Börse am Nachmittag Rallye bei DaimlerChrysler
New York / Frankfurt am Main - Der Dow Jones kletterte zum Auftakt um 0,7 Prozent auf 10041 Punkte, während der Nasdaq Composite um 1,1 Prozent auf 1743 Punkte zulegte. Die Unsicherheit über die Unternehmensbilanzen hält an, doch wagen einige Investoren angesichts freundlicher Konjunkturdaten, die sich auch in den Zahlen zyklischer Titel wie GM niederschlagen, wieder den Einstieg.
Der weltgrößte Fahrzeughersteller General Motors legte zum Auftakt zu. Das Unternehmen hat seine Prognose für den Gewinn je Aktie im laufenden Geschäftsjahr von 3,00 auf 3,50 Dollar erhöht. Von den positiven Nachrichten von GM profitierten auch die Autowerte im Dax, allen voran DaimlerChrysler .
Vor allem die konjunktursensiblen Technologiewerte waren zum Auftakt gefragt: Der weltgrößte US-Computerchiphersteller Intel will eine neue Version des "Xeon"-Chips vorstellen. Der Computer-Chip habe eine Frequenz von 2,2 Gigahertz, berichtete das "Wall Street Journal". Auch der Mobilfunkspezialist Qualcomm startete fest, nachdem das Unternehmen seine Ergebnisplanungen für das zweite Quartal bestätigt hat.
Nasdaq schwer gebeutelt
Trotz der freundlichen Eröffnung und der minimalen Erholung am Freitag hat die Nasdaq allein in der vergangenen Woche 4,5 Prozent nachgegeben. Seit Jahresbeginn addieren sich die Verluste der weltgrößten Technologiebörse auf knapp 16 Prozent. "Die Nasdaq zeigt derzeit ein deutliches Muster: Ein paar Tage geht es mit den Aktienpreisen runter und dann meint ein Investmenthaus, die Aktien seien wieder billig", sagte ein Händler in Frankfurt.
Eine Rede von Alan Greenspan wird in dieser Woche den weiteren Kursverlauf bestimmen: Am Mittwoch wird sich US-Notenbankpräsident zur Konjunkturlage in den USA äußern. Volkswirte rechnen damit, dass der Notenbankchef angesichts der langsam anziehenden Konjunktur eine Bereitschaft für eine Erhöhung der Zinsen signalisiert.
Bilanzsorgen bei J.P. Morgan
Nach den deutlichen Kursverlusten vom Freitag stehen die Papiere des Finanzhauses J.P. Morgan Chase weiterhin im Blickpunkt. Die Bilanzierungspraktiken des Konzerns werden laut einem Bericht des "Wall Street Journal" im Zusammenhang mit der Enron-Insolvenz von der Federal Reserve Bank von New York untersucht.
Dax baut Gewinne aus
Der Dax baute bei dünnen Umsätzen mit Hilfe fester Auto- und Technologiewerte sein Plus auf 1,2 Prozent auf 4803 Punkte aus. Am Neuen Markt baute der Nemax 50 dank der guten Vorgabe der Nasdaq seine Gewinne auf 2,5 Prozent aus und notierte bei 987 Punkten.
DaimlerChrysler sehr fest
Der deutsch-amerikanische Autobauer DaimlerChrysler baute nach den guten Nachrichten von General Motors sein Plus auf zuletzt 3,8 Prozent aus und notierte mit 44,76 Euro an der Dax-Spitze. Auch Volkswagen und BMW legten jeweils 1,5 Prozent zu.
Technologietitel erholen sich
Nach den massiven Verlusten in der Vorwoche notierten auch die Technologiewerte zum Wochenauftakt wieder im Plus. Die Titel von Infineon verteuerten sich um 2,9 Prozent auf 24,30 Euro. Siemens-Aktien kletterten um 1,8 Prozent, die Aktie des Softwarekonzerns SAP gewann 2,3 Prozent. Lediglich bei der Deutsche Telekom fiel das Plus mit 0,5 Prozent vergleichsweise bescheiden aus.
Rüge aus Brüssel bremst Eon
Mit 0,7 Prozent im Minus auf 55,22 Euro notierten die Papiere des Energieversorgers Eon . EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti hat sich in einem Zeitungs-Interview zum Streit um die Übernahme des Gasversorgers Ruhrgas durch Eon geäußert und gegen eine Ministererlaubnis ausgesprochen. Eine Ministererlaubnis würde die ablehnende Haltung des Kartellamtes aufheben. Ein Aktienhändler in Frankfurt sagte, der Zusammenschluss werde damit unwahrscheinlich.
Allianz: Tränen in Argentinien
Aktien des Allfinanzkonzerns Allianz notierten zuletzt um den Vortagesschluss. Die Allianz-Tochter Dresdner Bank rechnet einem Bericht des "Spiegel" zufolge mit einem Totalverlust ihres Engagements bei der argentinischen Banco General de Negocios. Die in der Presse kursierende Summe von 80 Millionen Euro sei jedoch gering verglichen mit der Größe der Allianz-Gruppe, hieß es von Seiten der Münchener Privatbank Merck Finck & Co.
Schlusslichter im Dax waren bei geringen Umsätzen ThyssenKrupp und Fresenius Medical Care . Fresenius leidet weiterhin unter den drohenden Rechtsstreitigkeiten in den USA, und bei ThyssenKrupp belasteten Gerüchte über Schwierigkeiten beim Transrapidbau in China.
Einen positiven Konjunkturausblick hat zuvor der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Wim Duisenberg, gewagt. "Es gibt immer mehr Anhaltspunkte dafür, dass der weltweite Wirtschaftsabschwung gegen Ende des Vorjahres zu einem Ende gekommen ist", sagte Duisenberg am Montag. Er erwarte in diesem Jahr eine leichte Erholung der Weltwirtschaft. Diese werde sich 2003 beschleunigen.
Neuer Markt: Mobilcom vor dem Comeback
Erholung dank fester Nasdaq
Die Mobilcom-Aktie war mit einem Plus von 15 Prozent auf 14,15 Euro Spitzenreiter im Nemax 50. "Die erste Abwärtsbewegung der Mobilcom-Aktie ist wohl beendet", sagte ein Wertpapierhändler in Frankfurt. Das Papier hatte in der vergangenen Woche rund 30 Prozent an Wert verloren, seit sich der Streit zwischen Mobilcom und France Telecom zugespitzt hat. Zu den größeren Gewinnern im Markt zählte auch T-Online mit einem Plus von vier Prozent.
Die Aktie des Biotech-Unternehmens Morphosys notierten am Nachmittag um den Vortagesschluss, nachdem das Unternehmen eine gegenseitige Lizenzvereinbarung mit dem US-Unternehmen Xoma bekannt gegeben hatte. Den Angaben zufolge dürfen Morphosys und seine Partner gegen eine Lizenzzahlung die Antikörper-Technologie der Amerikaner nutzen.
Comroad und Carrier1 weiter unter Druck
Der Kursverfall des Telematik-Anbieters Comroad hält dagegen an. Auch die Aktie von Carrier1 fiel um zehn Prozent und ist inzwischen für 10 Cent zu haben.
Positive Konjunkturentwicklung - Flut von Bilanzen am Neuen Markt
Umfeld bessert sich
Positive Impulse erhoffen sich die Anleger von der Konjunkturentwicklung. Am Dienstag wird der Ifo-Geschäftsklima-Index für Februar veröffentlicht. Am Mittwoch folgt das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das abgelaufene Quartal. "Positiv überraschen" dürfte nach Einschätzung der DGZ DekaBank die zweite Schätzung des US-BIP, die am Donnerstag erwartet wird.
Etliche Unternehmenszahlen am Neuen Markt
Auch von Unternehmensseite gibt es Impulse für den Aktienmarkt. Am Donnerstag legen die am Neuen Markt notierten Analytik Jena Zahlen zum ersten Quartal sowie International Media und SCM Microsystems ihre Jahresbilanzen vor. Im Wochenverlauf legen auch die stark unter Druck geratenen Windpark-Bauer Umweltkontor und Plambeck ihre Kennzahlen für 2001 vor.
ThyssenKrupp veröffentlicht Bilanz
Unter den Standardwerten meldet sich am Dienstag ThyssenKrupp mit Zahlen zum ersten Quartal zu Wort. ProSiebenSat.1 veröffentlicht am Dienstag vorläufige Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr, die US-Baumarktkette Home Depot für das vierte Quartal 2001.
Am Mittwoch folgt der Schweizer Pharmakonzern Roche mit seiner Jahresbilanz 2001. Geschäftszahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr gibt es am Donnerstag von Babcock Borsig und dem italienischen Autobauer Fiat. Am Freitag stellt die französische Großbank BNP Paribas ihr Jahresergebnis vor. An dem Tag lädt der Berliner Pharmakonzern Schering zur Bilanz-Pressekonferenz.
Euro kaum verändert
Kurs des Euro kaum verändert
Der Euro ist mit einem leichten Kursverlust in die neue Woche gestartet. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete um 15 Uhr 0,871 Dollar. Die Devisenanalysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt rechnen zum Wochenstart mit einer Stabilisierung des Euro-Kurses. Impulse für den Devisenhandel könnten am Mittwoch aus den USA kommen, wenn sich US-Notenbankpräsident Alan Greenspan zur Konjunkturlage in der größten Volkswirtschaft der Welt äußern wird.