Börse am Vormittag Epcos unter Druck
Frankfurt am Main - In einem unruhigen Handelsverlauf haben die Standardwerte am Vormittag ihre Verluste begrenzen können. Der Dax stand gegen elf Uhr nur noch mit 0,2 Prozent im Minus bei 4923 Punkten. Die Wachstumswerte im Nemax 50 bauten ihre Verluste aus, verloren 2,4 Prozent und standen bei 1135 Punkten. Händler erklärten den schwankenden Handelsverlauf bis zum Vormittag mit dem so genannten Hexensabbat.
Millionen Aktien- und Indexoptionen sowie Futurekontrakte an der Terminbörse Eurex verfallen. Große Investoren werden auf den letzten Moment versuchen, die Kurse in die gewünschte Richtung zu drehen. Wer auf steigende gesetzt hat, wird versuchen sie durch Käufe anzuschieben. Wer auf fallende Kurse gesetzt hat, wird versuchen die Kurse zu drücken. Wer am Ende die Nase vorn hat ist allerdings ungewiss.
Technologiewerte notierten angesichts der schwachen Vorgaben der Nasdaq schwach. Epcos gaben mehr als vier Prozent ab auf 52,47 Euro und waren schwächster Wert im Dax. Siemens , Infineon konnten ihre Verluste auf rund 0,60 Prozent reduzieren. SAP standen mit einem Prozent auf 141,45 Euro im roten Bereich.
Die Deutsche Lufthansa gerät in der aktuellen Luftfahrtkrise weiter unter Druck. Vor allem der Umsatzeinbruch ihrer Cateringtochter LSG Sky Chefs schlage voll auf das Konzernergebnis durch, berichtet das "Handelsblatt" am Freitag aus unternehmensnahen Kreisen. Nach einem schwachen Start drehte die Aktie und gehörte mit plus 1,74 Prozent auf 14,61 Euro.
Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck & Co. wird im laufenden Jahr den Ertrag in der Spezialchemie in etwa halten können. Das Ergebnis werde auf Vorjahresniveau bleiben oder leicht darunter, sagte Vorstandsmitglied Thomas Schreckenbach der "Financial Times Deutschland". Die im M-Dax notierte Aktie zeigte sich 1,18 Prozent fester auf 39,40 Euro.
Der Vorstand der am Neuen Markt notierten m+s Elektronik hat Insolvenzantrag beantragt, nachdem die Lieferanten die Belieferung weitgehend eingestellt haben. Zuvor hatten die Kreditversicherer mitgeteilt, nicht wieder in den Versicherungsschutz für die Lieferanten einzutreten. Die Aktie stürzte mit rund 39 Prozent auf 0,42 Euro ab.
Schlechte Vorgaben aus den USA
Die Vorgaben für den letzten Handelstag am Freitag sind schlecht. Die Prognosen von US-Technologieunternehmen wie Juniper Networks und Jabil Circuit haben nach Händlerangaben am Donnerstag an den New Yorker Aktienmärkten Hoffnungen auf eine rasche Erholung der US-Konjunktur zunächst getrübt und vor allem die Technologiewerte deutlich gedrückt.
Netzwerkpapiere und Chipaktien gaben im Durchschnitt bis zu fünf Prozent nach. Der Dow Jones verlor 0,84 Prozent schwächer auf 9985 Punkten. Der Nasdaq notierte mit 3,24 Prozent deutlich stärker im Minus auf 1918 Zählern.
Die Prognosen hätten die Marktteilnehmer daran erinnert, dass die Bilanzen auch im vierten Quartal schwach bleiben dürften, sagten Händler. "Der Markt will nach oben, aber wird hier und da durch Bilanzen nach unten gezogen", sagte Alan Ruskin, Research Director bei 4Cast Ltd. "Es scheint, dass die Weihnachtsrallye an Schwung verliert." Die Investoren fürchteten außerdem, dass sich die Krise in Argentinien auf andere Länder in der Umgebung ausweiten könne, sagten Händler.
Der US-Netzwerkausrüster Juniper hatte zuvor mitgeteilt, er werde die Prognosen der Wall-Street-Analysten um rund 50 Prozent verfehlen. Die Juniper-Aktien sackten 17,66 Prozent auf 18,88 Dollar ab. Der US-Elektronik-Auftragsproduzent Jabil Circuit Inc. verzeichnete im ersten Quartal nach eigenen Angaben einen Gewinneinbruch um 80 Prozent. Mit einer Rückkehr auf den Wachstumspfad sei nicht vor dem dritten und vierten Quartal zu rechnen, hieß es. Die Aktie gab 14,14 Prozent auf 21,25 Dollar nach.
Gewinne der US-Investmentbanken sinken
Auch die Gewinne der drei größten US-Investmentbanken sind auf Grund der Börsenflaute und des Wirtschaftsabschwungs im zurückliegenden Vierteljahr drastisch geschrumpft.
Den mit minus 50 Prozent größten Gewinneinbruch gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnete Lehman Brothers. Händler sagten, der Gewinnrückgang habe im Rahmen der Erwartungen von Analysten gelegen. Bei den Wettbewerbern Goldman Sachs und Bear Stearns sackten die Gewinne um 17 und respektive um 21 Prozent ab.
Nikkei schließt schwächer
Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Freitag schwächer geschlossen. Der Nikkei gab um 99,07 Punkte oder rund 0,9 Prozent auf 10 335 Zähler nach. Der breit angelegte Topix ging mit einem Minus von 4,95 Punkten oder rund 0,5 Prozent beim Stand von 1007,52 Punkten ins Wochenende.
Der US-Dollar notierte um 15.00 Uhr Ortszeit fester mit 129,32-35 Yen nach 128,67-70 Yen am Vortag. Der Euro notierte fester mit 0,8998-0,9001 Dollar nach 0,8990-93 Dollar am Donnerstag.