Börse am Nachmittag: Tech-Titel im Dauersprint - DER SPIEGEL
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Börse am Nachmittag Tech-Titel im Dauersprint

Die Technologietitel halten sich weiter an der Dax-Spitze. Vor allem Infineon profitiert von der Hoffnung auf eine Erholung des Halbleitermarktes. Eine der schwächsten Aktien ist die des Online-Brokers ConSors.
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Frankfurt am Main - Die vorbörslichen Barometer in New York deuteten am frühen Nachmittag auf einen festen Handelsauftakt der US-Aktienmärkte hin. Damit könnte die Rallye an den deutschen Börsen anhalten, wo sich die Aktienindizes dank deutlicher Kursgewinne bei Technologietiteln nahezu unverändert stark präsentierten. Der Dax stand gegen 13.40 Uhr mit 2,4 Prozent bei 5133 Zählern satt im Plus. Die Wachstumswerte im Nemax 50 konnten ihre Gewinne sogar auf plus 4,7 Prozent oder 1299 Punkte ausbauen.

Das Bild an der Dax-Spitze zeigte sich wenig verändert. Infineon   , die bereits gestern mehr als sieben Prozent geklettert waren, knüpften nahtlos an ihre Rallye an und steigerten zuletzt noch um knapp zehn Prozent auf 26,40 Euro. Steigende Chippreise untermauerten die Hoffnung auf eine Ende der Branchenkrise, erklärten Händler die Kurssteigerungen. Die koreanischen Hersteller Hynix und Samsung erhöhten nach eigenen Angaben vom Mittwoch die Preise für ihre Speicherchips. Positiv sei auch die Meldung zu werten, dass Infineon gemeinsam mit Toshiba eine so genannte "Bluetooth"-Systemlösung entwickeln wird. Bluetooth ist eine Technik für die drahtlose Datenübertragung über kurze Entfernungen.

Auch die anderen Technologiewerte waren gefragt. Epcos   , Siemens   und SAP   verteuerten sich zwischen 8,61 und knapp fünf Prozent. Die Papiere des Schwergewichts Deutsche Telekom   gaben etwas nach und fielen auf plus 2,50 Prozent auf 19,82 Euro zurück.

Die Versicherungswerte Allianz   und Münchener Rück   legten jeweils rund 2,8 Prozent zu. Die beiden Werte profitierten von einer Heraufstufung des europäischen Versicherungssektors durch das Investmenthaus Goldman Sachs, sagten Händler.

Die Aktien von Porsche   stiegen moderat um ein halbes Prozent auf 403 Euro. Der Sportwagenhersteller hatte vor Handelsbeginn seine zum Teil bereits bekannten Daten für das abgelaufene Geschäftsjahr 2000/2001 vorgestellt und sich positiv zum laufenden Geschäftsjahr geäußert. Porsche bleibt auch im laufenden Geschäftsjahr auf Erfolgskurs. So stieg der Konzernumsatz in den ersten vier Monaten (August bis einschließlich November 2001) gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum nach vorläufigen Zahlen um 6,3 Prozent auf rund 1,18 Milliarden Euro.

Mit einem Wertzuwachs von 12,50 Prozent gehörten die Akien des US-Softwareunternehmens Broadvision   am Neuen Markt zu den Spitzenwerten im Nemax 50. Am Vortag hatten die Aktien an der Nasdaq um 13 Prozent zugelegt. Aktien von E-Commerce-Softwareentwicklern waren gefragt, nachdem Ariba einen neuen Großkunden gewonnen hatte: Das Rüstungs-Unternehmen General Dynamics will mit der Software Geld im Einkauf sparen.

Der Chip-Brokerage-Konzern ce Consumer   hat seinen angestrebten Jahresumsatz 2001 von 700 Millionen Mark nach elf Monaten erreicht. Gleichzeitig melde die elektronische Chip-Börse vce (Virtual Chip Exchange), New York, mehrheitlich gehaltene ce-Tochter, Anfang Dezember mehr als 5.000 teilnehmende Firmenkunden, heißt es in einer Ad-hoc-Mitteilung vom Mittwoch. Sie habe ihre Mitgliederzahl im Jahr 2001 um 800 Mitglieder oder 19 Prozent gesteigert. Die Aktie hielt sich mit 10,30 Prozent auf 9,10 Euro gegenüber dem Vormittag nahezu unverändert im Plus.

Auch die Aktien des Konkurrenten ACG   profitierten von der neuen Euphorie auf dem Halbleitermarkt und gewannen knapp 14 Prozent auf 6,92 Euro hinzu. Die Papiere waren damit stärkster Wert im Nemax 50.

Bei der am Neuen Markt notierten Internetagentur Pixelpark   sollen bis zu 500 Arbeitsplätze wegfallen. Voraussichtlich am Freitag werden Details des zweiten Restrukturierungsprogramms verkündet, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Die Aktie stieg zuletzt noch um 1,50 Prozent auf sieben Euro.

Einer der schwächsten Werte waren die Papiere des Dirketbrokers ConSors   , die mehr als vier Prozent auf 9,20 Euro verloren. Consors sehe keine Gefahr der Insolvenz wegen der Haftung für bestimmte Schulden der angeschlagenen Muttergesellschaft SchmidtBank. Die "Prior Börse" hatte zuvor eine dpa-Meldung vom 29. November aufgenommen: ConSors hafte nach Angaben im Börsenprospekt für Schulden der SchmidtBank, die vor Sommer 1998 entstanden seien. Die Haftung könne zur Insolvenz von ConSors führen, ergänzte "Prior" in seinem Börsenbrief am Dienstag.

Zu den Auswirkungen einer möglichen Insolvenz der SchmidtBank informierte ConSors auf seiner Internetseite: Eine Haftung "ist durch die Gründung der Auffanggesellschaft in Zusammenarbeit mit dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken und dem Bundesaufsichtsamtes für das Kreditwesen faktisch ausgeschlossen".