Börse am Vormittag: Der Dax schwächelt - DER SPIEGEL
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Börse am Vormittag Der Dax schwächelt

Ein Schwächeanfall der T-Aktie drückt den Dax ins Minus. Am Neuen Markt profitiert Teleplan von guten Zahlen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main –Der Dax drehte am späten Vormittag um 0,6 Prozent ins Minus und rutschte unter 5100 Punkte, nachdem die Aktie der Deutschen Telekom   ohne neue Nachrichten um knapp drei Prozent in die Verlustzone geraten war. Der Nemax drehte um 1,1 Prozent ins Minus.

Technologie uneinheitlich - hält die Unterstützung im Dax?

Die Hoffnung auf eine Erholung ist trotz der schlechten Wirtschaftsdaten für Deutschland ungebrochen: Es sei noch viel Geld im Markt, sagten Händler. Allerdings fehlen heute Impulse, da einen Tag nach dem Feiertag Thanksgiving an der Wall Street nur von 15.30 Uhr bis 19 Uhr mitteleuropäischer Zeit gehandelt wird. Bei geringen Umsätzen sind die Werte deshalb anfällig für Schwankungen, insbesondere Technologiewerte tendierten uneinheitlich. Entscheidend sei, dass die wichtige Unterstützung bei 5.100 Punkten halte, sagen Charttechniker. Sollte sie das nicht tun, werde sich der Dax-Future schnell wieder Richtung 5.000 Punkte bewegen.

Infineon behauptet

Trotz der Schwäche der T-Aktie legte der Technologietitel Infineon am Vormittag weiter zu, obwohl die stattlichen Anfangsgewinne auf ein Plus von 0,8 Prozent zusammenschmolzen. Der Chiphersteller war gestern mit einem zweistelligen Plus aus dem Handel gegangen. Konzernchef Ulrich Schumacher hat eine Erholung auf dem Sektor angedeutet, und zudem gibt es Anzeichen einer Preiserholung auf dem Chipmarkt. Der Mutterkonzern Siemens   , der gestern von einer Heraufstufung durch Goldman Sachs profitiert hatte, drehte leicht ins Minus.

Volkswagen: Entscheidung im Aufsichtsrat

Die Aktie von Volkswagen   notierte am Tag der Aufsichtsratssitzung zuletzt nur noch 0,7 Prozent fester. Der designierte Konzernchef Bernd Pischetsrieder stellt heute seine Strategie vor. Weiterhin wird über personellen Veränderungen im Konzern spekuliert. Berichten zufolge wechselt Audi-Chef Paefgen an die Hochschule Aachen. Ex-Hoffnungsträger Herbert Demel, derzeit Leiter von VW-Brasilien, muss offenbar ebenfalls gehen. Sowohl VW-Finanzchef Bruno Adelt als auch der bei VW für den Vertrieb zuständige Robert Büchelhofer werden nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" ihre Positionen behalten.

DaimlerChrysler fest

Stärkster Autotitel im Dax war DaimlerChrysler  : Der Konzern legte entgegen der schwächeren Tendenz 1,1 Prozent zu, während BMW   leicht nachgab. Die größten Zuwächse verbuchte am Vormittag der Maschinenbauer MAN   mit einem Plus von 1,7 Prozent, obwohl der Konzern im Jahr 2002 mit einem weiteren Rückgang im Bereich Nutzfahrzeuge rechnet.

Die Aktie der HypoVereinsbank   notierte nach Anfangsgewinnen zuletzt um den Vortagesschluss. Die Krise in der Finanzbranche werde auch die HypoVereinsbank zu betriebsbedingten Kündigungen zwingen, berichtet das Handelsblatt.

Trüber Ausblick bei Allitalia – Lufthansa in Turbulenzen

Die Aktie der Lufthansa   , die gestern noch größter Verlierer im Dax ware, legten am Freitag wieder leicht zu. Belastend für die Fluglinie könnte sich der trübe Ausblick der Allitalia auswirken: Die italienische Fluggesellschaft wird in diesem Jahr voraussichtlich einen Verlust von 600 Millionen Euro verbuchen.

Schwächste Werte im Dax waren neben der Deutschen Telekom die Versorgerwerte Eon   und RWE   , die jeweils rund zwei Prozent abgaben.

Konjunktur: Niedrige Energiekosten drücken Erzeugerpreise

Entwarnung auf der Inflationsseite: Der Erzeugerpreisindex gewerblicher Produkte ist im Oktober dank rückläufiger Energiepreise lediglich um 0,6 Prozent zum Vorjahresmonat gestiegen. Dies sei die niedrigste jährliche Steigerungsrate seit Oktober 1999, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Im September 2001 hatte die Jahresveränderungsrate noch plus 1,9 Prozent betragen. Im Vergleich zum Vormonat ist der Index im Oktober 2001 um 0,9 Prozent gefallen. Der Rückgang des deutschen Bruttoinlandsproduktes (BIP) im dritten Quartal hatte gestern kaum Einfluss auf das Handelsgeschehen.

Neuer Markt: Teleplan nach Zahlen fest

Am Neuen Markt werden Fondsmanager wieder aktiv, sagten Händler. Davon können in erster Linie die Schwergewichte des Marktes sowie besonders liquide Werte wie Broadvision   profitieren, sagte ein Börsianer. Zum Wochenschluss erwischte Teleplan   den besten Start, während der Online-Broker Consors   auf Grund der Schwierigkeiten der Muttergesellschaft Schmidtbank seine Talfahrt fortsetzte.

Ergebnis und Umsatz der niederländischen Teleplan   sind in den ersten neun Monaten gestiegen. Wie der Anbieter von Dienstleistungen für die IT- und Kommunikationsindustrie am Freitag mitteilte, wuchs das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen in den ersten neun Monaten bereinigt um einmalige Kosten um 70 Prozent auf 26,2 Millionen Euro.

Die Aktien des Medienunternehmens Intertainment brachen dagegen am Freitag Vormittag zweistellig ein. Die Münchener hatten für die ersten neun Monate einen Konzernüberschuss von 4,5 Millionen Euro bekannt gegeben - nach 13 Millionen Euro im Vorjahr.

Euro unter 88 Cent

Der Euro bewegt sich bei geringen Umsätzen in engen Spannen. Die Gemeinschaftswährung habe zunächst von Äußerungen des britischen Premierministers Tony Blair profitiert, sich stärker in Europa engagieren zu wollen. Ein Euro kostete am Morgen 0,8796 Dollar.