Börse am Vormittag BMW auf Überholspur
Frankfurt am Main - Der Dax gab am Vormittag 0,6 Prozent auf 5852 Zähler nach. Der Nemax All Share verlor 0,8 Prozent auf 1811 Punkte, der Nemax 50 ging 1,2 Prozent ins Minus und fiel erneut unter 1700 Punkte. Stärker als die Erholung in Asien wirkt der verhaltene Handelsverlauf in den USA: Der Dow hat zwar 0,5 Prozent zugelegt, doch schloss die Technologiebörse Nasdaq erneut 1,6 Prozent im Minus.
Je lauter die Deutsche und Dresdner Bank angebliche neue Fusionsgespräche dementieren, desto stärker schmilzt das Plus der Dresdner Bank. Mit zuletzt 2 Prozent Zuwachs war das Papier der Dresdner Bank weiterhin in der Spitzengruppe, gab die Pole Position im Dax aber an BMW ab. Der Münchener Autobauer wurde nach guten Zahlen von Goldman Sachs heraufgestuft und notierte zuletzt drei Prozent im Plus.
Die Erholung der Bankentitel in Japan und USA bleibt an der deutschen Börse ohne Wirkung. Die Deutsche Bank gab zuletzt 1,1 Prozent nach, die HypoVereinsbank und Commerzbank verloren 1,8 bzw. 0,6 Prozent.
Gemischte Gefühle in der Autobranche. Im Gegensatz zu BMW tendierten Volkswagen und DaimlerChrysler schwächer bei Verlusten um zwischen 1 und 0,5 Prozent. Zwar lagen die Aufträge bei den deutschen Autobauern im ersten Quartal deutlich höher als im Vorjahr, doch produzieren die Autokonzerne seit mehr als einem Jahr über der Nachfrage.
Technologie schwächer
Technologiewerte bleiben schwach. Die T-Aktie war mit 0,3 Prozent Minus auf 26,60 noch stärkster Technologiewert. SAP gab zwei Prozent auf 138 Euro ab. Auch die Siemens-Famile stand unter Druck, besonders Epcos baute seine Verluste am Vormittag auf 2,3 Prozent aus.
Nach Börsenschluss in USA hatte der Computerhersteller Compaq die Gewinnerwartung auf 14 Cent je Aktie gesenkt. Der Softwareriese Oracle konnte die bereits vor zwei Wochen gesenkten Erwartungen dagegen erfüllen. An dem umfangreichen Stellenabbau hält CEO Larry Ellison fest.
Für Unsicherheit sorgen am heutigen Hexensabbat nicht so sehr einzelne Unternehmensnachrichten, sondern die auslaufenden Terminkontrakte. An der Terminbörse Eurex laufen die Optionen auf Indizes und Aktien sowie die Terminkontrakte auf Börsenindizes aus. Besonders in der "Geisterstunde" vor Handelsschluss ist mit hohen Umsätzen der Branchen-Schwergewichte und heftigen Kursausschlägen zu rechnen.
Schering verliert trotz Rekordzahlen
Der Pharmakonzern Schering hat am Freitag Rekordzahlen vorgelegt, wird in diesem Jahr laut Prognose beim Betriebsgewinn aber nur noch einstellig zulegen. Die Aktie war stark gestartet, Gewinnmitnahmen drückten Schering jedoch am Vormittag um 1 Prozent ins Minus.
Die Aktie von KarstadtQuelle, die ab Montag durch die Aktie der Post im Dax ersetzt wird, notierte ebenfalls 1 Prozent schwächer. Es sieht nach einem flauen Abschied aus dem Eliteclub der deutschen Aktienwerte aus.
Neuer Markt schwächer
Gewinner im Nemax 50 waren am Vormittag Comroad und Biodata mit jeweils knapp fünf Prozent Zuwachs. Gewinnmitnahmen drückten Evotec nach starkem Auftakt zwei Prozent ins Minus.
Kursgewinne gab es bei den Papieren des angeschlagenen Softwareunternehmens Infomatec. Das Augsburger Unternehmen will das Grundkapital durch die Ausgabe neuer Aktien um 785.485 Euro erhöhen. Die neuen Aktien werden nach Angaben des Unternehmens von einem Investor komplett übernommen. Die Aktie kletterte um 9 Prozent auf 1,25 Euro.
Zu den Verlierern im Nemax 50 gehörten am Morgen die Aktien von Trintec. Das Papier des irischen Unternehmens gab ohne fundamentale Nachrichten um 6 Prozent auf 3 Euro nach. Ebenfalls zu den Verlierern gehörten die Aktien von Thiel und Telegate. Thiel gaben um 5, Telegate um 15 Prozent nach.
Japan freundlich, USA verhalten
In Japan hat der Nikkei-Index für 225 führende Werte um 0,6 Prozent auf 12 232,98 Punkte zugelegt. Gewinne bei Bankentiteln sowie die Hoffnung auf rasche Maßnahmen zur Bekämpfung der Finanzkrise hatten zur Erholung beigetragen.
In den USA stehen heute Zahlen zu den Erzeugerpreise sowie zum Konsumentenvertrauen an. Der Dow Jones hatte sich gestern leicht erholt, der Technologieindex Nasdaq fiel um weitere 1,6 Prozent. Die Diskussion, wie stark Notenbankchef Alan Greenspan am Dienstag die Zinsen senken wird, dürfte auch heute weitergehen. Die meisten Händler erwarten eine Zinssenkung um mindestens 50 Basispunkte. Damit steigt das Risiko einer erneuten Enttäuschung.
Euro fällt unter 90 Cent
Der Euro notierte am Vormittag mit 0,8947 Cent weiterhin unter der 90-Cent-Marke. Am Vortag hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs auf 0,9064 Dollar festgesetzt. Der Dollar-Raum sei offenbar für eine Reihe von Marktteilnehmern derzeit der sicherste Ort für Anlagen, mutmaßte Simon Fowles von Wells Fargo. Auch die Entscheidung der EZB, die Zinsen vorerst unverändert zu lassen, drückte den Kurs der Gemeinschaftswährung.