Börse am Nachmittag US-Standardtitel klettern weiter
New York/Frankfurt am Main - Der Dow Jones legte nach einer halben Stunde Handel um 0,7 Prozent auf 10458 Zähler zu, während der Technologieindex Nasdaq Composite weiter um den Vortagesschluss notierte. Als Grund für die Erholung bei den Standardwerten nennen Experten die guten US-Konjunkturdaten, die auf eine Erholung der größten Volkswirtschaft schließen lassen. Der Dow Jones hatte am Freitag auf Sechsmonatshoch geschlossen.
Bei den Technologiewerten drückten zunächst jedoch die wenig zuversichtlichen Aussagen des Softwarekonzerns Oracle auf die Stimmung. Oracle hat angekündigt, das Ergebnis je Aktie werde im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2002 auf Grund der Schwäche in Asien wohl um einen US-Cent unter den Erwartungen liegen. Merrill Lynch hat die Aktie daraufhin auf "Neutral" herabgestuft. Die Aktie gab zum Auftakt deutlich nach, und auch Intel und IBM starteten nach negativen Analystenkommentaren leichter: Lehman Brothers hat die Ertragsprognose für Intel gesenkt.
Einzelhandelswerte gerieten nach dem starken Kursanstieg der vergangenen Wochen zunächst unter Druck. Nach Einschätzung von UBS Warburg wird es für die Titel zunehmend schwieriger, die hohe Bewertung zu rechtfertigen. Leicht unter Druck gerieten zum Auftakt die Aktien des Pharmakonzerns Eli Lilly. Das Unternehmen rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit einem einstelligen Umsatzwachstum.
Konjunkturbericht am Mittwoch
In den USA werden am Mittwoch unter anderem vom Beige Book, dem Wirtschaftsbericht der US-Notenbank, neue Erkenntnisse über die Konjunkturentwicklung erwartet. Der ISM-Einkaufsmanagerindex war im Februar unerwartet auf 54,7 Punkte gestiegen und hatte die Rallye am Freitag ausgelöst.
Dax weiterhin sehr fest
Dax kämpft mit 5200 Punkte-Marke
Der Dax notierte um 16 Uhr 2,3 Prozent im Plus bei 5215 Punkten. Am Neuen Markt reduzierte der Nemax 50 auf Grund des etwas leichteren Starts an der Nasdaq seine Gewinne auf 1,4 Prozent und notierte bei 1038 Punkten. Charttechniker sehen die Marke von 5200 im Dax als wichtige Widerstandsmarke an. Sollte der Index diese Marke nicht nachhaltig überwinden, dürfte es mit der Aufwärtsbewegung schnell vorbei sein.
Gewinne auf breiter Front
Technologietitel zählten auch am Nachmittag noch zu den Gewinnern im Dax. Aber auch die Finanzwerte profitierten von der Hoffnung auf eine Konjunkturerholung: Der Finanzdienstleister MLP legte bis zum Nachmittag um mehr als sechs Prozent zu, während die Deutsche Bank ihr Plus auf 3,3 Prozent ausbaute.
Zu den größten Gewinnern gehörte nach Handelsbeginn in USA auch die Aktie von Fresenius Medical Care , die um fast vier Prozent zulegte. Die Aktie hatte in den vergangenen Wochen auf Grund von Rechtsstreitigkeiten in den USA deutlich nachgegeben. In dieser Woche legt Fresenius Zahlen vor.
SAP legt trotz Oracle zu
Die Aktien von Epcos waren mit einem Plus von mehr als sieben Prozent weiterhin Spitzenreiter im Dax. Der Bauelemente-Spezialist peilt nun wieder die Marke von 50 Euro an. Auch Siemens gehörte mit einem Plus von 4,5 Prozent auf 72,02 Euro zu den größten Gewinnern. Die SAP-Aktie legte trotz der Ertragswarnung des US-Konkurrenten Oracle zuletzt 1,5 Prozent zu. Infineon kletterte um 2,6 Prozent.
Auch die zyklischen Autowerte verteidigten ihre Gewinne: DaimlerChrysler und Volkswagen gewannen jeweils 2,5 Prozent, während BMW mit 0,3 Prozent ein vergleichsweise moderates Plus verbuchte. Einem Bericht der "Automobilwoche" zufolge hat BMW im Geschäftsjahr 2001 den Umsatz auf 37,85 Milliarden Euro und das Vorsteuerergebnis auf 2,6 Milliarden Euro gesteigert.
Die T-Aktie reduzierte ihre Gewinne auf zuletzt 1,3 Prozent auf 16,84 Euro. Das Unternehmen legt am Dienstag vorläufige Zahlen zum Geschäftsjahr 2001 vor. Analysten rechnen damit, dass Telekom-Chef Ron Sommer trotz des gescheiterten Kabelnetz-Verkaufs an Liberty Media einen positiven Ausblick geben wird. "Die Telekom könnte statt dessen auch Immobilien verkaufen oder ihre Beteiligung an der France Telecom verringern", hieß es.
Neuer Markt: Gewinne schrumpfen
Neuer Markt folgt der Nasdaq
Der Nemax 50 reagierte mit schmelzenden Gewinnen auf die leichtere Eröffnung an der Nasdaq. Die Aktien des Softwareentwicklers Intershop haben am Montag mit einem Kurssprung von zuletzt 25 Prozent auf 1,50 Euro auf die Nachricht reagiert, dass Vorstandschef Stephan Schambach 8,334 Millionen Inhaber-Stammaktien aufkaufen will. Schambach will nach offiziellen Angaben 1,20 Euro pro Anteilsschein zahlen. Auch die Index-Schwergewichte Qiagen und T-Online verzeichneten Aufschläge von jeweils mehr als fünf Prozent.
IM Internationalmedia bricht ein
Die Aktien der IM Internationalmedia sind nach einer vorübergehenden Aussetzung vom Handel um mehr als 60 Prozent auf 7,40 Euro eingebrochen. Das Unternehmen hat mitgeteilt, dass die amerikanische Filmgesellschaft Spyglass Entertainment doch nicht übernommen wird. Vorstandsvorsitzender Florian Bollen (36) habe dem Aufsichtsrat daher angeboten, aus dem Vorstand zurückzutreten, hieß es.
SCM: Auftrag aus USA
Die Aktien von SCM Microsystems sind deutlich fester in die neue Handelswoche gestartet, nachdem das Unternehmen einen Auftrag durch die US-Armee bekannt gegeben hatte. In der ersten Handelsstunde kletterte der Aktienkurs um knapp zwölf Prozent auf 13,70 Euro. Händler sagten allerdings, der Auftrag sei nichts wirklich Neues: Es handele sich um die zweite Auslieferungs-Tranche eines bereits abgeschlossenen Auftrages.
Euro unter 87 Cent
Der Kurs des Euro hat am Montag Nachmittag bei 0,8673 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Referenzkurs bei 0,8649 (Freitag: 0,8679) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 1,1562 (1,1522) Euro.