Börse am Nachmittag: Intel hilft den High-Tech-Aktien - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Börse am Nachmittag Intel hilft den High-Tech-Aktien

Neue Konjunkturdaten in den USA liegen deutlich über den Erwartungen, Intel profitiert von positiven Analystenkommentaren und hilft auch deutschen Technologieaktien ein wenig auf die Beine. Der Neue Markt verharrt im Minus.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main – Nach dem starken Kursanstieg der vergangenen Handelstage haben die amerikanischen Börsen zunächst schwächer eröffnet. Der Dow Jones, der seit Freitag um 500 Punkte gestiegen war, gab bis 16.40 Uhr 0,7 Prozent auf 10.508 Zähler ab. Der technologielastige Nasdaq Composite drehte nach schwachem Start mit 0,3 Prozent ins Plus auf 1865 Punkte. Der Dax präsentierte sich mit 0,1 Prozent auf 5238 Zähler wieder im roten Bereich, nachdem. Auch die Wachstumswerte im Nemax 50 rutschten wieder ins Minus mit 0,4 Prozent auf 1043 Zähler.

Technologieaktien dürften von der positiven Einschätzung des Investmenthauses Morgan Stanley für den Chiphersteller Intel   profitieren. Die Experten haben die Einstufung der Aktie von "Outperform" auf "Strong buy" angehoben. An diesem Donnerstag wird Intel einen Quartals-Zwischenbericht vorlegen. Die Aktie des weltgrößten Chipherstellers zog 3,6 Prozent an und knackte damit die Marke von 33 Dollar.

Der Blick bleibe auf die Konjunkturdaten in den USA gerichtet, hieß es am Markt. Der Einkaufsmanager-Index für das Nicht-produzierende stieg im Feburar auf 58,7 und damit deutlich stärker als von Analysten erwartet (51,6). Der Index kletterte auf den höchsten Stand seit November 2000.

Dax: Technologietitel mit Verlusten

Nach den kräftigen Kursgewinnen der vergangenen Handelstage lege der Markt eine Verschnaufpause ein, sagten Händler. An der grundsätzlich positiven Stimmung habe sich jedoch nichts geändert. Epcos   -Aktien büßten 2,3 Prozent auf 49 Euro ein. Das Papier des Bauelemente-Spezialisten hatte jedoch am Vortag knapp zehn Prozent zugelegt. Infineon   konnte gegenüber Mittag seine Verluste auf 1,1 Prozent oder 28,78 Euro reduzieren. SAP   verbesserten sich auf minus 0,2 Prozent oder rund 163 Euro. Siemens   -Papiere dagegen bauten ihre Zugewinne nach den jüngsten US-Konjunkturdaten auf 2,7 Prozent bei 74 Euro aus.

Tiefrote Zahlen bei Telekom

Die Deutsche Telekom hat nach vorläufigen Zahlen eine tiefrote Bilanz für 2001 präsentiert. Der Verlust nach Sonderposten war mit 3,5 Milliarden Euro deutlich höher als erwartet. Analysten rechnen jedoch damit, dass Telekom-Chef Ron Sommer trotz des gescheiterten Kabelnetz-Verkaufs an Liberty Media einen positiven Ausblick geben wird. Der Umsatz ist um 18 Prozent gestiegen, und die Nettoverschuldung wurde um 4,8 Prozent auf 62 Milliarden Euro gesenkt. Die T-Aktie   stand zuletzt mit 1,4 Prozent auf 16,80 Euro im roten Bereich.

BMW will mehr als 1 Million Fahrzeuge verkaufen

Die Autoshow in Genf und die positive Einschätzung zu General Motors durch JP Morgan hatten am Morgen Autotitel einen behaupteten Start verschafft. Nach einer kurzen Schwächephase legten die Werte zuletzt wieder zu und konnten ihr Minus deutlich reduzieren. DaimlerChrysler   und Volkswagen   gaben nicht einmal mehr ein halbes Prozent ab. BMW   bauten ihre Zugewinne auf 0,6 Prozent oder 44,78 Euro aus.

Die BMW AG strebt 2002 erstmals den Absatz von mehr als einer Million Fahrzeugen an. "Die BMW Group hat allen Grund, für das Jahr 2002 überaus zuversichtlich zu sein", sagte der scheidende Vorstandsvorsitzende Joachim Milberg im Vorfeld des Genfer Automobilsalons. In den ersten zwei Monaten lieferte der Münchener Automobilbauer nach eigenen Angaben einschließlich Mini rund 151.000 Fahrzeuge an die Kunden aus, was einem Plus von rund 17 Prozent entspricht.

Neuer Markt: Qiagen gegen den Trend

Am Neuen Markt zogen die Kurse nach den positiven Konjunkturdaten aus den USA an. Die Aktien von Qiagen   bauten ihr Plus auf 4,3 Prozent oder 17,59 Euro aus. Händler machten die Verluste im späten Handel des Vortages für das Kursplus verantwortlich.

Lion Bioscience   -Papiere hingegen konnten zwar ihre Verluste reduzieren, standen aber noch mit 7,8 Prozent auf knapp 13 Euro im Minus. "Da stehen so wenig Aufträge in den Büchern, dass auch kleine Verkaufaufträge dramatisch aussehen", sagte ein Händler. In einem besseren Umfeld könnten die Aktien weiter aufholen.

Intershop   , die am Vortag um mehr als 30 Prozent zugelegt hatten notierten am Nachmittag 8,8 Prozent leichter auf 1,45 Euro. Vorstandschef Schambach hatte am Vortag angekündigt, mehr als acht Millionen Inhaber-Stammaktien des eigenen Unternehmens zu kaufen.

Die Anteilsscheine von Teleplan   reagierten mit einem Abschlag von zuletzt 2,3 Prozent auf 16,70 Euro auf die am Vorabend veröffentlichten Geschäftszahlen des Jahres 2001. "In den Teleplan-Zahlen ist das vierte Quartal von zwei im Dezember gekauften Unternehmen enthalten", sagte Stefan Kick, Analyst der BHF-Bank. Wenn man diese herausrechne, dann habe der Reparaturdienstleister die BHF-Prognosen für 2001 verfehlt.

Euro legt zu

Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs bei 0,8682 (Montag: 0,8649) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 1,1518 (1,1562) Euro. Zuletzt wurde der Euro mit 0,8675 Dollar gehandelt.