Börse am Nachmittag Metro verliert kräftig
Frankfurt am Main - Der Deutsche Aktienindex (Dax) hat sich zu Wochenschluss bei dünnen Umsätzen behauptet präsentiert. Die Wachstumswerte am Neuen Markt rutschten leicht ab. Bis 14.20 Uhr stand der Dax nahezu unverändert mit 0,1 Prozent auf 6172 Zähler im grünen Bereich. Die Wachstumswerte im Nemax-50 waren wieder mit 0,4 Prozent bei 1819 Punkten ins Minus gerutscht.
Der Markt befinde sich bereits in Wochenendstimmung, sagte ein Händler. Es würden nur noch die US-Konjunkturdaten am Nachmittag abgewartet. Vor US-Börseneröffnung stehen die Daten zu den US-Einzelhandelsumsätzen und den Erzeugerpreisen jeweils für April zur Veröffentlichung an. Analysten gehen sowohl bei den Einzelhandelsumsätzen als auch bei den Erzeugerpreisen von Anstiegen nach Rückgängen im März aus. Gegen 16.00 Uhr wird noch der vorläufige Index des Verbrauchervertrauens der Universität Michigan für Mai erwartet.
Die größten Gewinner im Dax waren fortgesetzt die Papiere des Maschinenbauers Linde mit einem Kursplus von 2,3 Prozent auf 51,20, gefolgt von Volkswagen (plus 1,93 Prozent auf knapp 58 Euro) und Münchener Rück, die ein Plus von 1,41 Prozent auf knapp 316 Euro verzeichneten.
Die Dresdner Bank hat im ersten Quartal 2001 weniger verdient als von Analysten erwartet. Die Bank führte dies auf die Schwäche der internationalen Kapitalmärkte zurück. Die Aktien gaben um 0,7 Prozent auf 50,90 Euro nach. Die Papiere der Allianz, die Ende März angekündigt hatte, die Dresdner Bank übernehmen zu wollen und so den viertgrößten Finanzkonzern der Welt zu schaffen, fielen um etwas mehr als ein Prozent auf 314,20 Euro. Am Markt kämen Stimmen auf, die Allianz würde sich mit der Übernahme der Dresdner übernehmen, hieß es bei Händlern.
Für die Deutsche Post ist der heutige Freitag ein wichtiger Tag: Auf der Tagesordnung des Bundesrats in Berlin steht unter anderen auch die geplante Verlängerung des Briefmonopols. Mehrere Bundesländer haben aber bereits ihren Widerstand angekündigt. Rheinland-Pfalz und Hessen drohten der Bundesregierung mit einer Klage, wenn das Post-Monopol verlängert werde. Die Aktie verlor zeitweilig, setzte ihren Aufwärtstrend vom Vortag aber mit Kursaufschlägen von 0,65 Prozent auf 18,48 Euro allerdings fort..
Die Technologiewerte im Dax notierten uneinheitlich. Epcos legten 1,50 Prozent auf 74,25 Euro zu und konnte sich damit weiter von den anderen Dax-Technologiewerten absetzen, die um ihr Vortagesniveau pendelten.
Zu den größten Verlierern am Markt gehörten die Anteilsscheine der Metro AG, die um 2,7 Prozent auf 47,05 Euro fielen. Zwei Investmentbanken hatten die Bewertung der Aktien zurückgestuft.
Verwirrung um CE Consumer-Zahlen
Schwächster Wert im Nemax-50 waren die Papiere von CE Consumer. Der Chip-Broker hat trotz eines schwächelnden Halbleitermarkts gute Geschäftszahlen für das 1. Quartal vorgelegt. Die Aktie legte am Morgen zunächst kräftig zu, gab dann allerdings stärker nach. Zuletzt verlor der Wert 11,42 Prozent auf 11,25 Euro.
"Selbst Schuld, wenn die sich jetzt so äußern", kommentierte ein Händler den Kurssturz. Zwischen den Zeilen sei in der Ad-Hoc-Mitteilung eine versteckte Gewinnwarnung zu lesen gewesen. Ce Consumer habe seine Gewinn-Prognose für das Jahr 2000 gesenkt. Die Analysten hätten jedoch zunächst auf den Umsatz geschaut und dies erst später bemerkt. Andere Händler hatten die Kursverluste zuvor mit Gewinnmitnahmen begründet.
In der Pflichtmitteilung hatte das Unternehmen sein Umsatzziel von 700 Millionen Mark für 2001 bekräftigt, allerdings von einer Gewinnmarge von 1,8 Prozent gesprochen. Um das Ziel von 30 Millionen Mark beim Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) zu erreichen, ist allerdings eine Marge von vier Prozent notwendig.
Die Papiere von Constantin Film standen auch am Freitag unter Verkaufsdruck. Das Unternehmen hatte am Vortag die Planzahlen für das laufende Jahr nach unten korrigiert. Die Aktie war mit einem Verlust von mehr als 20 Prozent aus dem Handel gegangen. Am frühen Nachmittag rutschte der Wert weiter ab und stand zuletzt mit rund vier Prozent auf 14,70 Euro im roten Bereich.
Der Hersteller von Produktionsmaschinen für optische Speichermedien, Steag Hamatech, meldete schwache Zahlen für das erste Quartal. Der Umsatz sei auf 26 Millionen Euro nach 83,7 Millionen Euro im Vorjahresquartal gesunken Beim Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) rutschte Steag nach einem Gewinn von 19 Millionen Euro mit 5,2 Millionen Euro in die Verlustzone. Der Ausblick allerdings ist optimistisch. Für das Gesamtjahr hat das Nemax-50-Unternehmen schwarze Zahlen angekündigt und das war den Investoren offenbar wichtiger. Die Aktie verbuchte zuletzt noch ein Kursplus von 1,72 Prozent auf 15,36 Euro.
Zu den Gewinnern des Nemax-50 gehörten ebenso die Titel von Comdirect, die sich um 2,19 Prozent auf 14 Euro verteuerten. Die Aktie hatte gestern nach schwachen Quartalszahlen im Minus geschlossen. Auf der Gewinnerseite standen auch die Titel des Konkurrenten Direkt Anlage Bank, die um 1,42 Prozent auf 22,81 Euro zulegten. Die Papiere von Consors mussten hingegen 4,6 Prozent auf 28,65 Euro abgeben.