Börse am Vormittag Fehlstart in Frankfurt
Frankfurt am Main - Der Dax ist leichter in den Handelstag gestartet und hat bis 9.30 Uhr 0,3 Prozent auf 6253 Punkte verloren. Im Nemax 50 verloren die Kurse durchschnittlich 1,8 Prozent und drückten das Börsenbarometer auf 1901 Zähler.
Vor Börseneröffnung wurden erneut schwache Konjunkturzahlen vermeldet: Das deutsche Bruttoinlandsprodukt ist im ersten Quartal 2001 real nur um 1,6 Prozent gestiegen. Das gab das Statistische Bundesamt bekannt. Es war das niedrigste vierteljährliche Wachstum seit dem dritten Quartal 1999. Saison- und kalenderbereinigt nahm das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal dieses Jahres gegenüber dem Vorquartal um 0,4 Prozent zu und damit etwas stärker als im vierten Quartal 2000 (plus 0,2 Prozent).
Anleger in Frankfurt warten auf eine Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Währungshüter kommen heute zu ihrer regulären Ratssitzung zusammen. Volkswirte gehen jedoch nicht von einer erneuten Senkung der Leitzinsen aus. Die EZB hatte auf ihrer Sitzung am 10. Mai die Beobachter mit ihrer Leitzinssenkung um 25 Basispunkte überrascht.
Im frühen Handel notierte lediglich die Deutsche Post im Plus. Die "Aktie Geld" legte 0,2 Prozent auf 18,78 Euro zu.
Im Blickpunkt steht erneut die T-Aktie, die 0,4 Prozent auf 26,75 Euro verlor. Das Unternehmen stellt heute den vollständigen Quartalsbericht vor. Umsatz und Quartalsüberschuss sind schon bekannt; jetzt kommt es vor allem auf das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) an, das die Telekom zum Maßstab ihres geschäftlichen Erfolges macht und das sie in diesem Jahr auch ohne Sondereinflüsse wieder steigern will.
Zudem sorgt die geplante Voicestream-Übernahme wieder für Schlagzeilen. Der Kauf des US-Mobilfunkbetreibers wird offenbar billiger als zunächst gedacht. Wegen des stark gefallenen Aktienkurses der Telekom fällt der Bar-Anteil, den das Unternehmen an die Voicestream-Aktionäre zahlt, niedriger aus als bei Bekanntgabe des Kaufs im Juli 2000 angekündigt. Das berichtet die "Financial Times Deutschland".
Die ThyssenKrupp-Aktie startete mit leichten Abschlägen in den Handel. China und Deutschland wollen ein Abkommen über die Kooperation bei der Magnetschwebebahn schließen. Verkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) wird einem Sprecher zufolge die Vereinbarung an diesem Mittwochabend während seines Besuches in Peking mit Wissenschafts- und Technologie-Minister Xu Guanhua unterzeichnen.
Auch SAP wurden von dem Abwärtstrend erfasst. Die Titel gaben 0,4 Prozent auf 177,30 Euro nach. Die Software-Schmiede und IBM sind einem Bericht der "Financial Times" zufolge in Gesprächen über eine Allianz bei E-Business-Systemen. Eine solche Verbindung sähe vor, dass SAP der bevorzugte Lieferant von E-Business-Lösungen für IBM-Kunden würde, während IBM im Gegenzug eine Umsatzbeteiligung erhielte.
Die Infineon-Aktie war mit einem Abschlag von 3,3 Prozent auf 44,41 Euro der größte Verlierer im Dax. Der Vorstandschef Ulrich Schumacher hatte sich am Dienstag auf einer Analystenkonferenz negativ zu den Aussichten auf dem Speichermarkt geäußert.
Aus dem M-Dax steht Continental im Blickpunkt des Interesses. Der Reifenhersteller lädt heute zur Hauptversammlung. Das Unternehmen erwartet, die Zustimmung für den geplanten Ausbau des Konzerns zu bekommen. Der Vorstand hat eine Option für eine Kapitalerhöhung um 166 Millionen Euro beantragt. Die Aktie legte 1,2 Prozent auf 16,95 Euro zu.
Tokios Börse schließt leichter
Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Mittwoch leichter geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte büßte 23,49 Punkte oder 0,2 Prozent ein und ging mit 14.067 Zählern aus dem Handel. Der marktbreite Topix büßte 4,53 Punkte oder 0,3 Prozent auf 1375 Zähler ein.
Der Dow Jones ging am Dienstag mit einem Verlust von 0,7 Prozent aus dem Handel, auf einem Stand von 11.257 Punkten. Die Nasdaq schloss mit einem Plus von 0,4 Prozent auf 2314 Punkten. Damit konnte der Technologieindex den sechsten Börsentag in Folge zulegen.
Euro stoppt die Talfahrt
Der Euro hat seine Talfahrt vorerst beendet. Am frühen Morgen notierte er mit leicht steigender Tendenz bei 0,8658 Dollar. Der Dollar kostete damit 2,2596 Mark. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Dienstag den Referenzkurs auf 0,8685 Dollar festgesetzt.
Grund für das vorläufige Ende der Euro-Talfahrt seien andauernde Gerüchte über eine mögliche Intervention der EZB, sagten Händler. Darüber gehen die Meinungen der Marktteilnehmer jedoch auseinander: "Ich glaube, dass der Markt bald neue Tiefststände für den Euro ausloten wird. Bevor er von seinem gegenwärtigen Niveau weiter fällt, wird sich die EZB zurückhalten", sagte der Devisenhändler Yasuji Yamanaka von Nikko Trust & Banking.