Börse am Vormittag: Brokat im Höhenflug - DER SPIEGEL
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Börse am Vormittag Brokat im Höhenflug

Nach einer freundlichen Eröffnung haben die Aktienmärkte wieder nachgegeben und sind ins Minus gerutscht. Trotz der Gewinnwarnung von Epcos können sich die Technologietitel gut behaupten. Defensive Werte lasten auf dem Dax.
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Frankfurt am Main - Die Furcht vor sinkenden Erträgen im Technologiebereich scheint an der Börse vorerst gedämpft. Trotz der Epcos-Gewinnwarnung, die vor Handelsbeginn veröffentlicht wurde, hielt sich der Hightech-Sektor im Plus. Sehr viel schwächer präsentierten sich hingegen die defensiven Werte, vor allem die Finanztitel lasteten auf dem Dax.

Auslöser für die verhalten optimistische Stimmung war die angelaufene Berichtssaison in den USA. Nachdem zuvor über mögliche Hiobsbotschaften und sinkende Erträge spekuliert wurde, übertrafen die meisten Firmen bislang die Erwartungen: Juniper Networks, AMD, Rambus, Motorola und Yahoo präsentierten zwar keine glänzenden Zahlen, überraschten dennoch positiv. "Einige Technologiefirmen scheinen endlich Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Die hohen Lagerbestände werden langsam abgebaut," kommentierte Alan Ackerman, Executive Vice President vom Investmenthaus Fahnestock & Co. Zudem hat der Softwareriese Microsoft seine Prognosen angehoben.

Davon kann auch die Walldorfer Softwareschmiede SAP profitieren. "Die Furcht vor einer Gewinnwarnung bei SAP ist verflogen", sagte ein Händler. "SAP war eines der wenigen Unternehmen gewesen, das bisher noch keine Gewinnwarnung veröffentlicht und sich gegen den Trend gestemmt hat." Deshalb war in den vergangenen Wochen am Markt befürchtet worden, dass auch SAP sein anvisiertes Ergebnis nicht halten könne. Die Aktie präsentierte sich am Vormittag mit einem Plus von 2,1 Prozent auf 155,20 Euro fest.

Der Dax hat seine frühen Gewinne hingegen wieder abgegeben und verlor bis 10.30 Uhr um 0,2 Prozent auf 5880 Punkte. Der Nemax 50 gab ein Prozent auf 1213 Punkte ab. Leicht im Plus hielten sich die Nebenwerte, die den M-Dax um 0,1 Prozent auf 4686 Zähler hoben.

Größter Verlierer im Dax war die Aktie von Epcos, die 4,6 Prozent auf 52,29 Euro abgab. Der Konzern erwartet auf Grund einer weiteren Abschwächung des Geschäftsverlaufes im Juni für das dritte Quartal einen Gewinn je Aktie unter den Analystenschätzungen. Das Ergebnis je Aktie werde voraussichtlich zwischen 0,30 Euro und 0,35 Euro für das abgelaufene dritte Quartal liegen.

Die Aktien von Siemens (plus 0,5 Prozent auf 64,01 Euro) und Infineon (plus 2,7 Prozent auf 26,70 Euro) präsentierten sich hingegen deutlich fester. Infineon hatte am Morgen Details zu seiner Kapitalerhöhung bekannt gegeben: 7,8 Millionen Aktien sind zu einem Preis von 25 Euro abgegeben worden.

Am heutigen Freitag läuft das Umtauschangebot von Dresdner in Allianz-Aktien aus. Auf der Hauptversammlung am Mittwoch hatte der Allianz-Chef, Henning Schulte-Noelle alles dran gesetzt, die letzten Zweifel an dem Sinn des Zusammenschlusses aus dem Weg zu räumen. Dresdner Bank-Papiere gaben um 1,4 Prozent auf 51,56 Euro nach, das Allianz-Papier büßte ein Prozent auf 321,16 Euro ein.

Brokat setzt Kursaufschwung fort

Am Neuen Markt spekulierten die Zocker weiter auf eine Übernahme der angeschlagenen Softwareschmiede Brokat. Das Papier verteuerte sich um über 20 Prozent auf 4,57 Euro und nahm wie schon am Vortag die Spitzenposition in der Gewinnerliste des Nemax 50 ein.

Ebenfalls einen guten Start erwischte Comroad. Der Telematik-Dienstleister hatte seine eigenen Umsatzschätzungen für das zweite Quartal übertroffen. Die Börse honorierte die Zahlen mit einem Aufschlag von 13 Prozent auf 10,73 Euro.

Gemischte Vorgaben aus New York und Tokio

Der Dow Jones hatte sich am Donnerstag um 2,3 Prozent auf 10.479 Punkte verbessert. Der breiter gefächerte S&P 500 kletterte um 2,4 Prozent auf 1208 Zähler. Die Nasdaq sprang wieder über die psychologisch wichtige 2000-Punkte-Marke. Der Technologieindex verbesserte sich um 5,3 Prozent auf 2076 Punkte.

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Freitag nach einem freundlichen Start mit leichten Kursverlusten geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte notierte zu Handelende mit 52,80 Punkten oder 0,4 Prozent im Minus bei 12.355 Zählern. Der breiter angelegte Topix büßte 4,61 Punkte oder 0,4 Prozent auf 1244 Punkte ein.

Euro kaum verändert

Der Euro hat am Vormittag nahezu unverändert zum Vortag tendiert. Die europäische Gemeinschaftswährung notierte gegen 10.15 Uhr mit 0,8525 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 0,8538 (Mittwoch: 0,8611) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 2,2907 (2,2713) Mark.