Börse am Vormittag: Dax kann Anfangsgewinne nicht halten - DER SPIEGEL
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Börse am Vormittag Dax kann Anfangsgewinne nicht halten

Technologiewerte notieren an der Dax-Spitze, doch die Anfangsgewinne vom Morgen schmelzen langsam dahin. Auch Adidas und T-Online stehen nach den Quartalszahlen auf den Kauflisten.
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Frankfurt am Main – Das Plus im Dax schmolz bis zum späten Vormittag auf zarte 0,4 Prozent (18 Zähler) dahin, nachdem der Index am Morgen schon mehr als 50 Punkte zugelegt hatte. Der Nemax 50 notierte noch 0,4 Prozent fester bei 1122 Punkten.

Heute trifft sich der Offenmarktausschuss der amerikanischen Notenbank Fed. Beobachter erwarten, dass die Zentralbank zum zehnten Mal in diesem Jahr die Zinsen senken wird. Die Mehrheit der Fed-Watcher erwartet eine Senkung des Tagesgeldsatzes um 50 Basispunkte auf zwei Prozent.

Cisco nicht so schwach wie befürchtet

Unabhängig von den Zinserwartungen stärkte der weltgrößte Netzwerkausrüster Cisco Systems den Technologiesektor. Nach Börsenschluß meldete Cisco einen Pro-Forma Gewinn von 4 Cents pro Aktie, nach 18 Cents im selben Quartal des Vorjahres. Die Wall Street Analysten hatten noch schwächere Ergebnisse und im Durchschnitt nur mit 2 Cents Gewinn pro Aktie gerechnet.

SAP klettert weiter

Technologieaktien im Dax konnten nach diesen Zahlen ihre Erholung fortsetzen und notierten am Vormittag weiterhin in der Dax-Spitze. Der Softwareherstellers SAP   , der Chiphersteller Infineon   und der Bauelementehersteller Epcos   legten zwischen 3 und 4,1 Prozent zu.

Adidas erfreut Anleger

Der Sportartikelhersteller Adidas   meldete eine Gewinnsteigerung von neun Prozent. Anlegern gibt dies Anlass zu der Hoffnung, dass das Geschäft in den USA besserläuft als in den Vorquartalen: Adidas legte bis zum Vormittag um rund 3,5 Prozent zu.

Fusion stärkt Finanztitel

Nachdem am Vortag die drei deutschen Großbanken die Verschmelzung ihrer Hypothekentöchter zur Deutschen Hyp bekannt gegeben hatten, entwickelten sich die Finanzwerte überwiegend freundlich. Die Aktien Deutsche-Bank   und Allianz   legten jeweils rund ein Prozent zu, während die Commerzbank   unter leichten Abgabedruck geriet. Auch der Versicherer Münchener Rück   tendierte fest: Die Bundesregierung will Versicherer von der Verpflichtung befreien, Verluste auf Wertpapiere im Anfalljahr voll abzuschreiben.

Defensive Werte schwächer

Defensive Werte wie der Versorger RWE   und der Logistiker Post   gaben nach. Auch DaimlerChrysler   notierte rund ein Prozent schwächer und fiel wieder unter 40 Euro: Der Absatz von Importfahrzeugen in Japan ist im Oktober im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,2 Prozent auf 18.996 Einheiten gesunken. Im Gegensatz zu BMW und Audi verzeichneten Mercedes Benz und Chrysler ein Absatzminus.

Neuer Markt profitiert von Cisco

Die feste Nasdaq und die Zahlen von Cisco haben für einen festen Start am Neuen Markt gesorgt. Fundamental sei diese schnelle Erholung jedoch noch nicht zu rechtfertigen, sagten Händler: Die Gewinne seien in erster Linie von der großen Liquidität am Markt getrieben.

T-Online   hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres den Umsatz auf 809 Millionen Euro (von 543 Millionen Euro) gesteigert. Der Verlust sei von 57 Millionen Euro im zweiten Quartal auf 35 Millionen Euro im dritten Quartal verringert worden: Damit lag die Tochter der Deutschen Telekom über den Erwartungen der Analysten. Die Aktie legte am Vormittag knapp vier Prozent zu.

Sogar die Aktien von Adva   notierten fester, obwohl der Netzwerkausrüster schlechte Zahlen veröffentlicht hat. Im dritten Quartal weitete Adva seinen Pro-Forma-Verlust von 0,1 Millionen Euro im Vorjahr auf 0,6 Millionen aus. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 16,9 Prozent auf 23,2 Millionen Euro. Die Zahlen sind zwar schlecht - aber eben doch noch besser als erwartet", sagte ein Händler.

Zocker spielen mit Metabox

Die Aktien des angeschlagenen Multimedia-Unternehmens Metabox verloren knapp 20 Prozent auf 0,82 Euro. Am Vortag waren die Papiere zum Handelsschluss um 59,38 Prozent auf 1,02 Euro geklettert. Metabox hatte am Vorabend seinen Insolvenzantrag zurückgezogen, nachdem das Wirtschaftsministerium Niedersachsen dem Unternehmen eine Landesbürgschaft in Aussicht gestellt hatte.

Arbeitsmarktdaten wie erwartet schwach

Die konjunkturelle Situation ist nach wie vor kritisch. Die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt wird immer angespannter. Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist auch im Oktober saisonbereinigt weiter gestiegen. Im Vergleich zum Vormonat nahm die um jahreszeitliche Sondereinflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl um 27.000 auf 3,915 Millionen zu, berichtete die Bundesanstalt für Arbeit am Dienstag in Nürnberg. Im Westen stieg sie um 10.000, im Osten um 17.000.

Euro bleibt unter 90 Cent

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Dienstag im Vorfeld der Zinsentscheidung der US-Zentralbank fest geschlossen. Nach der positiven Vorgabe der Wall Street vom Vortag notierte der Nikkei-Index mit einem kräftigen Aufschlag von 186 Punkten oder 1,8 Prozent und ging mit 10.633 Punkten aus dem Markt. Der Dow Jones gewann gestern 1,3 Prozent, der Technologieindex Nasdaq Composite um 2,8 Prozent hinzu. Der Euro notierte am Vormittag knapp behauptet mit 0,8981 Dollar nach 0,8982 Dollar am Vortag.