Börse am Nachmittag SAP bleibt stark
Frankfurt am Main Derzeit bewegt sich wenig an den deutschen Aktienmärkten. Der Dax entwickelt sich heute im Gleichtakt mit dem Nasdaq Future, dem vorbörslichen Barometer der US-Technologiebörse. Zuletzt stand der Dax mit 0,2 Prozent im Plus bei 5924 Punkten. Die Wachstumswerte im Nemax 50 (minus ein Prozent auf 1478 Punkte) verharren dagegen weiter im roten Bereich.
Die Aktie der Commerzbank setzte ihren Erholungskurs vom Freitag fort. Der Titel stand gegen 14.05 Uhr mit 1,76 Prozent bei 28,85 Euro im Plus und gehörte zu den Spitzenwerten im Dax. Das Investmenthaus Goldman Sachs hat die Aktie der Commerzbank mit "Market Outperformer" bestätigt. Demnach gehen die Analysten davon aus, dass sich der Wert um fünf Prozent besser entwickeln wird als der Markt. Gleichzeitig setzten die Experten für 2002 ein Kurzsziel von 30 bis 33 Euro fest. Das Management der Bank habe seinen Weg in die Profitabilität detailliert dargestellt und so für Glaubwürdigkeit gesorgt, begründeten die Analysten heute die gute Performance der Aktie.
Stärkster Wert im Dax waren die Aktien von SAP mit Kursaufschlägen von zuletzt 2,3 Prozent auf 155 Euro. Die Deutsche Börse hat bei ihrer Neugewichtung der Titel im Dax die SAP-Vorzüge durch die Stammaktien ausgetauscht. Händler halten es für möglich, dass die Aktien des Softwareunternehmens nun möglicherweise in den EuroStoxx 50 aufsteigt. Zugleich spekulieren Investoren offenbar auf gute Geschäftszahlen des US-Konkurrenten Oracle, begründeten Händler die Kursaufschläge bei SAP.
Die Aktien der Deutschen Telekom sind zwar ab Montag mit rund zwölf Prozent der schwergewichtigste Titel im Dax vor der Allianz. Das Papier zeigte sich bislang allerdings sehr schwankend. Zuletzt lag die Aktie mit 0,62 Prozent bei 24,15 Euro im Plus. Die Titel der Allianz rutschten dagegen mit 0,37 Prozent auf 336,75 Euro ins Minus.
Unter den Technologiewerten gaben vor allem die Papiere von Siemens ab. Zuletzt waren es noch 1,86 Prozent auf 74,83 Euro. Die Analysten von Goldman Sachs haben ihre Prognose für den Gewinn pro Aktie der Siemens AG im laufenden Geschäftsjahr um fünf Prozent auf 2,62 Euro gesenkt. Die Anlageempfehlung "Market Performer" wurde beibehalten. Die Senkung der Gewinnprognose haben die Experten mit der Abwärtsentwicklung des Telekommarktes vor dem Hintergrund der Gewinnwarnungen von Nortel Networks und Nokia begründet.
Zu den Verlierern zählte neben Energiewerten auch die Aktie des Stahlkonzerns ThyssenKrupp. Das Papier verlor rund 0,80 Prozent auf 15,61 Euro. Zwei Investmenthäuser hätten ihr Kursziel für die Stahlaktie nach unten revidiert, begründete ein Händler die Verluste.
Neuer Auftrag beflügelt Kinowelt-Aktie
Am Neuen Markt mussten die Spitzenwerte Federn lassen. Die Papiere von Kinowelt Medien gehörten aber fortgesetzt zu den Gewinnern im Nemax 50 mit einem Plus von zuletzt noch knapp 2,94 Prozent auf 3,50 Euro. Das Unternehmen hatte am Wochenende den Verkauf eines Filmpakets an das ZDF bekannt gegeben.
Kinowelt will sich künftig auf seine Kernbereiche Lizenzhandel, Kino und DVD konzentrieren, sieht durch die Restrukturierung aber möglicherweise weitere Kosten auf sich zukommen. Er könne weitere Sonderbelastungen nicht ausschließen, sagte Vorstandschef Michael Kölmel am Montag auf der Hauptversammlung in München
Zu den Gewinnern zählten auch die Papiere von T-Online (plus zwei Prozent auf 10 Euro) und die Aktien von Aixtron, die sich zuletzt um 2,75 Prozent auf 40,69 Euro verteuerten. Beide Titel werden ab heute im Nemax 50 schwerer gewichtet.
Die Aktien von MobilCom profitierten von der Meldung, dass der Telefonkonzern eine Zusammenarbeit mit E-Plus beim Ausbau des UMTS-Netzes anstrebt. Die Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation hat Kooperationen in diesem Bereich grundsätzlich genehmigt. Die Unternehmen versprechen sich davon deutlich geringere Kosten. Die Papiere verteuerten sich zuletzt um 4,24 Prozent auf 17,45 Euro und führten damit die Gewinnerliste im Nemax 50 an.
Bei Brokat (minus 7,65 Prozent auf 3,38 Euro) und EM.TV (minus 5,45 Prozent auf 2,95 Euro) nehmen die Anleger hingegen ihre Gewinne mit und drücken die Titel damit an das Ende des Nemax 50. Beide Werte hatten am Freitag zu den größten Gewinnern des Indizes gezählt. Schwächster Wert des Indizes waren die Aktien von Adva mit Abschlägen von rund zwölf Prozent auf 5,90 Euro. Bereits am Freitag hatte der Titel mehr als zwei Prozent verloren.
Die österreichische Gericom AG will im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres voraussichtlich mehr als 100 Millionen Euro umsetzen. Das teilte das im marktbreiteren Nemax-All-Share notierte Unternehmen am Montag in Linz mit. Im zweiten Quartal des Vorjahres hatte der Umsatz lediglich 65,7 Millionen Euro betragen. Gericom hatte damals 30.542 Notebooks verkauft. Im zweiten Quartal 2001 sollen es nun mehr als 56.000 Stück sein. Der Auftragsbestand hat sich im Berichtszeitraum den Angaben zufolge mit 25.000 Notebooks gegenüber 12.000 im entsprechenden Vorjahresquartal mehr als verdoppelt.
Die positiven Nachrichten honorierte die Börse zuletzt mit einem Kursaufschlag von mehr als zehn Prozent auf knapp 34 Euro. Das ist ein Spitzenplatz unter den größten Gewinnern am gesamten Neuen Markt.