Börse am Nachmittag: Gerüchte um BASF - DER SPIEGEL
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Börse am Nachmittag Gerüchte um BASF

Die Grundstimmung ist gut. Unter den Technologiewerten ziehen Infineon und Epcos an. BASF profitiert von Gerüchten und zieht Bayer-Papiere mit hoch. Auch Autowerte sind gefragt.
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Frankfurt am Main - Trotz der politisch unveränderten Situation herrschte am frühen Nachmittag an den deutschen Aktienmärkten eine positive Grundstimmung. "Wir sehen durchaus wieder Kaufneigung, allerdings sind die Anleger noch sehr vorsichtig", sagte ein Händler. Die Futures in den USA ließen keine klare Tendenz für den Handelsauftakt in New York erkennen.

Aus technischer Sicht sei der Markt mittlerweile nicht mehr überkauft, sagte ein anderer Händler. Vielmehr sei er wieder im neutralen Bereich und habe durchaus Potenzial nach oben. Bei knapp 4600 Punkten müsse der Dax allerdings noch einen starken Widerstand brechen. Der Dax stand mit 0,8 Prozent und 4508 Zähler im Plus. Vor allem die Kursgewinne bei DaimlerChrysler, Volkswagen und Infineon trieben den Index nach oben. Der Nemax 50 legte auf plus 1,6 Prozent bei 838 Zählern zu.

DaimlerChrysler   verbuchten Kursaufschläge von rund zwei Prozent auf 37,29 Euro. Händler sagten, es gebe Umschichtungen am Markt aus der Aktie von BMW   in Daimler, weil BMW zuletzt bereits stark gestiegen sei. BMW tendierte bei 32 Euro nahezu unverändert. Die Aktie hatte in den vergangenen Wochen fast 50 Prozent an Wert zugelegt.

DaimlerChrysler will gegen die Bußgeld-Entscheidung der Europäischen Kommission Rechtsmittel einlegen. Die Kommission hat ein Bußgeld von 71,825 Millionen Euro wegen Behinderung grenzüberschreitender Autoverkäufe verhängt. Der Konzern betonte, die Kommission habe die meisten der erhobenen Vorwürfe fallen gelassen.

Volkswagen   baute seine Gewinne auf 3,20 Prozent bei 39,75 Euro aus. Der Wolfsburger Autobauer wird offenbar als günstig bewerteter Titel gesehen: Volkswagen erwägt auf Grund der schwächeren Nachfrage Produktionspausen in den Wintermonaten.

Technologietitel erholen sich

Auch der Turnaround bei Infineon   trug zum Optimismus an der Börse bei. Die Aktie stieg nach Anfangsverlusten deutlich an und hielt ihre Spitzenposition im Dax mit Kursaufschlägen von 4,80 Prozent auf 15,35 Euro. Händler vermuten, dass ein Großinvestor bei Notierungen unter 15 Euro seine Bestände aufgestockt hat. Auch Epcos   (plus 4,40 Prozent auf 44,86 Euro) gehörten zu den Spitzenwerten im Dax, während sich die Papiere von Siemens   und SAP   wenig verändert zeigten gegenüber dem Vortagesschluss.

Der Chemiekonzern BASF   erwägt Marktspekulationen zufolge eine Übernahme des französischen Wettbewerbers Rhodia. "Es gibt Gerüchte über eine mögliche Offerte der BASF für Rhodia", sagte ein Aktienhändler am Mittwoch. Die Unternehmen kommentierten die Gerüchte nicht. Analysten sagten, Rhodia könne derzeit für einen günstigen Preis übernommen werden, allerdings könne für BASF nur ein Teil der Geschäfte des französischen Unternehmens von Interesse sein. Die Aktie von BASF zog um mehr als zwei Prozent an und zog auch die Papiere von Bayer   mit nach oben.

Telekom verliert Monopol im Ortsnetz

Von der Erholung der Branche profitierte auch die T-Aktie - trotz schlechter Nachrichten. Die Aktie konnte nach schwachem Start ihre Verluste wettmachen und stand zuletzt mit einem Prozent auf 18,10 Euro ins Plus. Grund für den schwachen Start war ein nicht mehr anfechtbarer Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Münster. Demnach muss die Deutsche Telekom zumindest vorläufig ihr Ortsnetz für Wettbewerber deutlich stärker öffnen. Dies berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" in ihrer Mittwochausgabe.

Versicherer fest, Bankentitel schwächer

Finanztitel tendierten dagegen uneinheitlich: Während die Versicherer Allianz   und Münchener Rück   Zugewinne von rund zwei Prozent verzeichneten, tendierten die Bankentitel Deutsche Bank  , Commerzbank   und HypoVereinsbank   schwächer.

Neue Enttäuschungen am Neuen Markt

Am Neuen Markt gehörten MediGene   und MorphoSys   und GPC Biotech   zu den größten Gewinnern. Zu den schwächsten Werten zählten EM.TV   und ACG   .

Die negativen Überraschungen der Unternehmen am Neuen Markt reißen nicht ab. Der Dienstleister für digitale Fotografie, PixelNet, kürzte seine Umsatzerwartungen für dieses Jahr um knapp 20 Prozent. Das Medienunternehmen Helkon Media kürzte seine Umsatzziele um 80 Millionen Mark und den erwarteten Gewinn um 20 Millionen Mark. Über den Softwarehersteller Lipro ist zudem das Insolvenzverfahren eröffnet worden.