Börse am Nachmittag: SAP weiter im Aufwind - DER SPIEGEL
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Börse am Nachmittag SAP weiter im Aufwind

Der Dax hat sich aus der Verlustzone gearbeitet und notiert nahezu unverändert. Der Neue Markt bleibt dagegen weiter im Minus. Infineon und SAP setzen ihre Kurserholung fort.
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Frankfurt am Main - Die bestimmenden Themen blieben weiterhin die Gewinnwarnung von Epcos und die Kapitalerhöhung von Infineon. Die reduzierten Prognosen des Bauelemente-Herstellers quittierten die Anleger mit einem drastischen Kursabschlag, während der Markt die zuvor umstrittene Kapitalerhöhung des Chipproduzenten positiv aufnahm.

Nach einem unruhigem Handel am Vormittag pendelte sich der Dax gegen 14.30 um die Vortagesschlusslinie bei 5890 Punkten ein. Mehr Bewegung verzeichneten die Wachstumswerte: Der Nemax 50 gab ein Prozent auf 1212 Zähler ab.

Händler warteten zur Eröffnung der Wall Street auf neue Konjunkturdaten aus den USA. Für den Nachmittag wird der Index des Verbrauchervertrauens der Universität Michigan erwartet. Die Futures deuteten unterdessen eine leicht schwächere Eröffnung an.

Die bisherige Berichtssaison für das zweite Quartal ist bislang zufriedenstellend verlaufen. Juniper Networks, AMD, Rambus, Motorola und Yahoo präsentierten zwar keine glänzenden Zahlen, überraschten dennoch positiv. "Einige Technologiefirmen scheinen endlich Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Die hohen Lagerbestände werden langsam abgebaut," kommentierte Alan Ackerman, Executive Vice President vom Investmenthaus Fahnestock & Co. Zudem hat der Softwareriese Microsoft seine Prognosen angehoben.

Die Gewinnerliste im Dax führte die Aktie von Infineon an. Das Papier verteuerte sich um 4,5 Prozent auf 27,18 Euro. Am Morgen hatte das Unternehmen Details zu seiner Kapitalerhöhung bekannt gegeben: 7,8 Millionen Aktien sind zu einem Preis von 25 Euro ausgegeben worden. Damit genehmigte sich der Chiphersteller eine Finanzspritze von rund 1,5 Milliarden Euro, die zur Schuldentilgung und für neue Investitionen genutzt werden soll.

Größter Verlierer im Dax war die Aktie von Epcos, die 4,7 Prozent auf 52,20 Euro abgab. Der Konzern erwartet auf Grund einer weiteren Abschwächung des Geschäftsverlaufes im Juni für das dritte Quartal einen Gewinn je Aktie unter den Analystenschätzungen. Das Ergebnis je Aktie werde voraussichtlich zwischen 0,30 Euro und 0,35 Euro für das abgelaufene dritte Quartal liegen. Die Titel des Mutter-Konzerns Siemens notierten leicht im Plus bei 63,85 Euro.

Die Softwareschmiede SAP profitierte von den guten Nachrichten bei Microsoft. "Die Furcht vor einer Gewinnwarnung bei SAP ist verflogen", sagte ein Händler. "SAP ist eines der wenigen Unternehmen gewesen, das bisher noch keine Gewinnwarnung veröffentlicht und sich gegen den Trend gestemmt hat." Deshalb war in den vergangenen Wochen am Markt befürchtet worden, dass auch SAP sein anvisiertes Ergebnis nicht halten könne. Die Aktie präsentierte sich mit einem Plus von 2,6 Prozent auf 155,98 Euro fest.

Am heutigen Freitag läuft das Umtauschangebot von Dresdner in Allianz-Aktien aus. Auf der Hauptversammlung am Mittwoch hatte der Allianz-Chef, Henning Schulte-Noelle alles dran gesetzt, die letzten Zweifel an dem Sinn des Zusammenschlusses aus dem Weg zu räumen. Dresdner Bank-Papiere gaben um 1,9 Prozent auf 51,27 Euro nach, das Allianz-Papier büßte 2,2 Prozent auf 317,53 Euro ein. Ebenfalls schwächer notierten die Anteilsscheine der Commerzbank, die sich um 1,2 Prozent auf 27,32 Euro verbilligten.

Der Kurs der Preussag-Aktien reagierte mit Abschlägen auf die Gewinnwarnung des Schweizer Tourismusunternehmens Kuoni. Die Anteilsscheine gaben 4,2 Prozent auf 35,15 Euro ab. Kuoni hatte eine Meldung veröffentlich, wonach das operative Halbjahresergebnis voraussichtlich "deutlicher als erwartet" unter dem Vorjahresergebnis liegen wird. Das Unternehmen führte die Einbußen auf die Häufung ungünstiger Einflüsse in verschiedenen Märkten zurück.

Anleger am Neuen Markt bleiben vorsichtig

Trotz der "hervorragenden Vorgaben" von der Nasdaq und der positiven Unternehmenszahlen- und Ausblicke für das dritte Quartal, "bleiben die meisten Anleger weiter vorsichtig", sagte ein Frankfurter Händler. Eine klare Trendwende sei noch nicht in Sicht. Händler hoffen derweil wieder auf positive Signale aus den USA, um den Handel anzutreiben.

Die Gewinnerliste im Nemax 50 wurde von Comroad angeführt. Der Telematik-Dienstleister hatte seine eigenen Umsatzschätzungen für das zweite Quartal übertroffen. Die Börse honorierte die Zahlen mit einem Aufschlag von 11,6 Prozent auf 10,60 Euro.

Die Softwareschmiede Brokat blieb ein Spielball der Zocker. Das Papier legte im frühen Handel über 20 Prozent auf 4,57 Euro zu, gab dann wieder nach und kletterte zum Nachmittag auf 4,10 Euro, ein Plus von neun Prozent.

Der Biotechnolgietitel Evotec gab um 4,6 Prozent auf 10,97 Euro nach. Bereits am Vortag hatten die Papiere stark verloren. Leichte Verluste erlitten auch die Aktien von Qiagen und Genmab und drückten den Subindex der Biotechnologiewerte mit 2,1 Prozent ins Minus. Genmab meldete für die ersten sechs Monate eine Ausweitung der Verluste.

Euro notiert nahezu unverändert

Der Euro hat pendelte sich unter der 86-Cent-Marke ein. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde gegen 14.15 Uhr mit 0,8535 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 0,8538 (Mittwoch: 0,8611) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 2,2907 (2,2713) Mark.