Börse am Nachmittag US-Daten reißen Börsen nach unten
New York/Frankfurt am Main - Die am Nachmittag deutscher Zeit veröffentlichten Zahlen zum US-Verbrauchervertrauen haben in New York und Frankfurt eine Verkaufswelle ausgelöst. Nachdem der Dax bis zum Nachmittag bei trägem Handel leicht im Minus verharrte, fiel der Blue-Chip-Index nach Veröffentlichung der Daten auf die 5000-Punkte-Marke zurück. Gegen 16.20 Uhr notierte das Börsenbarometer 2,8 Prozent schwächer bei 4969 Punkten. Am Neuen Markt verlor der Nemax 50 vier Prozent und stand zuletzt bei 1281 Zählern.
Eine ähnliche Kursentwicklung vollzogen die US-Börsen. Der Dow Jones notierte nach 50 Handelsminuten bei 9854 Punkten, ein Minus von 1,3 Prozent. Die Nasdaq rutsche um 1,4 Prozent auf 1913 Zähler.
Nach den Daten aus Amerika hat sich die Stimmung unter den US-Verbrauchern im November zum fünften Mal in Folge deutlich eingetrübt. Wie das Conference Board mitteilte, fiel der Index des Verbrauchervertrauens vor allem angesichts der schlechteren Situation auf dem Arbeitsmarkt auf 82,2 Punkte, nach revidiert 85,3 Punkten im Oktober. Analysten hatten zuvor jedoch mit einem leichten Anstieg gerechnet.
In Frankfurt führten die Titel von Adidas Salomon mit einem Aufschlag um 3,1 Prozent bei einem Kurs von 74,25 Euro die Gewinnerliste an. Händler machten für die gute Performance vor allem charttechnische Faktoren verantwortlich. Wichtige Unternehmensdaten seien nicht bekannt gegeben worden.
Weiterhin freundlich notierten auch ThyssenKrupp-Titel mit einem Plus von rund 1,1 Prozent auf 16,18 Euro. Das Investmenthaus Goldman Sachs hatte den Titel am Vortag auf seine Empfehlungsliste gesetzt. Zudem beflügelten Medienberichte über eine mögliche Transrapid-Strecke in Deutschland den Kurs.
Trotz eines nur mäßigen Ausblicks, den der Mobilfunkriese Nokia gegeben hatte, konnten sich Siemens (plus 1,5 Prozent auf 69,50 Euro) und Epcos (plus 0,4 Prozent auf 56,53 Euro) behaupten. Infineon gab dagegen leicht nach, obwohl das Unternehmen im Patentstreit mit Rambus einen Etappensieg errungen hatte. Ein US-Gericht untersagte Rambus mit einer einstweiligen Verfügung, patentrechtlich gegen eine Reihe von Infineon-Produkte vorzugehen. Rambus will Berufung gegen die Entscheidung einlegen.
Die Aktien der Deutsche Telekom gaben zuletzt rund ein Prozent auf 18,84 Euro nach. Das Papier litt offenbar unter der Meldung, dass der Präsident des Bundeskartellamtes, Ulf Böge, kaum noch Chancen sieht, den Kauf des Fernsehkabelnetzes durch den US-Konzern Liberty Media zu genehmigen. Böge störe sich nach einem Bericht der "Berliner Zeitung" allerdings vor allem an dem geplanten Einstieg bei der Kirch-Tochter Premiere und weniger an dem Kauf der zehn Millionen Kunden zählenden Kabelnetze an sich.
Der Allianz-Konzern will durch die Ausgabe einer Wandelanleihe seine Beteiligung an RWE reduzieren. Die Anleihe habe ein Volumen von bis zu 1,2 Milliarden Euro und eine Laufzeit von fünf Jahren, teilte Allianz mit. Der Erlös werde zur Finanzierung der Dresdner Bank-Übernahme verwendet. Die RWE-Aktie baute ihre Verluste auf 5,3 Prozent aus und notierte bei 41,82 Euro.
Träger Handel am Neuen Markt
In einem schwachen Umfeld verharrte der Neue Markt deutlich im Minus. Nach einer deutlichen Talfahrt am Morgen reduzierten die Aktie von D.Logistics ihre Verluste auf minus 5,9 Prozent auf 10,30 Euro. Der Logistikdienstleister hatte zuvor seine bereits vorab veröffentlichten Neun-Monats-Zahlen bestätigt. D.Logistics hat demnach deutlich mehr verdient und umgesetzt als im Vorjahreszeitraum. Pro Aktie erwirtschaftet das Unternehmen einen Gewinn von 0,29 Euro, ein Plus von 107 Prozent. Allerdings wurde das Wachstum vornehmlich durch Beteiligungsgewinne und Einnahmen aus Verwaltungs- und Managementdienstleistungen