Börse am Nachmittag Technologiewerte liegen vorn
Frankfurt am Main - Der Dax hat am Donnerstag eine Berg- und Talfahrt auf das Parkett gelegt. Nach deutlichen Anfangsgewinnen fiel das Börsenbarometer am Mittag ins Minus, präsentierte sich zuletzt jedoch wieder fester. Um 16.15 notierte der deutsche Leitindex auf 3066 Punkten, ein Plus von 1,7 Prozent.
Trotz der steigenden Kurse waren sich die meisten Marktteilnehmer unsicher, ob die Aufwärtsbewegung von Dauer sei. "Der Markt ist derzeit sehr nervös, weil die Richtung der weiteren Entwicklung unklar ist", fasste Aktienhändler Christian Schmidt von der Helaba die Stimmung am Markt zusammen.
US-Börsen ziellos
In den USA konnten die Börsen im frühen Handel ebenfalls keine Richtung finden. Dow Jones und Nasdaq schwankten innerhalb der ersten Handelsstunde nervös um ihre jeweiligen Vortagesschlussstände. Zahlreiche Unternehmenszahlen lieferten den Börsianern genug Gesprächsstoff: Mit Tyco International , Eastman Kodak und Schering-Plough liefen vor Eröffnung der Börsensitzung bereits einige Quartalszahlen über die Nachrichtenticker.
Zuvor wurden gute Konjunkturnachrichten veröffentlicht. In den USA ist in der vergangenen Woche die Zahl der Anträge auf Arbeitslosenhilfe überraschend unter die Marke von 400.000 gesunken. Die Zahl der Erstanträge habe sich in der Woche bis 19. Oktober um 25.000 auf saisonbereinigt 389.000 verringert, teilte das US-Arbeitsministerium mit. Volkswirte hatten im Durchschnitt mit einem Rückgang um 7000 auf 404.000 gerechnet.
Technologiewerte führen den Dax an
Starker Nachfrage erfreuten sich im Frankfurter Handel die Anteilsscheine der Technologiefirmen. Das Index-Schwergewicht Siemens legte um 3,7 Prozent zu. Auch SAP- , Epcos- und Infineon-Titel verteuerten sich um über vier Prozent.
Die T-Aktie legte angesichts eines in ganz Europa freundlichen Branchentrends um 5,3 Prozent auf 10,95 Euro zu.
HypoVereinsbank erneut stark unter Druck
Als Reaktion auf negative Äußerungen der Ratingagenturen Moody's sowie Standard & Poor's gab die HypoVereinsbank um 4,2 Prozent auf 13,62 Euro nach. Beide Agenturen haben das Institut auf ihre Beobachtungslisten gesetzt.
Deutsche-Bank-Aktien legten um 1,8 Prozent auf 43,78 Euro zu. Das Geldhaus hat sich von seinen Anteilen an der Deutschen Börse getrennt. Als "Spielball der Zocker" sah ein Händler die Commerzbank-Aktien, die um 2,4 Prozent auf 6,91 Euro gewannen.
Im Mittelpunkt des Marktgeschehens standen die Deutsche Bank und die Deutsche Börse , nachdem sich Deutschlands größte Bank von ihrem Anteil an der Börse getrennt hat. Die Anteile von insgesamt 9,3 Prozent oder 10,4 Millionen Aktien seien weltweit zu je 34,50 Euro je Anteilsschein bei institutionellen Anlegern platziert worden, hieß es. Die Aktien der Börse stiegen daraufhin um 4,5 Prozent auf 36,41 Euro. Analysten sagten, nun nehme der Druck auf die Aktie wieder ab. Stephan Appelhans, Index-Experte der Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein, ergänzte, dass durch den steigenden Streubesitz nun auch die Chancen der Börse für einen Aufstieg in den Dax steigen würden.
Merck nach schwachen Zahlen im Minus - Nemax 50 nimmt 450-Punkte-Marke ins Visier
Merck nach schwachen Zahlen im Minus
Die Aktien des Darmstädter Pharma- und Spezialchemieunternehmens Merck KGaA haben sich nach erwartet schwachen Zahlen zum dritten Quartal unter den Verlierern im MDax eingereiht. Die Aktie, deren Kurs sich seit Anfang des Jahres halbiert hat, büßte zuletzt um 1,1 Prozent auf 20,79 Euro ein. Für Merrill Lynch-Analyst Andreas Schmidt lagen die Zahlen im Rahmen der Erwartungen. "Es gibt jedoch derzeit keinen Anlass, warum die Aktie sich von den Tiefs erholen sollte", sagte Schmidt, der das Papier weiter mit "Neutral" einstuft.
Nemax 50 nimmt 450-Punkte-Marke ins Visier
Der Neue Markt hat sich nach einem kurzen Abrutschen im Mittagshandel zuletzt wieder deutlich fester präsentiert. Händler äußerten sich zufrieden über den robusten Markt. Es stelle sich nun die Frage, ob der wichtige Widerstand bei 450 Stellen im Nemax 50 in den kommenden Tagen genommen werden kann. Wenn dem nicht so sei, sei mit einer weiteren Konsolidierung zu rechnen Allerdings könnte die positive Stimmung der Investoren schnell kippen, hieß es.
Unter den Einzeltiteln standen SCMicrosystems nach negativen Zahlen unter Druck. Die Aktie verlor über acht Prozent auf 8,30 Euro. Die Zahlen für das dritte Quartal haben die Erwartungen nicht erfüllt, daneben hat SCM eine Umsatzwarnung ausgesprochen. SES Research stufte den Titel in der Folge auf "Marketperformer" von "Outperformer" zurück. Das Geschäft von SCM werde durch die schwache Konjunktur und die mangelnde Investitionsbereitschaft insbesondere im Bereich Digital-TV belastet, hieß es von SES.
Morphosys dreht ins Plus
Morphosys-Aktien kletterten nach der Bekanntgabe einer Sachkapitalerhöhung zu Gunsten des US-Unternehmens Xoma um vier Prozent auf 11,65 Euro. Die Titel notierten im frühen Handel bereits deutlich im Minus.
Der Spielraum für Morphosys zur Gewinnung eines strategischen Investors werde dadurch laut den Analysten von M.M. Warburg enger. Für die 7,7 Prozent des bisherigen Aktienkapitals, die zur Begleichung einer Lizenzzahlungsverpflichtung ausgegeben worden seien, sei keine Haltefrist vereinbart worden. Angesichts der sich abzeichnenden Verschärfung der Liquiditätsprobleme bei Morphosys sei damit zu rechnen, dass Xoma einen schnellstmöglichen Verkauf der Aktien anstrebt.
Nikkei schließt im Minus
Die Aktienbörse in Tokio hat am Donnerstag schwach geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte gab um 100 Punkte oder 1,2 Prozent auf 8614 Zähler nach. Der breit angelegte Topix fiel um 6,7 Punkte oder 0,7 Prozent auf 859 Zähler.
Investoren warten mit Spannung auf ein von der reformorientierten Regierung geplantes Maßnahmenpaket zur beschleunigten Lösung der Schuldenkrise im Bankensektor und zur Bekämpfung des Preisverfalls. Zudem laste die wachsende Unsicherheit über die erwarteten Bankenreformpläne der japanischen Regierung auf dem Markt, sagten Händler. Die Gewinne der US-Börsen vom Vorabend konnten dem Handel in Tokio keinen Auftrieb verleihen.
Der japanische Wirtschaftsminister Heizo Takenaka hatte die für Dienstag vorgesehene Veröffentlichung seines Entwurfs zur Reform des maroden Bankensystems wegen des politischen Widerstands auf Ende des Monats verschoben.
Euro etwas schwächer
Der Kurs des Euro ist am Donnerstag gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs bei 0,9738 (Mittwoch: 0,9775) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 1,0269 (1,0230) Euro.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6295 (0,6313) britische Pfund, 121,08 (121,17) japanische Yen und 1,4675 (1,4662) Schweizer Franken fest.