern am Dienstag mit. Damit erreichten die Erlöse nahezu die Markterwartung von 4,1 Milliarden Dollar.
Für das Gesamtjahr bekräftigte McDonald's seine Erwartung, einen Gewinn je Aktie vor Sonderposten von 1,43 Dollar "oder besser" zu erzielen. Damit würde der Konzern die Markterwartung erreichen.
Herbstgutachten ohne Einfluss
Technische Analysten in Frankfurt verwiesen darauf, dass der Dax derzeit mit der wichtigen Widerstandsmarke bei 3266 Punkten kämpfe. "Wenn wir diese Marke überwinden, dann können wir tatsächlichen einen mittelfristigen Aufwärtstrend einleiten", sagte Holger Galuscke von der SEB. In den vergangenen zwei Wochen hat der Dax bereits rund 30 Prozent zugelegt. Nur wenig Einfluss auf die Börse hatte indes das von den führenden Wirtschaftsforschungsinstituten vorgelegte Herbstgutachten zur Konjunkturentwicklung im Lande.
Infineon und Epcos geben kräftig ab
Im Frankfurter Handel ragten die Aktien des Chip-Produzenten Infineon heraus, die mehr als sieben Prozent auf 8,40 Euro fielen. Die Titel von Epcos büßten mit knapp 14 Prozent ebenfalls stark ein. Texas Instruments hatte am Vorabend mit dem Ergebnis zum abgelaufenen Quartal die Analystenerwartungen getroffen. Im laufenden Quartal werde das Unternehmen bei Ergebnis und Erlös jedoch klar unter den Markterwartungen liegen, hieß es. Der Ausblick belaste die Technologie-Aktien, sagte ein Händler.
Zudem hatte am Vorabend ABB seine Ertragsprognosen für das laufende Jahr gesenkt und angekündigt, die mittelfristigen Gewinnziele überprüfen zu wollen. In Zürich halbierten sich ABB-Aktien daraufhin.
SAP -Aktien rutschten um rund sechs Prozent auf 73,52 Euro ab.
Unter Gewinnmitnahmen litten unterdessen die Papiere der Einzelhandelskonzerne Metro und KarstadtQuelle , die jeweils rund fünf Prozent nachgaben. "Die Metro-Aktie ist in den vergangenen Tagen von 17 auf 22 Euro gestiegen und nun realisieren einige Leute ihre Gewinne", sagte ein in London ansässiger Metro-Analyst.
Im Minus lagen zudem die Aktien der Banken im Dax. Deutsche Bank büßten rund drei Prozent ein. Die Investmentbank Merrill Lynch hatte den europäischen Bankensektor zuvor auf "Neutral" von "Overweight" zurückgestuft. Merrill-Analyst Stuart Graham begründete den Schritt mit dem langsamerem Wirtschaftswachstum sowie dem unsicheren Ausblick für die Finanzmärkte, die das Risiko des Sektors erhöhten. HypoVereinsbank gaben mehr als fünf Prozent auf 16,68 Euro ab. Commerzbank notierten zwei Prozent leichter.
An der Dax-Spitze notierten Aktien von MLP fort. Die Titel des Finanzdienstleisters verteuerten sich zuletzt um rund drei Prozent, nachdem sie bereits am Montag knapp zehn Prozent gewonnen hatten. Analysten sagten, MLP werde vermutlich doch nicht wie zuvor lange diskutiert aus dem Dax herausfallen. Händler sprechen zudem seit Tagen von einer anhaltenden Erholung nach den dramatischen Kursverlusten seit dem Frühjahr von zeitweise mehr als 90 Prozent.