Börse am Vormittag: DaimlerChrysler vorn - DER SPIEGEL
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Börse am Vormittag DaimlerChrysler vorn

Nach den starken Verlusten der vergangenen Tage machen die Papiere von Infineon wieder Boden gut. Auch Autowerte sind gefragt. Chemietitel stehen dagegen weiter auf der Verkaufsliste der Investoren.
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Frankfurt am Main – Die deutschen Aktienmärkte waren schwach in den Tag gestartet. Der Dax allerdings konnte am Vormittag leicht ins Plus drehen und dies trotz der weiter eingetrübten Stimmung der deutschen Wirtschaft: Der am Vormittag veröffentlichte ifo-Geschäftsklima-Index fiel stärker als erwartet. Dies dürfte die Diskussion um eine Zinssenkung im Euroraum weiter anheizen. Gestern hatte die EZB die Leitzinsen unverändert gelassen.

Zuletzt stand der Dax bei 5924 Punkten im grünen Bereich. Die Wachstumswerte im Nemax-50 verringerten ihr Minus auf 1,1 Prozent bei 1425 Zählern.

Überraschend haben Investoren die arg gebeutelte Aktie von Infineon wieder entdeckt. Nach einem schwachen Start setzte sich der Wert in der Dax-Spitze mit Kurszuwächsen von zuletzt 1,90 Prozent auf 30,24 Euro fest. Die Kursaufschläge überraschen insofern, als nach US-Börsenschluss auch der US-Mitbewerber Micron Technologies vor sinkenden Erträgen gewarnt hat, nachdem die Münchener Chipschmiede bereits am Mittwoch einen pessimistischen Ausblick für das zweite Halbjahr vorgelegt hatte.

Zu den Gewinnern zählten auch die Aktien von DaimlerChrysler mit einem Plus von 2,09 Prozent auf 51,67 Euro. Konkurrent BMW verbesserte sich um 1,20 Prozent auf 38,80 Euro. Volkswagen-Papiere dagegen fielen um 0,20 Prozent auf knapp 55 Euro ab.

Nach der Gewinnwarnung von BASF gehörten Chemiewerte am Freitag erneut zu den Verlierern. BASF und Bayer präsentierten sich jeweils rund 1,20 Prozent leichter und gehörten damit zu den schwächsten Werten im Dax. Lufthansa-Aktien notierten 0,90 Prozent leichter auf 17,98 Euro nach kritischen Analystenkommentaren.

Der Telekommunikationskonzern Mobilcom will die Elmshorner Talkline GmbH & Co. KG übernehmen. "Wir sind an der Übernahme von Talkline interessiert", sagte ein Mobilcom-Sprecher am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. "Wesentlich ist, dass die Konditionen stimmen", sagte der Mobilcom-Sprecher. Die Büdelsdorfer wollten die Kunden ihres Konkurrenten zu einem vernünftigen Preis übernehmen. Der Sprecher wollte sich nicht dazu äußern, ob bereits Gespräche liefen. Auch zu einem möglichen Kaufpreis und der Art der Finanzierung machte er keine Angaben. Die Aktie von Mobilcom zeigte sich von der Nachricht unbeeindruckt und verlor zuletzt sogar rund ein Prozent auf 14,34 Euro.

Gewinnmitnahmen drückten die Aktie von Intershop. Nach Kurszuwächsen von mehr als 17 Prozent am Vortag gab die Aktie am Freitag 3,62 Prozent auf 3,73 Euro nach. Gleiches Bild bei dem Software-Wert Brokat. Nach Zugewinnen von rund zehn Prozent am Vortag, verlor die Aktie 5,30 Prozent auf 3,39 Euro. Der Vorstand hatte am Donnerstag auf der Hauptversammlung angekündigt, dass das Unternehmen seine Liquiditätsschwierigkeiten in den Griff bekommen werde. Unter Druck gerieten auch die Aktien der Kontron Embedded Computer AG. Die Anteilsscheine verloren 4,37 Prozent auf 48,70 Euro.

Stärkster Wert im Nemax-50 waren die Aktien von SCM Microsystems. Mit Kursaufschlägen von mehr als elf Prozent auf 11,70 Euro setzten die Papiere ihren Höhenflug vom Donnerstag fort. Am Donnerstag hatte die Aktie rund 20 Prozent hinzugewonnen. Die Aktie ist auch an der Wall Street notiert.

SCM Microsystems (Los Gatos/Pfaffenhofen) hat eine Partnerschaft mit Eastman Kodak geschlossen. Demnach wird der Fotokonzern in seiner digitalen Foto-Kiosk-Lösung künftig Schreib-/Lesegeräte von SCM einsetzen. Die Integration der digitalen Geräten von SCM in die SB-Stationen von Kodak biete eine Alternative zu Drucker-Setups zu Hause, teilte SCM mit.

Die angeschlagene TelesensKSCL AG sicherte sich mit einer Kapitalerhöhung 18 Millionen Euro Barmittel für die Sanierung des Unternehmens. Die Aktie zog um rund drei Prozent auf 4,53 Euro an.

Stimmung in der deutschen Wirtschaft sinkt

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich weiter eingetrübt. Der ifo-Geschäftsklima-Index für Westdeutschland ist im Mai unerwartet stark von 92,5 Punkten im April auf 90,9 Zähler gesunken. Dagegen sei der Index für Ostdeutschland während dieser Periode von 102,8 Punkten auf 104,7 Zähler gestiegen. Analysten hatten teilweise zwar mit einem weiteren Abrutschen des Index gerechnet, jedoch in geringerem Maße. So hatten beispielsweise HSBC Trinkaus&Burkhardt mit einem Rückgang des Index im Mai auf 92,3 Punkte und die DGZ DekaBank auf 92,0 Punkte gerechnet.