Börse am Nachmittag Nemax deutlich im Plus
Frankfurt am Main ? Die deutschen Standardwerte zeigten sich bis Mittag weiter träge. Zuletzt notierte der Dax wieder leicht im Minus bei 4500 Punkten. Ganz anders das Bild am Neuen Markt. Die Wachstumswerte im Nemax 50 liegen mit 2,6 Prozent bei 1023 Zähler im Plus.
BASF -Papiere zeigten sich ein wenig erholt und standen mit 3,31 Prozent auf 36,75 Euro im Minus. Der Vorstandsvorsitzende Jürgen Strube hatte in einem Interview erklärt, der Konzern werde wegen der weltweiten Konjunkturschwäche die angekündigte Steigerung des Ergebnisses nicht erreichen. In den Sog der BASF-Gewinnwarnung gerieten Bayer , die rund mehr als zwei Prozent nachgaben.
Die Angst vor einer möglicherweise noch in dieser Woche anstehenden Gewinnwarnung drückte nach Angaben von Händlern auch die Papiere der Deutsche Bank , die 1,9 Prozent auf 58,21 Euro nachgaben. Auch ein Bericht des Hamburger Nachrichtenmagazins "Der Spiegel", wonach die zwei US-Töchter der Bank in diesem Jahr massive Verluste von bis zu 600 Millionen Markt erwartet würden, sorgte für schlechte Stimmung auf dem Parkett.
Die Papiere des Finanzdienstleisters MLP (plus zwei Prozent auf 70,45 Euro) dagegen gehörten zu den Gewinnern im Dax und setzten damit ihren positiven Vortagestrend fort. Auch HypoVereinsbank -Titel konnten sich an die Spitze des Dax vorarbeiten. Commerzbank -Aktien verloren dagegen rund 1,5 Prozent.
Unter den Technologiewerten hatten Infineon mit einem Plus von 2,5 Prozent die Nase vorn und führten den Dax an. Das Papier hatte noch am Freitag mehr als drei Prozent abgegeben. SAP kletterten noch um 0,7 Prozent auf 112 Euro.
SAP-Chef Hasso Plattner hatte im Gespräch mit dem "Tagesspiegel" (Montagausgabe) angesichts der schlechten wirtschaftlichen Entwicklung Entlassungen beim größten deutschen Softwarekonzern nicht mehr ausgeschlossen. In der vergangenen Woche hatte SAP parallel zur Vorlage enttäuschender Quartalszahlen seine Umsatz- und Gewinnprognosen für das Geschäftsjahr 2001 nach unter revidiert.
Autowerte notieren uneinheitlich
Volkswagen gewannen rund ein halbes Prozent hinzu. Vorstandschef Piech zeigt sich trotz der Anschläge vom 11. September optimistisch für das Gesamtjahr. "Bisher liegen wir konzernweit im Verkauf rund 2,1 Prozent über dem Vorjahr", sagte er der Tageszeitung "Die Welt". Im September hatte VW bei der Vorlage der Konzernzahlen allerdings für die ersten acht Monate 2001 noch einen Zuwachs von 2,7 Prozent auf 3,48 Millionen verkaufte Fahrzeuge ausgewiesen. Demnach habe VW in den vergangenen Wochen offenbar Absatzeinbußen hinnehmen müssen, merkte die Nachrichtenagentur Reuters kritisch an.
Schwächer notierten die Aktien von DaimlerChrysler (minus 1,6 Prozent auf 37,16 Euro). Der Konzern legt am Dienstag seine Quartalszahlen vor. BMW drehten zuletzt mit einem Prozent ins Plus.
Lufthansa schließt einen Erlöseinbruch im vierten Quartal in der Größenordnung von bis zu 500 Millionen Euro nicht aus. Nicht kommentieren wollte die Lufthansa einen Bericht der "Frankfurter Allgemeine Zeitung", wonach das geplante Kostensenkungsprogramm einen Umfang von 300 Millionen Mark haben soll. Die Aktie notierte rund 2,4 Prozent schwächer auf 11,61 Euro.
Zu den Kursanstiegen am Neuen Markt erklärte ein Händler aus Düsseldorf. "Bei diesen Kursen bin ich schon wieder vorsichtig, zumal der Markt noch nicht auf die negativen NASDAQ-Futures reagiert hat". Der Umsatz sei weiterhin niedrig und der Neue Markt habe kaum Eigenleben. Der Indexanstieg liege an wenigen Schwergewichten. "Bei diesen ist aber das Aufwärtspotenzial begrenzt."
Die Gewinnwarnung des Chipkartenbrokers ACG kam für einige Börsianer nicht überraschend: "Von seinen Prognosen hat das Unternehmen schon einige zurückgenommen", sagte ein Händler. Nach einem schwachen Start drehte die Aktie ins Plus und kletterte zuletzt sogar um mehr als vier Prozent auf rund vier Euro. "Der Aktienkurs ist schon so weit unten, dass ACG eigentlich nur noch einen Optionsschein darstellt", begründete ein anderer Händler den Kursgewinn. Professionelle Anleger würden aber schon seit langem "die Finger von der Aktie lassen", hieß es.
Der Komponentenhersteller Balda hat seine Umsatzerlöse im dritten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 5,4 Prozent auf 40,8 Millionen Euro gesteigert. Wie das Unternehmen am Montag bekannt gab, konnte auch das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 3,2 Millionen Euro im zweiten Quartal auf 3,7 Millionen Euro im dritten Quartal verbessert werden. Das Papier legte zuletzt knapp neun Prozent auf 8,15 Euro zu.
Die Papiere des Biotechnologieunternehmens November stiegen um 18 Prozent auf 7,32 Euro. Das Erlanger Unternehmen kann laut Presseberichten seine Technologie jetzt auch zur Bekämpfung von Markenpiraterie einsetzen. "Wir haben die Technologie in der vergangenen Woche auf einer Messe in Amsterdam vorgestellt und eine gute Resonanz gehabt", sagte Vorstandsvorsitzender Wolf M. Bertling gegenüber dpa-AFX. Aktienhändler sprachen davon, dass die Gewinne im Tagesverlauf wieder mitgenommen werden könnten.
Die Aktien des Softwareanbieters WapMe Systems verloren unter hohen Umsätzen rund 60 Prozent ihres Wertes und notierten auf 4,45 Euro. Mitte September hatten die Werte auf einem Jahrestief bei 3,00 Euro notiert und waren durch Übernahmegerüchte bis auf 22,49 Euro getrieben worden. "Wer bei solchen Werten, dann doch Geld verliert, den kann ich nicht bemitleiden", sagte ein Händler.