Börse am Nachmittag Lufthansa hebt ab
Frankfurt am Main - Der Dax hat nach Eröffnung der Wall Street einen Teil seiner Gewinne wieder abgeben müssen, notierte um 16.30 Uhr mit einem Plus von 1,2 Prozent bei 4763 Punkten aber noch freundlich. Auch der Neue Markt hielt sich weiter im grünen Bereich. Der Nemax 50 stand bei 1092 Zählern, ein Plus von 0,4 Prozent.
In den USA präsentierten sich die Börsen hingegen unentschlossen. Der Dow Jones verharrte im frühen Handel im Minus und gab innerhalb der ersten Handelsstunde rund 0,2 Prozent auf 9569 Punkte ab. Die Nasdaq pendelte um die Vortagesschlusslinie bei 1836 Zählern.
Die Euphorie der Zinssenkung vom Vortag ist am Markt bereits wieder verpufft. Händler in Frankfurt warten stattdessen auf eine Reaktion der EZB, die am Donnerstag tagt. Anders als die US-Notenbank haben sich die Währungshüter aus Frankfurt bislang zurückgehalten. Marktteilnehmer gehen deshalb von einer moderaten Senkung aus.
Lufthansa im Steilfug
Die Aktionäre der Lufthansa scheinen von dem Sabena-Debakel zu profitieren. Mit einem Kursaufschwung von über 6,4 Prozent auf 12,45 Euro war die Aktie der Kranichlinie der größte Gewinner im Dax. Branchenexperten gehen davon aus, dass die Lufthansa und ihre Rivalen Air France und British Airways gestärkt aus der Krise hervorgehen könnten.
Die Aktie von Adidas baute ihre Gewinne auf 5,3 Prozent aus und nahm die 70-Euro-Marke ins Visier. Der Sportartikelhersteller hatte bereits gestern an der Börse um mehr als sechs Prozent zugelegt. Das US-Investmenthaus Lehman Brothers hat sein Kursziel von 67 auf 77 Euro angehoben, nachdem das Unternehmen am Dienstag gute Quartalszahlen und eine Gewinnsteigerung von neun Prozent gemeldet hatte. Besonders die Nachricht, dass sich eine Erholung auf dem US-Markt abzeichne, sorgte für Zuversicht.
Nach Bekanntgabe des Quartalsberichts zog die BMW-Aktie um 3,9 Prozent 36,19 Euro an. Der Konzern hat wegen steigender Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen für neue Modelle sowie dem Wechsel bei der 7er-Reihe einen Ertragrückgang verzeichnet, aber erneut die Absatzprognose bekräftigt.
ThyssenKrupp profitierte von einer positiven Studie des US-Investmenthauses Goldman Sachs. Nach der "Outperformer"-Bestätigung stieg die Aktie um 5,6 Prozent auf 13,04 Euro.
Die Technologiewerte wurden leicht belastet von den schwachen Zahlen, die der US-Mobilfunkanbieter Qualcomm am Dienstagabend bekannt gab. Die Deutsche Telekom (plus 2,8 Prozent auf 17,50 Euro) und SAP (plus 1,7 Prozent auf 128,80 Euro) stiegen dennoch deutlich. Die Siemens-Familie präsentierte sich uneinheitlich. Während die Aktien von Epcos um 0,9 Prozent auf 53,95 Euro nachgaben, stiegen Infineon-Titel um 0,7 Prozent auf 19,47 Euro und Siemens-Papiere um 0,5 Prozent auf 56,54 Euro.
Neuer Markt: Analysten streiten über T-Online
Die Aktie des Internetdiensts T-Online geriet unter Druck und verlor 2,9 Prozent auf 9,85 Euro. Die CSFB hat die Umsatzprognose der Telekom-Tochter um drei Prozent für das vierte Quartal gekürzt und die Aktie auf "Verkauf" heruntergestuft. Das Kursziel liege bei vier Euro. Dagegen hat die Deutsche Bank die Aktie des Internet-Dienstleisters T-Online mit "Kauf" bestätigt und ein Kursziel von zehn Euro ausgegeben.
Lion Bioscience profitierte von den beiden Kooperationen, die das Unternehmen am Dienstag und Mittwoch bekannt gegeben habe, sagte ein Analyst. Die Zusammenarbeit mit Paradigm Genetics belege, dass das Heidelberger Unternehmen auf dem US-Markt präsent sei. Am Donnerstag wird Lion seine Bilanz für das erste Halbjahr vorlegen.
Viva schluckt Brainpool
Der Musiksender Viva Media will den Kölner TV-Produzenten Brainpool TV übernehmen. Die Brainpool-Mehrheitsaktionäre hätten sich verpflichtet, ihre Beteiligung von 64,5 Prozent im Verhältnis 2,14 : 1 in Viva-Aktien umzutauschen. Viva gab am Mittwoch zweistellig nach, während Brainpool minimal zulegte.
Heute berät der Arbeitskreis der Deutsche Börse AG über die Neuordnung in den Indizes. Es ist nicht mit Änderungen im Dax, wohl aber im MDax und Nemax 50 zu rechnen. Akut abstiegsgefährdet aus dem Nemax 50 sind wegen zu geringem Börsenumsatz und zu geringer Marktkapitalisierung die Unternehmen PrimaCom , Trintech , Ixos und Constantin Film . Als Aufstiegskandidaten in den Auswahlindex des Neuen Marktes gelten Funkwerk, Rhein Biotech, Plambeck und Eurofins Scientific.
Kurs des Euro gestiegen
Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs bei 0,9014 (Dienstag: 0,8961) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 2,1698 Mark. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6155 Pfund, 108,98 Yen und 1,4704 Schweizer Franken fest.