Börse am Nachmittag T-Aktie vermiest die Stimmung
Frankfurt am Main - Der Dax rutschte bis 14.45 Uhr mit 1,3 Prozent auf 5439 Zähler in die Verlustzone. Auch die Wachstumswerte im Nemax 50 drehten mit 0,5 Prozent auf 1118 Zähler in den roten Bereich.
Zuletzt verlor die T-Aktie mehr als sieben Prozent auf 18,86 Euro und markierte damit den tiefsten Stand seit mehr als drei Jahren. Rolf Stegemann-Kühnert, Händler der BHF Bank, sah in den deutlichen Zugewinnen am Vormittag dann auch keine Trendwende. Die anfängliche Erholung sei lediglich eine erste Reaktion auf die heftigen Kursverluste der letzen Tage gewesen. Nach Ansicht von Marktexperten dürfte nun der Weg Richtung 15 Euro frei sein.
Belastet wurde das Papier durch weitere negative Analystenkommentare. So hat das Investmenthaus UBS Warburg die T-Aktie auf "Halten" heruntergestuft. Zuvor hatte die Bank den Wert mit "Buy" bewertet. Das Kurziel senkten die Experten von bisher 44 Euro auf 23 Euro.
Unterdessen erwägt die Telekom angesichts des umstrittenen Aktien-Verkaufs durch die Deutsche Bank juristische Schritte. "Wir werden die Transaktion rechtlich überprüfen", sagte Telekom-Sprecher Ulrich Lissek am Freitag. Sollte sich dabei ein Fehlverhalten der Deutschen Bank herausstellen, könne dies Konsequenzen für die geschäftlichen Beziehungen beider Häuser haben.
Mit Ausnahme von Siemens (plus 0,08 Prozent auf 59,60 Euro) zeigten sich Technologiewerte deutlich schwächer als noch am Mittag. Infineon rauschten mit Verlusten von knapp vier Prozent auf 24,30 Euro in den Keller. Gegen Mittag hatte die Aktie noch mit mehr als einem Prozent im Plus gestanden. Epcos zeigten sich 0,74 Prozent schwächer auf 49,63 Euro. SAP mussten Abschläge von 1,20 Prozent auf rund 158 Euro hinnehmen.
Siemens-Papiere konnten zumindest bis zum frühen Nachmittag offenbar gegen den Trend von der Meldung profitieren, das die Milliarden-Einsparungen in der verlustträchtigen Netzwerk-Sparte des Technologiekonzerns rund zehn Prozent höher ausfallen sollen als bislang geplant.
Gefragt waren dagegen defensive Titel. Die Aktien des Sportherstellers Adidas-Salomon führten mit einem Plus von 3,74 Prozent auf 75,11 Euro den Dax an. Das Unternehmen hatte am Morgen Gerüchte über eine Kapitalerhöhung dementiert. Adidas-Salomon waren am Vortag noch unter den großen Verlierern im Dax zu finden. Die WestLB erhöhte das Kursziel für die Papiere auf 79 Euro und bewertete besonders die Umsatzentwicklung in Europa positiv. Lufthansa verbesserten sich ohne neue Nachrichten um 1,55 Prozent auf 18,98 Euro. BASF präsentierten sich rund ein Prozent stärker auf 44,85 Euro.
Bayerhingegen gaben ihre Kursgewinne wieder ab und pendelten um ihr Vortagesniveau bei knapp 37 Euro. Die Investmentbank Merrill Lynch hat die Bayer-Aktien von "reduzieren" auf "neutral" hochgestuft.
Am Neuen Markt stiegen die Aktien des im Nemax 50 notierten Biotechnologieunternehmens Evotec Biosystems zuletzt noch um 1,60 Prozent auf 12,09 Euro. Am Vortag hatte US-Präsidenten George W. Bush entschieden, die Stammzellenforschung durch US-Mittel zu unterstützen. Qiagen-Aktien gewannen 2,22 Prozent auf 23 Euro hinzu. Medigene zeigten sich rund ein Prozent stärker auf 15,52 Euro.
Mobilcom stiegen am Tag nach Vorlage ihrer Zahlen um 3,47 Prozent auf 15,50 Euro an. Der Telekomkonzern will bereits Mitte 2002 mit UMTS in Deutschland starten, sagte Vorstandschef Gerhard Schmid dem "Hamburger Abendblatt".
Die Direktbank Consors, die Anfang kommender Woche Halbjahreszahlen vorlegen wird, stieg um 6,31 Prozent auf 15Euro.
Schwächster Wert im Nemax 50 waren die Papiere von Senator Entertainment, die ohne Neuigkeiten knapp 18 Prozent auf 3,22 Euro fielen.