Börse am Nachmittag: Fluxx.com ganz vorn - DER SPIEGEL
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Börse am Nachmittag Fluxx.com ganz vorn

Die Wall Street eröffnet schwach und drückt die deutschen Indizes tiefer ins Minus. Anleger nehmen Gewinne mit. Darunter leiden besonders SAP und Intershop. Die Deutsche Bank legt nach Quartalszahlen zu.
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Frankfurt am Main - Der Dow Jones gab zum Auftakt 0,8 Prozent auf 10.793 Zähler nach. Der Technologieindex Nasdaq Composite verlor 2,4 Prozent auf 2168 Punkte. Die Nasdaq hatte vier Tage in Folge im Plus geschlossen: Ebenso wie in Deutschland nehmen Anleger zunehmend Gewinne mit.

Die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung in den USA sind saisonbereinigt um 9000 auf 421.000 gestiegen. Das ist die höchste Anzahl dieser Anträge seit März 1996. Der Anstieg übertraf auch die Analystenerwartungen, die mit einem Rückgang der Antragszahl um 8000 auf 400.000 gerechnet hatten. Am Freitag werden weitere Arbeitsmarktdaten veröffentlicht.

Dax gerät stärker unter Druck

Gewinnmitnahmen haben die deutschen Börsen seit Handelseröffnung belastet. Der Dax rutschte am Nachmittag tiefer ins Minus und notierte 1,6 Prozent schwächer bei 6114 Punkten.

Die Wachstumswerte im Nemax-50 gaben nach der Rallye vom Vortag weiter nach und verzeichneten Abschläge von 4,9 Prozent auf 1884 Zähler. Die 2000-Punkte-Marke hat sich als widerstandsfähiges Hindernis erwiesen.

Verschnaufpause oder Anfang des Abwärtstrend?

Der Dax hatte seit Anfang April einen Wertzuwachs um rund 15 Prozent verbucht. Händlern zufolge scheitert das Börsenbarometer derzeit an der Widerstandsmarke bei 6300 Punkten. "Nach einem solchen Anstieg ist es für den Markt aber auch gesund, sich erst einmal zu setzen", sagte ein Händler.

Gewinnmitnahmen bei SAP

Insbesondere Kurseinbußen bei der SAP-Aktie schickten den Dax auf Talfahrt. Das Papier verlor rund fünf Prozent auf 165 Euro. "Die Aktie ist in der letzten Zeit etwas heiß gelaufen", sagte Rene Gorodsinsky, Aktienhändler bei der Baden-Württembergischen Bank. Der Wert hatte seit Anfang April um rund 70 Prozent zugelegt.

Streik drückt Lufthansa

Die Lufthansa-Piloten haben sich für einen Streik entschieden, um im Tarifstreit ihre Vorstellungen durchzusetzen. Die Aktie drehte 0,9 Prozent ins Minus und notierte bei 21 Euro.

Technologie durchweg schwach

Der Hersteller passiver elektronischer Bauelemente, Epcos, hat bei Vorlage der Zahlen zum zweiten Quartal seine Prognosen wegen der Flaute auf dem Handymarkt gesenkt. Die Aktie baute ihre Verluste auf 5 Prozent aus und fiel unter 70 Euro.

Schwach notierten ebenso die Papiere der zweiten Siemens-Tochter: Infineon-Aktien litten fortgesetzt unter der Herabstufung durch das Investmenthaus Merrill Lynch vom Vortag. Die Aktien gaben zuletzt 2,6 Prozent auf 45,72 Euro ab. Die T-Aktie gab um vier Prozent nach.

Die Papiere des Bad Homburger Dialysespezialisten Fresenius Medical Care rutschten nach Vorlage der Quartalszahlen leicht ins Minus bei Kursabschlägen von 0,6 Prozent. FMC hat im ersten Quartal das Ergebnis nach Steuern um 20 Prozent auf 55 Millionen Dollar gesteigert und damit die Erwartungen von Analysten erfüllt.

Deutsche Bank nach Quartalszahlen über 90 Euro

Die Deutsche Bank konnte ihren Gewinn nach Steuern im ersten Quartal 2001 auf 1,026 Milliarden Euro nach 960 Millionen Euro vor Jahresfrist steigern. Der Gewinn vor Steuern sei allerdings von 1,637 Milliarden Euro auf 1,446 Milliarden Euro gesunken. Die Aktie notierte zuletzt 0,4 Prozent im Plus bei 90,35 Euro.

Neuer Markt: Intershop unter Druck

Nach der Kursrallye vom Vortag litten am Neuen Markt die Papiere von Intershop unter Gewinnmitnahmen. Der Titel verlor zuletzt fünf Prozent auf 5,20 Euro. Am Mittwoch hatte das Papier um 46 Prozent zugelegt. Analysten hatten die Kursaufschläge als übertreiben bezeichnet. Am Morgen wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft gegen Firmenchef Stephan Schambach ermittelt.

Auch Broadvision, die am Vortag mehr als 23 Prozent zugelegt hatten, litten unter Gewinnmitnahmen und verbilligten sich um elf Prozent auf 7,90 Euro. Die Anteilsscheine von Brokat, als dritter Softwarehersteller im Bunde, konnten dagegen an ihren positiven Trend vom Vortag anknüpfen und führten die Gewinnerliste mit Kursaufschlägen von acht Prozent auf zehn Euro an. Am Vortag hatte das Papier bereits 18 Prozent zugelegt.

Das Nemax-50-Schwergewicht T-Online hat im ersten Quartal 2001 den Konzernumsatz um 61,2 Prozent auf 280,2 Millionen Euro gesteigert und damit die Prognosen der Analysten übertroffen. Allerdings sei ein Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 66 Millionen Euro erwirtschaftet worden nach einem Gewinn von 5,8 Millionen Euro im ersten Quartal 2000. Die Aktie gab zuletzt um drei Prozent auf 13,70 Euro nach. Am Vortag hatte das Papier mehr als 15 Prozent zulegen können.

Fluxx.com-Titel waren fortgesetzt der größte Gewinner am gesamten Neuen Markt. Die Papiere zogen um 42 Prozent auf 6,85 Euro an. Der Dienstleister für Online-Spiele wird für die ebenfalls am Neuen Markt notierte Web.de virtuelle Lotto-Annahmestellen entwickeln. Web.de gaben nach, standen aber noch mit 1,82 Prozent auf 7,80 Euro im Plus.

Euro fängt sich

Der Euro hat am Donnerstag nach massiven Devisenverkäufen durch eine französische Bank zunächst deutlich verloren, sich dann aber bei Werten um 89 Cents eingependelt. Händler sagten, starke Euro-Verkäufe der Bank BNP Paribas hätten die Gemeinschaftswährung belastet.

Danach hat der Euro jedoch wieder Auftrieb durch schwache US-Zahlen erhalten. Die Märkte blicken nun auf die US-Arbeitsmarktdaten am Freitag, die als wichtiger Indikator für die Konjunkturentwicklung in den USA gelten. Im Referenzkursverfahren öffentlicher Banken wurde der Euro mit 0,8893 Dollar nach 0,8904 Dollar am Mittwoch ermittelt. Damit war ein Dollar 2,1993 Mark wert.