Börse am Vormittag: Dax marschiert nach oben - DER SPIEGEL
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Börse am Vormittag Dax marschiert nach oben

Nach Veröffentlichung des ifo-Index dreht der Dax ins Plus. Technologietitel wie Siemens und SAP machen frühe Verluste wieder gut.
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Frankfurt am Main – Mit Veröffentlichung des ifo-Geschäftsklimaindex ist der Dax am Vormittag ins Plus gedreht und notierte um 10.20 Uhr bei 2909 Punkten, ein Plus von 1,3 Prozent. Am Morgen ist der deutsche Leitindex bereits auf 2806 Zähler gerutscht. Der MDax legte um 0,5 Prozent auf 2888 Zähler zu. Am Neuen Markt fiel der Nemax 50 um 0,8 Prozent auf 341 Punkte.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im September zum vierten Mal in Folge verschlechtert. Der Geschäftsklimaindex sank von 88,8 Punkten auf 88,2 Punkte, teilte das Ifo Instituts für Wirtschaftsforschung mit. Damit haben sich die Anzeichen für einen wirtschaftlichen Abschwung nach Einschätzung von Experten verstärkt. Die positive Reaktion der Aktienmärkte erklärten Börsianer damit, dass angesichts der trüben internationalen Nachrichtenlage der Index auch stärker hätte nachgeben können.

Belastend auf den Markt wirkten sich die Aussagen der US-Notenbank aus. Die Fed hat am Dienstagabend vor erhöhten geopolitischen Risiken für die weltgrößte Volkswirtschaft gewarnt, die Leitzinsen aber unverändert gelassen. Offensichtlich mit Blick auf einen drohenden Irak-Krieg wiesen die Währungshüter auf neue Unsicherheitsfaktoren für die US-Konjunktur hin.

Nach frühen Verlusten drehte die Siemens-Aktie   ins Plus und gewann zuletzt um 1,1 Prozent auf 37,90 Euro. In der Festnetzsparte ICN des Siemens-Konzerns hat sich die Geschäftentwicklung laut "Handelsblatt" weiter verschlechtert. Im laufenden Quartal seien Umsatz und Auftragseingang um rund 30 Prozent gesunken, berichtet die Zeitung in ihrer Mittwochsausgabe unter Berufung auf Arbeitnehmerkreise.

Zudem lasse der Kursverlust von Infineon   die Deckungslücke im Pensionsfonds von Siemens wachsen, meldet die "Financial Times Deutschland". Ende Juni betrug die Lücke rund 5,1 Milliarden Euro, der Aktienkurs von Infineon notierte bei knapp 16 Euro. Am Mittwoch notierte die Infineon-Aktie auf 6,68 Euro, ein Plus von 4,1 Prozent.

Die Aktie von SAP   verteuerte sich um 3,8 Prozent auf 55,59 Euro. Der Softwarekonzern bekräftigte nach einem Bericht des "Handelsblatt" seine Absicht, künftig auf die Kostenbremse zu treten. Rund 600 Millionen Euro müsse der Konzern einsparen, wenn er sein Ziel einer operativen Ergebnismarge von 21 Prozent in diesem Geschäftsjahr erreichen wolle. Das Unternehmen hat nach Informationen des "Wall Street Journal Europe" ("WSJE") Schwierigkeiten, seine selbst gesteckten Gewinnziele in diesem Jahr zu erreichen.

Die T-Aktie kletterte um 2,4 Prozent auf 9,37 Euro. Die Deutsche Telekom   will nach einem Bericht der "FAZ" die Gebühren für Kabelanschlüsse um bis zu zehn Prozent je Anschluss und Monat erhöhen. Zudem plane das Unternehmen, sich bei Telefonanschlüssen alle Arbeiten vom Verlegen der Leitung bis zur Telefonsteckdose zusätzlich zur Pauschalgebühr bezahlen zu lassen.

Die Wiederwahl von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) könnte sich nach Ansicht des "Wall Street Journal Europe" ("WSJE") in zweierlei Hinsicht negativ auf die Telekom auswirken. Zum einen könnte die Konzernführung auch weiter vor drastischen Umstrukturierungsmaßnahmen zurückschrecken, zum anderen würden die derzeit angespannten deutsch-amerikanischen Beziehungen der Telekom den Verkauf ihrer US-Töchter erschweren, schreibt die Zeitung in ihrer Mittwochausgabe.

Am Neuen Markt notierte die Aktie des Mobilfunkers Mobilcom   nahezu unverändert auf 2,02 Euro. Das Büdelsdorfer Unternehmen sucht offenbar einen neuen Partner für den Aufbau des UMTS-Netzes. Als Kandidat werde in Unternehmenskreisen laut "Welt" Hutchison Whampoa genannt.

Gewinnwarnungen und die Entscheidung der US-Notenbank Federal Reserve haben am Dienstag die amerikanische Aktienbörse belastet. Der Dow-Jones-Index für 30 Standardwerte fiel um 189,02 Punkte oder 2,4 Prozent auf 7683 Zähler. Der technologieorientierte Nasdaq-Index gab um 2,68 Punkte oder 0,2 Prozent auf 1182 Zähler nach.

Zu den größten Verlierern gehörten konjunktursensible Aktien, darunter der Holzverarbeiter Weyerhaeuser und der Papierproduzent International Paper  . "Zurzeit läuft alles auf die Frage des Vertrauens hinaus - Vertrauen in die Wirtschaft, Vertrauen in die Unternehmensgewinne, Vertrauen in die Konzernleitungen", sagte Pierre Trinque, Fondsmanager bei der Firma Riggs Investment Management.

Abgegeben wurden ferner der Hausgerätehersteller Maytag und sein größter Konkurrent Whirlpool. Xerox   gerieten unter Druck, nachdem der Kopiermaschinenhersteller mitteilte, die US-Staatsanwaltschaft habe Ermittlungen im Zusammenhang mit fragwürdigen Bilanzmethoden eingeleitet. Einsamer Gewinner waren Goldman Sachs   dank eines höher als erwarteten Gewinns im dritten Quartal.

An der Nasdaq waren Electronic Data Systems   der größte Verlierer. Zuvor hatte Merrill Lynch   die Bewertung von "Neutral" auf "Verkaufen" herabgestuft.

Der weltweit zweitgrößte Speicherchip-Hersteller Micron   hat im vierten Geschäftsquartal wegen steuerbedingter Belastungen und hoher Abschreibungen seinen Verlust ausgeweitet. In den drei Monaten zum 29. August sei ein Netto-Verlust von 586,5 Millionen Dollar oder 0,97 Dollar je Aktie entstanden nach einem Fehlbetrag von 575,5 Millionen Dollar im Vorjahresquartal, teilte Micron am Dienstag nach Börsenschluss in Boise (Idaho) mit.

Der Umsatz sei zwar im Jahresvergleich auf 748 (480,3) Millionen Dollar gestiegen, aber gegenüber dem dritten Quartal um rund 20 Millionen Dollar gesunken. Micron-Aktien verloren nachbörslich auf 12,27 Dollar von 12,95 Dollar zu Handelsschluss in New York.

Die Aktienbörse in Tokio hat am Mittwoch erneut schwach geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte sackte um 156,23 Punkte oder 1,7 Prozent nach unten und schloss beim Stand von 9165 Zählern. Der breit angelegte Topix gab ebenfalls deutlich um 15,19 Punkte oder 1,7 Prozent auf den Stand von 916 Zählern nach.

Der Eurokurs präsentierte sich weiterhin über der Marke von 0,98 Dollar. Gegen 9.15 Uhr kostete die europäische Gemeinschaftswährung 0,9836 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Vortag auf 0,9828 (Montag: 0,9831) Dollar festgelegt.