Börse am Nachmittag: Euro auf Crash-Kurs - DER SPIEGEL
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Börse am Nachmittag Euro auf Crash-Kurs

Die US-Börsen rücken weiter vor. BMW fährt im Dax voran und zieht VW und Daimler im Windschatten mit. Der Euro fällt trotz guter Konjunkturdaten auf ein Halbjahrestief.
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New York / Frankfurt am Main - Die Berichtssaison in den USA geht dem Ende zu. Zu den Schwergewichten, die heute ihre Zahlen melden, gehören Xerox, Texas Instruments und American Express   . Xerox legte zum Start an der Wall Street zu, nachdem das Unternehmen mit einem Gewinn von 15 Cent pro Aktie die Erwartungen übertroffen hatte. Die Aktie des Halbleiterherstellers Texas Instruments notierte bereits vor Bekanntgabe der Zahlen (nach Börsenschluss) fester, nachdem Credit Suisse First Boston die Aktie auf "Kauf" heraufgestuft hat. Analysten erwarten bei TI im Durchschnitt einen Verlust von 9 Cent je Aktie.

Der Dow Jones kletterte zur Eröffnung um 0,4 Prozent auf 9880 Punkte, während der Nasdaq Composite um 0,8 Prozent auf 1952 Zähler zulegte. Leichte Verluste zum Auftakt musste das Papier von Nokia hinnehmen. Die Investmentbank Lehman Brothers hat die Gewinnschätzung für Nokia gesenkt.

Nach der Zinssenkungs-Orgie: Unternehmen in der Pflicht

Der Computerhersteller Compaq erwartet einen Gewinn je Aktie von 32 Cent für das Gesamtjahr. Analysten waren bisher im Durchschnitt von 25 Cent je Aktie ausgegangen. Die Kursgewinne fielen jedoch moderat aus, da Anleger nun auch wieder steigende Gewinne von den Unternehmen erwarten. Erstmals seit langer Zeit erwarten die Marktteilnehmer an der Wall Street auch keine weitere Zinssenkung von der US-Notenbank: Ein Verzicht auf eine Zinssenkung am Mittwoch würde als Signal gewertet, dass es mit der Konjunktur langsam wieder aufwärts gehen könnte.

Dax im Vorwärtsgang

Der Geschäftsklima-Index des ifo-Instituts und die Bilanz von BMW hatten bereits am Vormittag für Kauflaune gesorgt. Der Dax notierte zum Handelsbeginn in New York mit einem Plus von 0,8 Prozent bei 5196 Zählern. Die Wachstumswerte im Nemax 50 standen um 15.30 Uhr mit 0,6 Prozent auf 1182 Punkte im Plus.

BMW   hat im vergangenen Jahr den versprochenen Rekordumsatz eingefahren. Die Erlöse seien trotz der Trennung von der verlustreichen Rover-Tochter um 7,1 Prozent auf erstmals 37,85 Milliarden Euro gestiegen, teilte BMW am Montag mit. Die Aktie baute ihre Gewinne auf 4,3 Prozent aus und stieg über 40 Euro. Morgan Stanley sieht die Aktie als "klaren Kauf" und sieht auch für den gesamten Automobilsektor Zeichen einer Besserung. Auch die Konkurrenten DaimlerChrysler   und Volkswagen   profitierten von der Bilanz und notierten mit jeweils 3,2 Prozent im Plus.

Raus aus Telcoms, rein in Finanztitel

Die T-Aktie   notierte gemeinsam mit dem Chiphersteller Infineon   dagegen mit einem Verlust von 1,5 Prozent am Dax-Ende. Die Investmentbank Merrill Lynch hat Anlegern geraten, Telekomtitel unterzugewichten und europäische Bankentitel zu kaufen. Davon profitierten die Bankentitel: HypoVereinsbank  , Allianz   und Commerzbank   notierten geschlossen im Plus, während die Deutsche Bank   weiterhin um den Vortagesschluss pendelte.

Epcos vor den Zahlen schwächer

Der Finanzdienstleister MLP   legte am Montag um mehr als 2,5 Prozent zu. Schon zum Wochenschluss hatten sie zu den größten Gewinnern im Dax gezählt. MLP legt ebenso wie die Deutsche Bank am Donnerstag Zahlen vor. Zu den Verlierern im Dax, zählten die Papiere von Epcos   , die ebenfalls am Donnerstag Zahlen vorlegen. Die Geschäftsentwicklung des Herstellers von elektronischen Komponenten, die unter anderem in Mobiltelefonen Verwendung finden, wurde von Experten pessimistisch eingestuft.

Neuer Markt bleibt im Plus

Zu den Gewinnern im Nemax 50 zählten am Nachmittag Ixos   und die Papiere des angeschlagenen Filmrechtehändlers EM.TV   . Auch Senator   legte um rund vier Prozent zu.

Der Reparaturdienstleister Teleplan   hat einen Dreijahresvertrag mit dem US-Softwarekonzern Microsoft über die Wartung von Videospielkonsolen geschlossen. Teleplan werde künftig für die Reparatur, Wiederaufbereitung und die Umtauschlogistik aller X-Box Videospiel-Konsolen von Microsoft in Europa zuständig sein, teilte Teleplan am Montag mit. Die Aktie verringerte ihr kräftiges Plus zuletzt auf 3,8 Prozent.

Euro trotz ifo-Index unter 86 Cent

Der Euro hat am Montag trotz positiver Konjunkturdaten aus Deutschland seinen Abwärtstrend zum Dollar fortgesetzt und ist deutlich unter 0,86 Dollar gerutscht. Die Gemeinschaftswährung verzeichnete bei Kursen um 0,8575 Dollar den tiefsten Stand seit sechs Monaten. Die Märkte blicken Händlern zufolge nun auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank.