Börse am Nachmittag Lufthansa fällt zurück
Frankfurt am Main - Die deutschen Aktienmärkte haben ihre Verluste gegen Mittag ausgebaut. Der Dax fiel zuletzt um knapp Prozent auf 4997 Zähler. Der Nemax 50 stand mit 2,2 Prozent oder 1195 Zähler im roten Bereich. Händler machten für die schwache Tendenz auch die nach US-Börsenschluss veröffentlichten schlechten Zahlen von Motorola und Micron Technology verantwortlich. Die vorbörslichen Barometer in den USA standen im roten Bereich. Am frühen Nachmittag werden Konjunkturdaten erwartet, unter anderem Zahlen zur Handelsbilanz für den Monat Oktober und die Frühindikatoren für den November.
Die Münchener Rück und die HypoVereinsbank -Gruppe bauen ihre Zusammenarbeit in maßgeblichen Geschäftsfeldern aus und erwarten sich davon Synergien in Millionenhöhe. "Schwerpunkt ist eine Vernetzung der Vertriebs- und Produktaktivitäten der Münchener-Rück-Tochter Ergo, Nummer zwei auf dem deutschen Erstversicherungsmarkt, und der HypoVereinsbank, dem zweitgrößten deutschen Kreditinstitut", teilten die beiden Unternehmen mit.
Beide Gruppen rechnen im Jahr 2004 mit Synergien von insgesamt 235 Millionen Euro. Im Jahr 2006 sollen es 315 Millionen Euro sein. Die Aktie der Münchener Rück zog zuletzt um 1,42 Prozent auf 292 Euro an. HypoVereinsbank notierten 0,30 Prozent fester auf 33,32 Euro, standen damit aber noch in der Dax-Spitze.
Technologiewerte notierten mehrheitlich schwächer. Infineon gaben 1,70 Prozent auf 23,78 Euro nach. Epcos fielen um 2,86 Prozent auf 56 Euro. SAP rutschten rund drei Prozent auf 145,30 Euro ab. Schlusslicht im Dax waren am Mittag Lufthansa .
Der Softwarekonzern SAP plant offenbar die Ausgabe einer Wandelanleihe von bis zu einer Milliarde Euro. Aktuell stehe die Emission jedoch noch nicht an, berichtete die "FTD" unter Berufung auf SAP-Sprecher Herbert Heitmann. Man habe das Szenario aber bereits in einer "durchgespielt". Jedoch müsse der Zeitpunkt und der Finanzbedarf gegeben sein, hieß es. "Der Hauptgrund für den Druck auf SAP sind die Hiobsbotschaften von Micron Technology und Motorola in der vergangenen Nacht", sagte ein Händler einer großen europäischen Bank.
Nach einer erneuten Wertberichtigung des Immobilienbesitzes geriet die Aktie der Deutsche Telekom unter Druck. Das Papier verlor zuletzt 1,20 Prozent auf 19,16 Euro. Der Telekomriese wird für das laufende Jahr weitere 900 Millionen Mark abschreiben. Bereits zum Jahresanfang hatte der Konzern den Immobilienwert um vier Milliarden Mark nach unten korrigiert. Die Aktie gab 0,72 Prozent auf 19,25 Euro nach.
Die finanziell angeschlagene Kinowelt hat beim Amtsgericht München ein Insolvenzverfahren beantragt. In einer Börsenpflichtmitteilung nannte das Unternehmen am Mittwoch die bisher ergebnislos verlaufenen Kreditgespräche mit der niederländischen Großbank ABN Amro als Grund. Die Aktie ist im marktbreiteren Nemax All Share notiert und stürzte zuletzt um 24 Prozent auf 0,29 Euro ab.