Börse am Nachmittag Rückenwind aus New York
New York / Frankfurt am Main - Der Dow Jones (plus 0,5 Prozent) legte ebenso wie der Nasdaq Composite (plus 1,2 Prozent) nach 30 Handelsminuten zu. Zum dreifachen Hexensabbat wird auch in New York ein reger Handelstag mit hohen Umsätzen erwartet. Um 16 Uhr sorgte die Bekanntgabe des Verbrauchervertrauens der Universität Michigan für eine positive Überraschung: Der Index war mit 88,8 höher als erwartet, Volkswirte hatten mit einem Indexstand von 85,7 gerechnet.
Erfreuliche Unternehmensdaten
Allerdings belastet die sich ausweitende Argentinienkrise die Stimmung. Auch die Bekanntgabe des US-BIP dämpfte die Stimmung: Die Wirtschaft der USA ist im dritten Quartal um 1,3 Prozent geschrumpft. Erwarten worden war nur ein Rückgang um 1,1 Prozent.
Dagegen hat der Sportartikelhersteller Nike einen höheren Gewinn ausgewiesen als von Analysten erwartet. Auch der Telekomausrüster Nortel Networks hat mit seiner Ergebnisprognose für das vierte Quartal die Erwartungen der Analysten übertroffen. Die Umstrukturierungsmaßnahmen befänden sich im Zeitplan, teilte das Unternehmen mit.
In der Kartell- und Patentklage des Rüstungskonzerns Northrop Grumman Corporation mit Honeywell ist es zu einer Einigung gekommen. Zudem hat Honeywell nach der geplatzen Übernahme durch General Electric seine Gewinnprognose für das vierte Quartal bekräftigt.
Am Vortag hatte die Wall Street auf ihren Tagestiefs geschlossen. Zu den Gewinnern gehörte bereits gestern die Telefongesellschaft AT&T , nachdem das Unternehmen den Verkauf seiner Breitbandsparte an die drittgrößte amerikanische Kabelfernsehfirma Comcast Corporation bekannt gegeben hatte.
Dax hält sich im Plus
Der Verfalltermin für Indexfutures und Optionen an der Terminbörse Eurex ("Hexensabbat") hat am Freitag Händlern zufolge das Geschehen am deutschen Aktienmarkt maßgeblich bestimmt. Nachdem der Dax zunächst mit Kursverlusten bei den Technologiewerten deutlich unter Druck geraten war, drehte das Börsenbarometer am Nachmittag um mehr als ein Prozent ins Plus auf 4992 Punkte. Die Wachstumswerte im Nemax 50 reduzierten mit Hilfe der Erholung an der Nasdaq ihre Verluste auf 1,5 Prozent und notierten bei 1146 Zählern.
"Der Anstieg im Dax ist nicht fundamental zu begründen, sondern kommt über den Future in den Markt", sagte ein Händler. Marktteilnehmer bewegten den Dax-Future in den Bereich von 5000 Punkten, und der Kassamarkt ziehe mit deutlichen Kurszuwächsen bei den Indexschwergewichten hinterher.
Adidas mit Rückenwind
Die guten Zahlen von Nike beflügelten auch den Konkurrenten Adidas-Salomon . Die Aktie notierte zuletzt mit 2,2 Prozent im Plus auf 81,93 Euro. Die größten Gewinne verbuchten die defensiven Werte MAN , Metro und Preussag mit Zuwächsen zwischen drei und fünf Prozent.
Lufthansa-Tochter in Schwierigkeiten
Die Deutsche Lufthansa gerät in der aktuellen Luftfahrtkrise weiter unter Druck. Vor allem der Umsatzeinbruch ihrer Cateringtochter LSG Sky Chefs schlage voll auf das Konzernergebnis durch, berichtet das "Handelsblatt" am Freitag aus unternehmensnahen Kreisen. Nach einem schwachen Start drehte die Aktie der Lufthansa dennoch ins Plus und notierte mit einem Zugewinn von 2,7 Prozent in der Spitzengruppe des Dax.
Technologietitel erholen sich
Der Technologiekonzern Siemens und die Aktien der Deutsche Telekom bauten nach dem freundlichen Start in den USA ihre Gewinne auf jeweils 2,1 Prozent aus. "Vor allem die Indexschwergewichte werden jetzt hochgezogen, damit der Aktienmarkt dem Future in Richtung 5000 Punkte folgen kann", kommentierte ein Händler das wechselhafte Geschehen. Infineon notierten zuletzt 1,5 Prozent stärker auf 22,54 Euro. Lediglich Epcos gab mit einem Minus von knapp drei Prozent deutlich nach und notierte am Dax-Ende.
Neuer Markt baut Verluste ab
Der Neue Markt konnte sich kurz vor Bekanntgabe des Verbrauchervertrauens leicht erholen. Bei geringen Umsätzen und richtungslosem Geschäft verbuchten ComROAD , Lion Bioscience und Lambda Physik mit Gewinnen zwischen drei und fünf Prozent. Stark unter Druck geriet dagegen der Rechtehändler EM.TV mit einem erneuten Minus von zehn Prozent.
Der Vorstand der am Neuen Markt notierten m+s Elektronik hat Insolvenzantrag beantragt, nachdem die Lieferanten die Belieferung weitgehend eingestellt haben. Zuvor hatten die Kreditversicherer mitgeteilt, nicht wieder in den Versicherungsschutz für die Lieferanten einzutreten. Die Aktie war am Vormittag zeitweilig vom Handel ausgesetzt und stürzte danach weiter ab. Zuletzt betrug das Minus rund 46 Prozent auf 0,37 Euro.
Euro gibt nach
Der Kurs des Euro ist am Freitag gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs bei 0,8943 (Donnerstag: 0,8973) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 2,1870 (2,1797) Mark. Der Euro wurde am Nachmittag bei 0,8893 Dollar gehandelt.