Börse am Vormittag: Auto- und Techwerte schwächer - DER SPIEGEL
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Börse am Vormittag Auto- und Techwerte schwächer

Lufthansa erholt sich, und Bayer nährt sich von Gerüchten. Konjunktursorgen drücken vor allem auf Automobil- und Technologiewerte. T-Online gibt nach Bilanzzahlen nach. Anleger warten auf neue US-Konjunkturdaten.
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Frankfurt am Main - Der Dax (minus 0,7 Prozent auf 5270 Punkte) und der Nemax 50 (minus 0,9 Prozent auf 1085 Zähler) konnten am Vormittag ihre Anfangsverluste ein wenig reduzieren. Die Angst, der private Konsum als wichtigste Stütze der US-Konjunktur könnte wegbrechen, belastete vor allem Automobil- und Hightechwerte. Siemens, Epcos und Infineon gaben zwischen 2,1 und 3,9 Prozent ab, während DaimlerChrysler, BMW und Volkswagen jeweils rund 1,5 Prozent schwächer notierten.

Lediglich defensive Werte wie Thyssen, MAN und Lufthansa konnten zum Handelsauftakt leichte Gewinne verbuchen. Lufthansa erholte sich mit einem Plus von 1,9 Prozent auf 17,20 Euro von den starken Verlusten des Vortages. Die Aktie der Bayer AG (plus 1,1 Prozent auf 36,20 Euro) profitierte weiterhin von Gerüchten, Roche wolle dem deutschen Unternehmen angeblich 20 Milliarden Dollar für dessen Pharmaabteilung zahlen. Roche hat dies inzwischen dementiert.

Nullwachstum in USA erwartet

Heute gegen 14.30 Uhr MEZ werden die revidierten US-Wachstumsdaten für das zweite Quartal bekannt gegeben. Volkswirte erwarten, dass der Anstieg des US-Bruttoinlandsprodukts (BIP) im zweiten Jahresviertel von zunächst geschätzten plus 0,7 Prozent auf Null herunterkorrigiert wird. Einige Analysten halten sogar einen BIP-Rückgang für möglich.

Zumindest der Chipriese Intel gibt sich weiter optimistisch. Intel rechnet trotz der Konjunkturschwäche mit wachsender Nachfrage. Der PC-Hersteller Gateway will durch Massenentlassungen (25 Prozent weltweit) seine Kosten in den Griff bekommen.

Warten auf EZB

Auch die Hoffnungen, dass die EZB am morgigen Donnerstag die Zinsen senkt, haben einen Dämpfer bekommen. Die Geldmenge M3, zu der Bargeldumlauf, Bankeinlagen und Geldmarktpapieren zählen, ist im Juli mit 6,4 Prozent überraschend stark gestiegen. Dennoch geht die Mehrheit der Analysten immer noch von einer Zinssenkung um 0,25 Prozent aus.

T-Online: Umsatz nimmt zu, Ebitda bricht ein

T-Online hat das operative Ergebnis wie erwartet im zweiten Quartal gegenüber dem ersten Quartal um 14 Prozent verbessert. Gegenüber der ersten Jahreshälfte 2000, als T-Online an die Börse gegangen war, stürzte das Ebitda allerdings von minus 11,7 Mio auf minus 123,3 Millionen Euro ab. Der Umsatz nahm im Zwölfmonats-Vergleich um 53 Prozent auf 539 Millionen Euro zu. Im Lauf dieses Jahres ging das Geschäft mit dem reinen Zugang ins Internet zurück, dafür erhöhten sich jedoch die wichtigen Erlöse aus dem Portalgeschäft aus Werbung und E-Commerce. Die T-Online Aktie drehte 1,8 Prozent ins Minus und notierte am Mittag bei 8,15 Euro.

Die T-Aktie notierte am Mittwoch minimal schwächer auf 17,45 Euro, nachdem der Titel nach der Halbjahresbilanz am Dienstag mit einem Minus von 3,7 Prozent aus dem Handel gegangen war. Telekom-Chef Ron Sommer räumte ein, dass bis Jahresende noch 170 Millionen Aktie zurückfließen könnten. Der Rückfluss an den Markt sei unter Kontrolle und die meisten Großinvestoren würden ihre Aktien langfristig halten.

Kinowelt als Pennystock

Die Aktien der Kinowelt Medien AG fielen um mehr als 12 Prozent und notierten nur noch bei 96 Cent. Nach Gerüchten soll das Unternehmen kurz vor der Insolvenz stehen. Einige Banken hätten die Absicht, einen Kredit in Höhe von 60 Millionen Euro platzen zu lassen, berichtete die "Netzeitung" unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise.

Bilanz beflügelt AWD

Beim Finanzdienstleister AWD Holding erwarten Analysten im ersten Halbjahr nahezu eine Ertragsverdoppelung. Das im MDax notierte Unternehmen, das im Oktober 2000 an die Börse kam, legt den Halbjahresausweis an diesem Mittwoch vor. Der unabhängige Finanzdienstleister will seinen Umsatz um über 20 Prozent und das Vorsteuerergebnis um mindestens 30 Prozent erhöhen. Die Aktie legte 7,7 Prozent auf 33,50 Euro zu und war Spitzenreiter im MDax.

Rupf vor Rücktritt

Die Aktionäre der krisengeschüttelten Bankgesellschaft Berlin treffen sich heute zur Hauptvorsammlung. Vorstandschef Wolfgang Rupf hat seinen Rücktritt angeboten. Rupf habe die Sanierung der Bankgesellschaft nicht ausreichend vorangetrieben und selber angeboten, seine Rolle als Vorstandsvorsitzender zur Verfügung zu stellen, teilte der Berliner Senat mit. Die im MDax notierte Aktie gab zuletzt 2,4 Prozent auf 8,18 Euro nach.

Euro über 91 Cent

Nach dem überraschenden Rückgang des US-Verbrauchervertrauens im August hat der Euro am Mittwoch Morgen zugelegt. Sollten nun auch noch die am Nachmittag anstehenden revidierten US-Wachstumsdaten für das zweite Quartal schlechter als erwartet ausfallen, wäre dies ein schwerer Schlag für die US-Währung, sagten Händler. Zuletzt kostete ein Euro 0,912 Dollar.