Börse am Nachmittag e.on belegt Spitzenplatz
Frankfurt am Main Die deutschen Aktienmärkte starteten schwach in die verkürzte Handelswoche. Eine ganze Zeit lang schien unklar, wohin am Montag die Reise gehen würde. Dann drehte der Dax ins Plus.
Bis 14.20 Uhr Uhr legte der Index für die Blue Chips um 1,4 Prozent zu. Die festere Tendenz wurde vor allem von Kursaufschlägen bei konservativen Titeln getragen. Die Wachstumswerte im Nemax 50 zeigten sich zuletzt um 0,9 Prozent schwächer als am Freitag. Der Index hatte am Morgen noch mit mehr als drei Prozent im roten Bereich gestanden, konnte aber auf Grund eines freundlichen Nasdaq Future sein Minus verringern. e.on macht im Dax das Rennen
Nach dem Übernahmeangebot für den britischen Energieversorger PowerGen legten die Aktien des Düsseldorfer Energiekonzerns e.on von Handesbeginn an kräftig zu und gaben auch bis Mittag die Führung im Dax nicht ab. Zuletzt notierte das Papier um 7,7 Prozent stärker auf 55,73 Euro. Mit der Übernahme von PowerGen gelänge es e.on, in Großbritannien Fuß zu fassen, erklärte Analyst Hartmuth Höhn von der Berenberg Bank. "PowerGen ist eine positive Ergänzung, vor allem mit dem Blick in die USA", fügte er hinzu.
Beflügelnd wirke sich auf die Aktie des Energiedienstleisters vor allem aus, dass e.on beabsichtige, sich künftig auf den Bereich Energie zu beschränken und seinen 60-Prozent-Anteil an dem Spezialchemiekonzern Degussa abzustoßen. Die Papiere von Degussa gaben darauf um rund 1,4 Prozent auf 31,50 Euro ab.
Auch Chemieaktien waren gesucht. BASF verteuerten sich um vier Prozent auf 46,25 Euro. Bayer stiegen um 3,4 Prozent auf 47,30 Euro. "Chemietitel sind in turbulenten Börsenzeiten eine sichere Sache", begründete Kuhn die Gewinne. RWE konnten im Sog von e.on um 3,45 Prozent auf 43,20 Euro zulegen.
Positive Nachrichten kamen aus Stuttgart. Der Autokonzern DaimlerChrysler hat in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres 25.000 Fahrzeuge der Marke Typs "Smart" abgesetzt. Die Auto-Aktie legte um 2,1 Prozent auf 52,70 Euro zu. Volkswagen stiegen um rund 1,6 Prozent auf rund 50 Euro. BMW steigerten sich um 1,45 Prozent auf 35,10 Euro.
Im Sog der schwachen Vorgabe der US-Computerbörse Nasdaq kamen vor allem Technologietitel unter die Räder. Das Papier des Halbleiterherstellers Infineon gab zuletzt 2,5 Prozent auf 40,60 Euro nach. Die Papiere hatten heute zeitweise mit bis zu vier Prozent im roten Bereich gestanden. Die Aktien des Mutterkonzerns Siemens verbilligten sich um 1,2 Prozent auf rund 112,50 Euro. Epcos hingegen gehörten mit Kurszuwächsen von zuletzt knapp drei Prozent auf 62,30 sogar zur Spitzengruppe im Dax.
Teldafax profitiert von Gerüchten
Stärkster Wert am Neuen Markt waren die Papiere von TelDaFax. Die Titel des von der Insolvenz bedrohten Telekom-Unternehmens legten rund 35 Prozent auf 0,65 Euro zu. Spekulanten trieben die Kurse in die Höhe.
Die Marburger Telefongesellschaft kann neue Hoffnung schöpfen, wieder an das Netz der Telekom angeschlossen zu werden. Der TelDaFax-Hauptaktionär World Access teilte am Montag mit, seine eigenen Gläubiger hätten einem Finanzplan zur Regelung der Verbindlichkeiten der Marburger bei der Deutschen Telekom AG zugestimmt. TelDaFax äußerte die Erwartung, dass die Verhandlungen der Telekom mit World Access über die TelDaFax-Schulden noch vor Ostern positiv abgeschlossen würden.
Am Neuen Markt haben sich die Aktien der Farmatic Biotech Energy AG aus Nortorf in Schleswig-Holstein am Montag an ihrem ersten Handelstag bis zum Mittag über ihrem Ausgabepreis gehalten. Gegen 13.20 Uhr notierte der Aktienkurs des Spezialisten zur Biogasherstellung am Neuen Markt bei 17,20 Euro. Nachdem der erste Kurs mit 17 Euro exakt dem Ausgabepreis entsprach, stieg der Kurs zwischenzeitlich auf 18 Euro an. Die Bookbuilding-Spanne der insgesamt ausgegebenen 2,75 Millionen Aktien (inklusive Mehrzuteilungsoption) hatte 17 bis 21 Euro betragen.
TV Loonland hat seine Ebitda- und Jahresüberschussprognose für die Geschäftsjahre 2001 und 2002 heraufgesetzt. Statt eines Jahresüberschusses von 19,7 Millionen Mark rechnet das Münchner Unternehmen nun mit 26,3 Millionen Mark. TV Loonland wolle sich künftig stärker auf Eigenproduktionen konzentrieren, da diese deutlich höhere Margen hätten, teilte das Unternehmen mit. Die Börse honorierte die Nachrichten mit einem Aufschlag von 5,71 Prozent auf 23,89 Euro.
Travel24.com büßten 9,84 Prozent ein und waren nur noch 2,20 Euro wert. Zwei Aufsichtsratsmitglieder hätten ihre Ämter niedergelegt, teilte Travel24.com mit.