Börse am Nachmittag: SAP weit vorne - DER SPIEGEL
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Börse am Nachmittag SAP weit vorne

Gesunde Gewinne bei SAP, Telekom, Siemens und Familie drücken den Dax deutlich nach oben. Der Cisco-Effekt belebt auch den Neuen Markt.
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New York/Frankfurt am Main - Angetrieben von hohen Kursgewinnen für Technologiewerte hat der Aktienmarkt am Mittwoch einen Großteil seiner Verluste aus der ersten Wochenhälfte wettgemacht. In Frankfurt stieg der Dax bis 16 Uhr um zwei Prozent auf 4968 Punkte. Am Neuen Markt erholte sich der Nemax 50 sogar um sechs Prozent und stieg auf 835 Punkte. Vergleichsweise wenig gewann der MDax, der sich mit einem Plus von 0,3 Prozent auf 4467 Zähler gut behaupten konnte.

Auch in den USA präsentierten sich die Börsen freundlich. Der Dow Jones stieg in der ersten halben Handelsstunde um 1,5 Prozent auf 9985 Punkte. Die Nasdaq notierte auf 1634 Zählern, ein Plus von 3,9 Prozent.

Cisco treibt die Techwerte an

Die Börsen reagierten mit ihren Aufschlägen auf die überraschend positiven Bilanzzahlen des weltgrößten Netzwerkspezialisten Cisco Systems. In der Nacht hatte das kalifornische High-Tech-Unternehmen mit einem blendenden Quartalsergebnis die Hoffnungen auf ein Ende der Branchenkrise geschürt. Branchenexperten sagten, mit Zahlen und Ausblick habe der US-Konzern positive Signale gesetzt. Konzernchef John Chambers sprach zwar nicht von einer Trendwende auf dem Markt. Seinen Worten zufolge sind allerdings immerhin in Einzelhandel, Bildungs- und Gesundheitswesen sowie im Filialgeschäft der Banken die Investitionen in Informationstechnologie gestiegen, im Verarbeitenden Gewerbe sei mittlerweile die Talsohle erreicht.

Branchenexperten äußerten sich positiv zu den Unternehmensnachrichten. "Was die Finanzdaten angeht, haben sie ziemlich gut abgeschnitten", sagte UBS-Warburg-Analyst Nikos Theodosopoulos. "Und der Grundton bei der Analysten-Konferenz war besser als im vergangenen Quartal. Es war ein bisschen Licht am Ende des Tunnels."

T-Aktie auf Erholungskurs

Das Indexschwergewicht Deutsche Telekom   profitierte davon besonders. Die T-Aktie legte um 4,3 Prozent zu auf 13,34 Euro. "Die Telekom kann jetzt sehr rasch auf 15 oder 16 Euro steigen", sagte Aktienhändler Helmut Oswald von der Landesbank Baden-Württemberg in Stuttgart. Komplett ignorierte der Markt das formelle Missbrauchsverfahren der EU-Kommission gegen das ehemalige Staatsunternehmen. Der Telekom wird vorgeworfen, ihre Monopolstellung durch unangemessene Preise für den Zugang zu ihren Ortsnetzen zu missbrauchen.

Mit deutlichen Kursaufschlägen präsentierten sich auch die Aktien von Infineon   (plus 5,1 Prozent auf 19,56 Euro), SAP   (plus fünf Prozent auf 133,81 Euro) und Siemens   (plus 4,4 Prozent auf 67,88 Euro), die geschlossen die Gewinnerliste anführten.

Lufthansa und Commerzbank unter Druck

Am anderen Ende des Dax standen die Aktien der Lufthansa   spürbar unter Druck. Sie verloren 4,3 Prozent auf 15,91 Euro, nachdem British Airways am Morgen bekannt gab, dass sie ihre Tochter Deutsche BA an die Billigfluggesellschaft EasyJet verkauft. "EasyJet wird offenbar als starker Wettbewerber eingeschätzt", kommentierte Analyst Jürgen Pieper von der Privatbank Metzler Equity Research die starken Verluste bei der Lufthansa-Aktie. Das Papier hielt am Nachmittag die rote Laterne im Dax.

Auch die Commerzbank-Aktie   gab nach Vorlage von Quartalszahlen gegen den Trend nach und verlor 0,4 Prozent auf 19,35 Euro. Aus Sicht von Analyst Martin Peter von der WestLB seien die angestrebten Kostensenkungen bei der Commerzbank "schon eingepreist" und hemmten damit die Kauflaune. Durch eine "Kosten-Offensive" will die Großbank die Eigenkapitalrendite im weiteren Jahresverlauf verbessern, hieß es am Morgen von der Commerzbank.

Gewinnmitnahmen bei Altana - Medigene mit Kurssprung

Solide Zahlen bei KarstadtQuelle

Die im MDax notierten Aktien von KarstadtQuelle   reagierten mit Aufschlägen von 3,9 Prozent auf 34,30 Euro auf die Gesamtjahresbilanz der Essener. Der Jahresüberschuss sei um 67 Millionen Euro auf 239 Millionen Euro gestiegen, teilte das Unternehmen mit. Entsprechend werde der Hauptversammlung vorgeschlagen, die Dividende um vier Cent auf 71 Cent je Aktie zu erhöhen.

Pharmawert Altana   sank um 2,6 Prozent auf 62,10 Euro und baute die Verluste damit im Tagesverlauf aus. Am Morgen hatten die Bad Homburger ebenfalls das Geschäftsergebnis präsentiert. Die Zahlen fielen über den Erwartungen aus. Händler begründeten den Kursabschlag mit Gewinnmitnahmen. "Und vielleicht haben einzelne Investoren bei der Prognose eine Anhebung erwartet", sagte ein Analyst.

Die Aktie von SGL Carbon hat seine starken Verluste vom Vormittag wieder abgebaut und stieg zuletzt sogar um 1,3 Prozent auf 23,80 Euro. Das Unternehmen hatte für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen Ergebniseinbruch verzeichnet. Das Betriebsergebnis war um 13 Millionen Euro auf eine Million Euro zurückgegangen. Die Aktie werde nun bei vergleichsweise hohem Handelsvolumen abgestoßen, da ein solches Ergebnis nicht erwartet wurde, berichteten Händler in Frankfurt. Ein verhalten positiver Ausblick bleibe am Morgen bei den Anlegern unberücksichtigt, hieß es.

Medigene mit Kurssprung

Am Neuen Markt ist der Aktienkurs des deutsch-amerikanischen Biotechnologie-Unternehmens Medigene   nach dem herben Kursrückgang der vergangenen Wochen zeitweise mehr als zwölf Prozent hochgeschnellt. Händler und Analysten führten das Plus auf die Nachricht zurück, dass Medigene von der amerikanischen Zulassungsbehörde für Arzneimittel FDA den "Orphan Drug Status" für einen Medikamentenkandidaten erhalten habe. Nachdem das Papier im Tagesverlauf auf 10,24 Euro angestiegen war, wurden die Aktien zuletzt noch mit einem Aufschlag von 4,3 Prozent auf 9,53 Euro gehandelt. Wie das Unternehmen mitteilte, hat die US-Zulassungsbehörde FDA dem Unternehmen für den Wirkstoff G207 zur Behandlung von Gehirntumoren den so genannten "Orphan Drug Status" zuerkannt. Dieser sichere der Gesellschaft sieben Jahre nach Marktzulassung die exklusiven Vermarktungsrechte in den USA.

Der Hersteller von DVD- und CD-Produktionsanlagen Singulus   hat im ersten Quartal wegen einer starken Nachfrage Umsatz und Gewinn leicht gesteigert und seine Wachstumsprognose bestätigt. Der Umsatz sei von 51,4 Millionen Euro auf 53,5 Millionen Euro angewachsen. Die Aktie legte um rund 7,8 Prozent auf 33 Euro zu.

Für die noch am Neuen Markt notierte Kinowelt   dürfte bald der letzte Vorhang fallen. Das Insolvenzverfahren in München ist eröffnet, und der Pennystock rutschte noch einmal um 33,3 Prozent auf 0,24 Euro.

Euro etwas schwächer - Technologie- und Exporttitel in Tokio gefragt

Kurs des Euro gefallen

Der Kurs des Euro ist am Mittwoch gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs bei 0,9088 (Dienstag: 0,9125) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 1,1004 (1,0959) Euro.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6227 (0,6230) Pfund, 116,86 (116,97) Yen und 1,4563 (1,4592) Schweizer Franken fest.

Technologie- und Exporttitel in Tokio gefragt

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Mittwoch fest geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte legte gestützt von Gewinnen bei Technologietiteln um deutliche 204,71 Punkte oder 1,8 Prozent auf 11.520 Zähler zu. Der breit angelegte Topix stieg um 7,64 Punkte oder 0,7 Prozent auf 1081 Zähler. Die heftigen Vortagesverluste seien eine Reaktion auf die deutlichen Kursabschläge in den USA und Europa während der japanischen Feiertage gewesen, sagten Händler.

Die Technologiewerte zogen etwas an. Advantest legten 40 Yen auf 8640 Yen zu. Kyocera gewannen 390 Yen auf 8940 Yen und TDK stiegen um 340 Yen auf 7000 Yen.

Auch Aktien der exportorientierten Unternehmen legten zu. Sony stiegen um 30 Yen auf 6850 Yen, Matsushita legten 36 Yen auf 1685 Yen zu, Honda stiegen um 70 Yen auf 5910 Yen und Toyota gewannen 60 Yen auf 3460 Yen. Nissan kletterten sechs Yen auf 964 Yen.

NTT DoCoMo verloren 3000 Yen auf 315.000 Yen. Der Mobilfunkkonzern übernimmt alle ausstehenden Aktien seiner acht Regionalgesellschaften und erwartet im neuen Geschäftsjahr 2002/03 (bis März 2003) in der Gruppe einen Jahresüberschuss von 511 Milliarden Yen. Vor Steuern solle der E