Börse am Nachmittag Lufthansa auf Höhenflug
Frankfurt am Main - Der Dax notierte zuletzt 0,8 Prozent im Plus bei 6194 Punkten. Der positive Nasdaq Future (plus 1,7 Prozent) treibt die Hightechwerte im Dax und die Werte am Neuen Markt. Der Neue-Markt-Index Nemax All Share notierte 2,1 Prozent fester bei 1862 Zählern, während der Nemax 50 3,1 Prozent zulegte.
SAP (plus 4 Prozent auf 172,70 Euro) und T-Aktie (plus 2,5 Prozent auf 26,58 Euro) hielten am Nachmittag ihre deutlichen Gewinne. Die Deutsche Telekom hat gemeinsam mit der France Telecom ein Verkaufsangebot für ihre Sprint-Fon-Aktien abgegeben. Der Aktienanteil der Telekom ist rund 2 Milliarden Dollar wert. SAP war gestern noch von Gerüchten über eine mögliche Gewinnwarnung des Konkurrenten Oracle belastet worden.
Die Aktie der Lufthansa baute ihre Gewinne auf 3,3 Prozent (22,74 Euro) weiter aus. Hoffnungen auf eine Einigung im Tarifkonflikt und die Quartalszahlen, die nach den Prognosen keine weiteren Überraschungen brachten, ließen den Kurs klettern.
Infineon und Siemens notierten jeweils rund zwei Prozent im Plus. Trotz negativer Kommentare von US-Analysten sind Technologieaktien wieder gesucht.
Bayer und Versorger schwächer
Gegen den Markttrend rutschten die Aktie von Bayer 0,4 Prozent ins Minus und notierten bei 47,45 Euro. Verzögerungen bei den Zulieferungen könnten das Quartals-Ebit um 200 bis 300 Millionen Euro drücken, teilte der Chemiekonzern mit. Der Gewinn 2001 soll aber über dem Vorjahresgewinn bleiben.
- manager-magazin.de:Wachstumswerte - die Tops und Flops der neuen Pegasus-Liste.
- manager-magazin.de:Allianz verzichtet auf Einstieg bei Consors
- manager-magazin.de:Dax 30 - die Werte im Überblick
- manager-magazin.de:Nemax 50 - die Werte im Überblick
Am Dax-Ende fanden sich die defensiven Versorgerwerte wieder: e.on und RWE mussten Verluste zwischen 1,5 und 2 Prozent hinnehmen. Bei e.on stehen in Kürze Quartalszahlen an, die Schätzungen der Analysten gehen auseinander. Der Energiekonzern RWE will seinen Anteil an der Heidelberger Druckmaschinen AG auf knapp über 50 Prozent senken.
Die Autowerte tendierten ebenso wie die Finanzwerte uneinheitlich. DaimlerChrysler baute am Nachmittag sein Kursplus auf 1,6 Prozent aus und stieg über 57 Euro. BMW und Volkswagen tendierten um den Vortagesschluss.
Die Aktionäre der Deutschen Bank haben sich während der heutigen Hauptversammlung die Konzernstrategie vorstellen lassen. Vorstandschef Rolf Breuer setzt auf "aggressive Expansion": Das Bankhaus will sich von seinen Aktionären die Möglichkeit eröffnen lassen, künftige Übernahmen mit eigenen Aktien zu bezahlen. Die Aktie stieg zuletzt um 2,3 Prozent auf 93,50 Euro.
Neuer Markt: Biotechnologie fest
Zu den Gewinnern im Nemax 50 zählten Lion Bioscience und Medigene, die elf bzw. sechs Prozent zulegten. Auch Evotec erholte sich nach den Quartalszahlen gestern von seinen Verlusten und notierte mit einem Zuwachs von rund vier Prozent wieder nahe 20 Euro. Morphosys notierte 4,2 Prozent im Plus bei 74 Euro.
Direktbanken: Kursplus trotz Gewinneinbruch
Die Direkt Anlage Bank hat im zweiten Quartal einen Verlust von 24 Millionen Euro verbucht. Analysten hatten mit noch höheren Verlusten gerechnet. Die Aktie legte knapp sechs Prozent auf 21,40 Euro zu. Die DAB will Kosten sparen und frei werdende Stellen nicht wieder besetzen. Von der Erholung profitierte auch Comdirect mit einem Plus von 8,3 Prozent auf 14,20 Euro.
Zu den wenigen Verlierern im Nemax 50 zählten Mobilcom und T-Online, die vor Handelseröffnung in den USA leicht nachgaben. Im marktbreiteren Nemax All Share verloren Computec Media 1,5 Prozent auf 7,45 Euro. Das Unternehmen hatte für das zweite Quartal einen operativen Verlust von 7,6 Millionen Mark ausgewiesen. D+S Online stiegen zuletzt um 15 Prozent. Das Unternehmen will eigene Aktien zurückkaufen und als Akquisitionswährung einsetzen.
Ein weiterer Verlierer: Die Aktie von Gedys Internet. Der Wert steht auf einer neuen Liste der "Money-Burner" von Pegasus Research, die im Auftrag von Capital erstellt wurde. Gegen 16 Uhr notierte die Aktie mit einem Minus von etwa 10 Prozent bei 2 Euro.
Der Euro zeigte sich am Donnerstag stabil. Die Gemeinschaftswährung tendierte am Mittag mit 0,881 Dollar auf Vortagesniveau.