Börse am Nachmittag: Gute Vorlage aus New York - DER SPIEGEL
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Börse am Nachmittag Gute Vorlage aus New York

General Electric sorgt für Schwung bei den Technologiewerten. Neben SAP und Infineon verteidigt auch DaimlerChrysler seine Gewinne: Der Konzern will Stellen abbauen.
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New York / Frankfurt am Main – Freundliche Konjunkturdaten und positive Unternehmensnachrichten haben an der Wall Street für einen festen Handelsauftakt gesorgt. Aufgrund des bislang milden Winters und der niedrigen Hypothekenzinsen haben die die Baubeginne und Grundstückskäufe in den USA stärker angezogen als von Volkswirten erwartet: Dies könnte eine Erholung der Konjunktur stützen.

GE gibt sich sehr selbstbewusst

Weiterhin bestätigten der Pharmakonzern Pfizer und der Elektronikriese General Electric   , dass sie mit ihren Zahlen die Erwartungen treffen werden. Beide Aktien starteten fest. General Electric legte sogar um vier Prozent zu: Auch bei einer anhaltenden Konjunkturschwäche, so der Konzern, würden die Ziele erreicht. Die Elektronik-Anbieter Best Buy und Circuit City übertrafen sogar die Erwartungen.

Der Dow Jones legte zum Start um 0,9 Prozent auf 9979 Zähler zu. Der Technologieindex Nasdaq Composite kletterte sogar um 1,1 Prozent und notiert wieder über 2000 Punkten. Der Dax hielt sich bis 15.45 Uhr mit 0,7 Prozent im Plus bei 5103 Punkten. Die Wachstumswerte im Nemax 50 bauten mit Hilfe der Nasdaq ihre Zugewinne auf 1,8 Prozent oder 1227 Zähler aus.

Stellenabbau bei DaimlerChrysler

Die Aktien von SAP   (plus 4,3 Prozent auf 152,55 Euro), Infineon   (plus 3,8 Prozent auf 25,35 Euro) und DaimlerChrysler   (plus 1,8 Prozent auf 46,20 Euro) führten weiterhin die Gewinnerliste im Dax an. DaimlerChrysler will in Spanien Software von SAP für den elektronischen Einkauf einsetzen. Darüber hinaus will der Autokonzern rund 5000 bis 6000 Stellen in Deutschland streichen.

Infineon auch ohne Toshiba gefragt, Technologie weiterhin fest

Im Mittelpunkt des Handels standen die Aktien von Infineon   , die zu Handelsbeginn mehr als 4,5 Prozent einbüßten, aber nach einer Kehrtwende zuletzt knapp vier Prozent auf 25,35 Euro zulegten. Die geplatzte Speicherchip-Kooperation mit Toshiba hatte das Papier zunächst unter Druck gesetzt. Dennoch äußerten sich Analysten weiterhin positiv: "Wichtiger ist, dass der Preiskrieg im Chipbereich beendet ist", sagte ein Börsianer. Die südkoreanischen Halbleiterhersteller Samsung Electronics und Hynix Semiconductor hatten die Preise für DRAMs am Vortag zum zweiten Mal in diesem Monat erhöht. Außerdem habe Toshiba angekündigt, dass sich der Konzern aus der Speicherchipproduktion zurückziehen werde – ein Konkurrent weniger für Infineon.

Technologiewerte zählten am zweiten Tag in Folge zu den Gewinnern im Dax, obwohl sich der Zuwachs verlangsamt. Siemens   standen zuletzt nur noch mit einem Prozent im Plus. Epcos   notierten unverändert auf Vortagesniveau bei knapp 58 Euro.Die Aktie der Deutsche Telekom   gehörte ebenso zu den Gewinnern und kletterte um knapp ein Prozent.

Zu den Verlierern gehörten die Versicherungswerte Münchener Rück   (minus 1 Prozent) und Allianz   (minus 0,8 Prozent). "Die französische Axa hat schlechte Zahlen präsentiert", begründete ein Händler einer Frankfurter Großbank die Verluste. Am stärksten unter Druck gerieten am Nachmittag die Commerzbank   und Preussag   : Händler begründeten dies mit Umschichtungen in Technologiewerte.

Neuer Markt: Biotechs gefragt

Am Neuen Markt waren die Aktien von Biotechnologiefirmen gefragt. Nach den jüngsten Übernahmemeldungen wie etwa von Immunex durch Amgen ist auch in die deutschen Biotechnologiewerte Bewegung gekommen. Lion Bioscience  , Qiagen   und MediGene   notierten mit Zuwächsen zwischen vier und sechs Prozent in der Spitze des Nemax 50. Auch das Schwergewicht T-Online legte um knapp vier Prozent auf 13,24 Euro zu.

Die Nasdaq hatte bereits am Montag die Neugewichtung des Auswahlindex Nasdaq 100 bekannt gegeben und dabei die Biotechnologie-Branche deutlich aufgewertet. Von ImClone Systems , dem Biopharma-Unternehmen Cephalon oder des Antikörper-Spezialisten Protein Design Labs erwartet die Nasdaq künftig eine bessere Kursperformance. BroadVision, , das Internet-Beteiligungsunternehmen CMGI oder der Softwareentwickler Ariba werden dagegen nicht mehr unter den 100 gewichtigesten Unternehmen geführt.

Der Sicherheitssoftwarehersteller Biodata   hat in den ersten neun Monaten einen Verlust von 70 Millionen Euro erzielt. Die Aktie, für die sich nach Händlerangaben nur noch Zocker interessieren, verlor zuletzt weitere 17 Prozent auf 0,39 Euro.

Euro nur knapp über 90 Cent

Am Rentenmarkt stieg der Bund-Future um 0,2 Prozent auf 107,91 Punkte. Der Rentenmarkt-Index REX verbesserte sich um 0,18 Prozent auf 113,55 Stellen. Die Bundesbank stellte die Umlaufrendite am Mittag bei 4,63 (Montag: 4,64) Prozent fest. Der Kurs des Euro ist am Dienstag gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs bei 0,9012 (Montag: 0,9049) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 2,1703 (2,1614) Mark.