Börse am Nachmittag Klettertour geht weiter
Frankfurt am Main - Der Dow Jones setzte mit einem Plus von 0,4 Prozent (46 Punkte) seine Klettertour auf 11.262 Zähler fort. Der Technologieindex Nasdaq Composite notierte 1,4 Prozent fester. Der Dax notierte am Nachmittag 0,7 Prozent im Plus bei 6190 Punkten. Der Neue-Markt-Index Nemax All Share gewann 2,4 Prozent auf 1866 Zähler.
Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA sind um 8000 auf saisonbereinigte 380.000 gefallen. Die Wall Street wurde von diesen Zahlen überrascht: Analysten waren von einem Anstieg auf 394.000 ausgegangen. Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession sinkt damit ebenso wie die Hoffnung auf weitere Zinssenkungen durch die Fed.
Weiterhin haben zwei Hightech-Schwergewichte die Erwartungen positiv übertroffen: Hewlett Packard meldete zwar einen Gewinneinbruch auf 334 Millionen Dollar, jedoch hatten Analysten bei einem der größten Hightech-Sorgenkinder einen noch stärkeren Rückgang befürchtet. Die Aktie legte zu Handelsbeginn zu. Der Netzwerkausrüster Ciena meldete einen Quartalsgewinn von 20 Cent pro Aktie Experten hatten 16 Cent erwartet.
Der preisaggressive Computerhersteller Dell kündigte vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen heute abend bereits an, die drastisch gesenkten Erwartungen zu erfüllen. Der Umsatz soll nach Analystenschätzungen in den ersten drei Monaten 8,04 Milliarden Dollar betragen. Die Großbank Citigroup kündigte zudem an, sie wolle für rund zwölf Milliarden Dollar die mexikanische Bank Banacci übernehmen.
SAP (plus vier Prozent auf 172,60 Euro) und T-Aktie (plus 1,8 Prozent auf 26,40 Euro) verteidigten ihre Gewinne. Die Deutsche Telekom hat gemeinsam mit der France Telecom ein Verkaufsangebot für ihre Sprint-Fon-Aktien abgegeben. Der Aktienanteil der Telekom ist rund zwei Milliarden Dollar wert. Gerüchte über eine Gewinnwarnung von Oracle, die gestern noch SAP belastet hatten, haben sich nicht bestätigt.
Lufthansa verzeichneten am Nachmittag ein Plus von drei Prozent auf 22,68 Euro. Hoffnungen auf ein Ende der Streiks ließen den Kurs klettern. Gegen den Markttrend rutschten die Aktie von Bayer 0,4 Prozent ins Minus und notierten bei 47,45 Euro. Verzögerungen bei den Zulieferungen könnten das Quartals-Ergebnis um 200 bis 300 Millionen Euro drücken, teilte der Chemiekonzern mit.
Am Dax-Ende fanden sich neben MAN (minus drei Prozent) die defensiven Versorgerwerte wieder: e.on und RWE mussten Verluste zwischen 1,5 und 2,5 Prozent hinnehmen. Bei e.on stehen in Kürze Quartalszahlen an, die Schätzungen der Analysten gehen auseinander. Der Energiekonzern RWE will seinen Anteil an der Heidelberger Druckmaschinen AG auf knapp über 50 Prozent senken.
Die Aktionäre der Deutschen Bank haben sich während der heutigen Hauptversammlung die Konzernstrategie vorstellen lassen. Vorstandschef Rolf Breuer setzt auf "aggressive Expansion". Die Aktie stieg zuletzt um zwei Prozent auf 93,20 Euro. Die Befürchtung, Breuer wolle seine Expansionspläne auch durch den Kauf von DaimlerChrysler-Aktienpaketen finanzieren, teilen Anleger offenbar nicht: DaimlerChrysler verteidigte am Nachmittag ein Kursplus von 0,6 Prozent auf 56,85 Euro.
Neuer Markt: Biotechnologie fest
Zu den Gewinnern im Nemax 50 zählten Lion Bioscience und Medigene, die zehn bzw. fünf Prozent zulegten. Auch Evotec erholte sich nach den Quartalszahlen gestern von seinen Verlusten und notierte mit einem Zuwachs von rund vier Prozent wieder nahe 20 Euro. Morphosys notierte 4,2 Prozent im Plus bei 74 Euro.
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Das Nemax-50-Schwergewicht Medion legte 4,7 Prozent auf 106 Euro zu. Auch Intershop zog um knapp fünf Prozent an, nach dem atemberaubenden Abstieg bleibt es aber bei vergleichsweise kümmerlichen 5,10 Euro.
Zu den wenigen Verlierern im Nemax 50 zählten Mobilcom und Brokat, die am Nachmittag leicht nachgaben. D+S Online stiegen zuletzt um 15 Prozent. Das Unternehmen will eigene Aktien zurückkaufen und als Akquisitionswährung einsetzen.
Ein weiterer Verlierer: Die Aktie von Gedys Internet. Der Wert steht auf einer neuen Liste der "Money-Burner" von Pegasus Research, die im Auftrag von Capital erstellt wurde. Gegen 16 Uhr notierte die Aktie mit einem Minus von etwa 10 Prozent bei 2 Euro.
Euro gibt leicht nach
Der Eurokurs hat am Nachmittag leicht nachgegeben. Die EZB stellte den Referenzkurs am Mittag bei 0,8815 Dollar fest, 0,0019 Dollar weniger als am Vortag. Am Devisenmarkt kostete der Euro am Nachmittag 0,880 Dollar. Die Meldung, dass Russland erwäge, im EU-Handel Euro statt US-Dollar zu benutzen, sollte sich aber grundsätzlich positiv auf den Euro auswirken, meinten Händler.