Börse am Nachmittag: "Es fehlen die Impulse" - DER SPIEGEL
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Börse am Nachmittag "Es fehlen die Impulse"

Im Vorfeld wichtiger Unternehmensnachrichten geben die deutschen Aktienmärkte deutlich nach. Die T-Aktie und die Technologiewerte führen die Verliererliste an. Am Neuen Markt stehen EM.TV und MobilCom im Blickpunkt.
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Frankfurt am Main - Kursverluste bei den Technologiewerten und der Deutschen Telekom haben den Dax ins Minus gedrückt. Das Börsenbarometer fiel bis 16 Uhr um 1,2 Prozent auf 3041 Punkte. Der MDax der 70 mittleren Unternehmenswerte sank um 0,7 Prozent auf 3118 Zähler. Am Neuen Markt gab der Nemax 50 um 1,4 Prozent auf 412 Punkte nach.

"Es fehlen positive Impulse am Markt", sagte Aktienhändler Christian Schmidt von der Helaba. Die meisten Anleger hielten sich vor Veröffentlichung einer ganzen Reihe von Unternehmenszahlen zurück. So werden in dieser Handelswoche unter anderem die Bilanzen von Siemens  , der Deutschen Telekom   und der Allianz   erwartet.

Ein nachhaltiger Bruch des Unterstützungsbereichs zwischen 3000 und 2980 Punkten im Dax stehe vermutlich nicht an, sagte ein Börsianer. Damit bleibe die Seitwärtsspanne zwischen etwa 3000 und etwa 3300 Punkten zunächst intakt. Ein weiteres Marktrisiko könnte vom Devisenmarkt kommen, falls der US-Dollar erneut stark nachgeben sollte. Das könnte besonders Aktien der exportorientierten Unternehmen belasten.

Am Veteranen-Feiertag präsentierten sich die US-Börsen schwach. Der Dow Jones verlor innerhalb der ersten halben Handelsstunde um 1,2 Prozent auf 8438 Punkte. Der Nasdaq notierte auf 1340 Zählern, ein Minus von 1,4 Prozent.

Trotz guter Unternehmensnachrichten stand die Aktie von Ford   im frühen Handel unter Druck. Der Autohersteller will durch eine stärkere Flexibilisierung der Fertigung in den kommenden zehn Jahren bis zu zwei Milliarden Dollar sparen. Das berichtet die "Financial Times" unter Berufung auf hochrangige Manager des weltweit zweitgrößten Automobilkonzerns.

Ebenfalls etwas leichter notierte die Aktie von General Electric (GE)  . Der amerikanische Milliardär Warren Buffett will möglicherweise die Rückversicherung Employers Reinsurance Corp von GE kaufen, heißt es in der Internetausgabe der "Los Angeles Times".

Techwerte schmieren ab

In Frankfurt zählten die Technologieaktien zu den schwächsten Werten. Aktien des Chipherstellers Infineon   gaben um 9,6 Prozent auf 8,40 Euro nach und bildeten damit das Schlusslicht im Dax. Vor Handelsbeginn hatten die Deutsche Bank und Goldman Sachs den Titel heruntergestuft. Das Unternehmen hatte am Freitag für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Milliardenverlust ausgewiesen.

Titel des Bauelemente-Spezialisten Epcos   büßten 9,3 Prozent auf zehn Euro ein. Dem Titel droht am Dienstag ein Ausschluss aus dem Dax.

Siemens-Aktien   verbilligten sich um 2,7 Prozent auf 43,78 Euro. Die Analysten von Credit Suisse First Boston (CSFB) hatten das Kursziel von 56 auf 46 Euro gesenkt.

Die Aktie der Deutschen Telekom   gab um 2,5 Prozent auf 10,73 Euro nach. Nach einem Bericht des "Handelsblatt" könnte der Bonner Konzern in diesem Jahr wegen Sonderabschreibungen von rund 20 Milliarden Euro mit dem höchsten Verlust abschließen, den je eine Dax-Gesellschaft ausgewiesen hat. Die Telekom wollte dies nicht kommentieren.

Eon mit guten Zahlen?

Gefragt waren dagegen die Titel des Energieversorgers Eon  , dessen Papiere sich um 2,9 Prozent auf 46,70 Euro verteuerten. Analysten erwarten nach einer Reuters-Umfrage bei den für Donnerstagmorgen angekündigten Neun-Monatszahlen im Schnitt einen Betriebsgewinn von rund 3,3 Milliarden Euro.

Aktien der Commerzbank   notierten 0,4 Prozent im Minus auf 7,03 Euro. Das viertgrößte Finanzinstitut Deutschlands hat im dritten Quartal nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa-AFX einen Verlust vor Steuern von 130 Millionen Euro erwirtschaftet. Damit verringerte sich das Minus vor Steuern von 279 Millionen Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum um fast die Hälfte.

Die Papiere der HypoVereinsbank   verloren 2,4 Prozent auf 13,27 Euro, die der Deutschen Bank   gaben minimal auf 44,99 Euro nach.

T-Online und Mobilcom am Neuen Markt im Blickpunkt, Euro deutlich über der Dollar-Parität

T-Online am Neuen Markt im Blickpunkt

Mit schwachen Kursen präsentierte sich der Neue Markt. Händler erklärten die Verluste mit der abwartenden Haltung vieler Anleger vor den zahlreichen Unternehmensdaten. Verkaufsorders, zum Teil auch limitiert, überwögen deutlich, so dass auch das etwaige Aufwärtspotenzial begrenzt sei, hie es.

Meistgehandelter Wert waren T-Online  , die 5,2 Prozent auf 7,31 Euro zulegten. Grund der Kurssteigerungen sind nach Meinung von Marktbeobachtern Äußerungen des Vorstandsvorsitzenden Thomas Holtrop, wonach das Unternehmen seine Prognose eines Gewinns vor Steuern und Abschreibungen für das laufende Jahr von 30 Millionen bis 40 Millionen Euro wohl eher übertreffen werde.

IM Internationalmedia-Aktien   verloren nach Quartalszahlen deutlich um annähernd 19 Prozent auf 1,01 Euro und führten damit die Verliererliste im Nemax 50 an. Nach Angaben der Analysten der DZ Bank sind die Zahlen von schlechter als erwartet ausgefallen. Das Anlageurteil lautet weiterhin "Reduzieren".

Mobilcom-Hängepartie geht weiter

Die Aktie von Mobilcom   verlor mehr als acht Prozent auf 4,52 Euro. Die monatelange Hängepartie um die Zukunft des Mobilfunkunternehmens ist noch nicht zu Ende. Die Bundesregierung und Mobilcom-Gründer Gerhard Schmid versuchten am Montag, sich auf einen gemeinsamen Text für den Vertrag zu einigen, mit dem Schmid seine Aktien auf einen Treuhänder übertragen soll. Ob es dabei Fortschritte gab, wollten beide Seiten nicht sagen. Schmid und die Regierung streiten vor allem um die Person des Treuhänders, der die Aktien übernehmen soll, sowie um eine Forderung von mehr als 70 Millionen Euro aus einem umstrittenen Aktien-Optionsgeschäft, die der Mobilcom-Gründer nicht anerkennen will.

Der täglich erwartete Antrag des Unternehmens auf die Eröffnung des Insolvenzverfahrens blieb auch am Montag aus. Die Insolvenz wird voraussichtlich noch in dieser Woche notwendig, falls die Verhandlungen scheitern und Schmid seine Aktien nicht auf einen Treuhänder überträgt. Damit wären auch die Entschuldung von Mobilcom durch France Telecom   sowie weitere Kredite deutscher Banken über mehr als 160 Millionen Euro blockiert. Die rund 3000 Arbeitsplätze, die nach einem starken Arbeitsplatz-Abbau bei Mobilcom noch übrig bleiben sollten, wären gefährdet. Schmid hält gegenwärtig noch 32 Prozent der Aktien. Der Gründer des Unternehmens habe nach seinem Ausscheiden als Vorstandschef im Juni dieses Jahres einen Teil seiner Aktien über die Börse verkauft, sagte seine Sprecherin. Er besaß zuvor mehr als 38 Prozent. Zusätzlich hält die Firma Millennium, die Schmids Ehefrau Sybille Schmid-Sindram gehört, ein weiteres Aktienpaket von mehr als fünf Prozent.

Finanzwerte und starker Yen belasten belasten den Nikkei

Aktienwerte in Tokio haben wegen der anhaltenden Besorgnis über den Zustand der Banken und dem gestiegenen Yen mit Verlusten geschlossen. Einerseits hätten die jüngsten Pläne über den Notverkauf der Towa Fudosan belastet, andererseits drücke die starke Abschwächung des Dollars im Verhältnis zum Yen auf die Erwartungen der Exporteure und die allgemeine Stimmung, sagten Händler.

Der Nikkei-225-Index, in dem die 225 führenden Werte im Japan gelistet sind, fiel um 2,7 Prozent auf 8460 Punkte. Der breit angelegte Topix ging mit einem Abschlag von rund 2,9 Prozent oder 25,09 Punkte mit 837 Zählern aus dem Handel.

Der jüngste Notverkaufsplan für Towa Fudosan, vom dem Gläubigerbanken wie etwa die UFJ Holdings belastet seien, wirke sich negativ auf die Stimmung am Markt aus, sagte Aktienstratege Tsuyoshi Segawa von der Shinko Securities Co Ltd. Es verbreite sich der Eindruck, dass Japan bei seinen Reformen erneut einen Schritt rückwärts mache.

Banktitel unter Druck

Banktitel befanden sich im Allgemeinen auf der Verliererseite. Sie wurden zusätzlich belastet, nachdem bekannt wurde, wie hoch 15 Großbanken ihre faulen Kredite bis September vergangenen Jahres veranlagt hätten. Mitsubishi Tokyo Financial fielen um 44.000 auf 743.000 Yen. Sumitomo Mitsui gaben um 31 Yen auf 415 Yen nach. Mizuho   büßten 21.000 auf 148.000 Yen ein und UFJ Holdings verloren 23.000 auf 134.000 Yen.

High-Tech-Werte waren nach den Freitagsverlusten an der Wall Street zu Wochenbeginn auch in Japan schwächer. Rohm   gaben 260 auf 15.590 Yen nach. Advantest   verloren 310 auf 4580 Yen und TDK   büßten 250 auf 4650 Yen ein. Tokyo Electron   verzeichneten ein Minus von 390 auf 4910 Yen.

Starker Yen lastet auf den Autotiteln

Auto-Aktien gerieten wegen des steigenden Yen unter Druck. So verloren Honda   210 auf 4100 Yen. Toyota   gaben 70 Yen auf 3070 Yen nach und Nissan   verloren 14 auf 914 Yen. "Die meisten Exporteure haben den Export-Sicherungskurs in der zweiten Jahreshälfte bis März bei etwa 120 Yen pro Dollar veranschlagt. Nun werden Bedenken wach, weil der Wert des Yen plötzlich gestiegen ist", sagte Aktienstratege Segawa.

Euro deutlich über der Dollar-Parität

Der Kurs des Euro ist am Montag weiter gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs bei 1,0126 (Freitag: 1,0107) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9876 (0,9894) Euro.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6370 (0,6375) britische Pfund, 120,90 (121,95) japanische Yen und 1,4632 (1,4633) Schweizer Franken fest.