Börse am Vormittag: Gewinnmitnahmen bei Tech-Titeln - DER SPIEGEL
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Börse am Vormittag Gewinnmitnahmen bei Tech-Titeln

Die deutschen Börsen bauen ihre Verluste aus. Kursabschläge bei den Technologietiteln drücken den Dax tiefer in die Verlustzone.
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Frankfurt am Main – Nach einer behaupteten Eröffnung fiel der Dax bis 10.30 Uhr um ein Prozent auf 6119 Punkte. Auch die Wachstumswerte rutschten tiefer in den Keller. Der Nemax 50 gab 2,5 Prozent auf 1666 Zähler ab. Die M-Dax notierte mit 4588 Punkten etwa ein halbes Prozent im Minus.

Die Verliererliste wurde von den Technologiewerten angeführt. Händler machten dafür Gewinnmitnahmen verantwortlich, nachdem die Kurse in den vergangenen Tagen nach der überraschenden Zinssenkung der Fed sprunghaft angestiegen sind. "Zudem ist am heutigen Freitag ein kleiner Verfallstermin, der die Kurse etwas durcheinander bringen kann", sagte ein Börsianer.

Die vorgelegten Zahlen des finnischen Mobilfunkherstellers Nokia wurden gut aufgenommen, verstimmt hat lediglich der Ausblick, den das Unternehmen gegeben hat. Die Zahlen von Ericsson waren wie erwartet schlecht. Die Bilanzen der beiden Mobilfunkriesen haben zumindest eines deutlich gemacht: Auf dem Handy-Markt sind die Zeiten der Euphorie vorbei, Ernüchterung ist eingekehrt.

Darunter leiden im Dax vor allem Siemens und Epcos. Während die Münchener Konzern-Mutter ihr Minus auf 1,3 Prozent beschränken konnte und die Aktie mit 128,60 Euro gehandelt wurde, fielen die Epcos-Anteilsscheine um 2,6 Prozent auf 74,48 Euro und waren damit der schwächste Wert im Blue-Chip-Index.

Auch die anderen Tech-Werte im Dax litten unter Abschlägen: Infineon-Aktien verloren 2,4 Prozent auf 47,47 Euro, die T-Aktie gab 1,7 Prozent auf 29,58 Euro ab. SAP musste einen Teil seiner Gewinne der vergangenen Handelstage wieder abgeben. Seit Anfang der Woche legte die Aktie der Walldorfer Software-Schmiede bereits 20 Prozent zu, am Freitag ging es dann 1,4 Prozent auf 166,45 Euro nach unten.

Die Gewinnerliste wurde vornehmlich von konservativen Werten angeführt. An der Spitze standen Fresenius Mediacal Care, die 1,5 Prozent auf 80,52 Euro zulegten.

Gesucht waren auch Autowerte: Volkswagen-Papiere verbesserten sich um 0,4 Prozent auf 53,90 Euro. DaimlerChrysler-Titel beschleunigten ebenfalls um 0,4 Prozent auf 54,70 Euro. Bei den Papieren von BMW ging es ganz leicht nach oben auf 37,42 Euro.

Nach der Kaufempfehlung durch die Analysten von Commerzbank Securities am Vortag hat die Aktie von ThyssenKrupp erneut um 1,3 Prozent auf 17,50 Euro zugelegt. Zudem profitiere der Wert von den Gewinnmitnahmen bei den Technologiewerten, sagten Händler.

Neuer Markt wieder auf Talfahrt

Die Umsätze am Neuen Markt waren zu Handelsbeginn noch schwach. Viele Werte litten unter Gewinnmitnahmen, nachdem in den vergangenen Tagen sich etliche Werte gut erholt hatten. Zudem äußerten Händler Besorgnis über die US-Konjunktur, nachdem die Notenbank zwischen zwei Sitzungsterminen überraschend die Zinsen senkte.

Comroad erwischte einen gelungenen Start, gab im Handelsverlauf aber wieder nach. Nach einem frühen Kursaufschwung um zehn Prozent notierten die Papiere am Vormittag mit zehn Prozent im Minus bei 10,99 Euro.

Der Chiphändler CE Consumer hat in Hong Kong eine Niederlassung eröffnet, die dem im Nemax 50 gelisteten Unternehmen als "Brückenkopf für die Expansion in Zentralasien" dienen soll. Die Aktie verlor dennoch zwei Prozent auf zehn Euro.

Der IT-Marketing-Dienstleister IPC Archtec hat einen Großauftrag von der Metro-Gruppe über die Lieferung von Flachbildschirmen erhalten. Fünf weitere Großkunden haben sich bereits ebenfalls für den auf der Cebit gelaunchten IPC Flachbildschirm bestellt. Die Börse honorierte die Nachricht mit einem Plus von 6,3 Prozent auf 42,50 Euro.

Atoss Software, ein Anbieter von E-Business Lösungen im Bereich Staff Efficiency Management (SEM), hat im ersten Quartal den Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 30 Prozent auf 11,1 Millionen Mark gesteigert. Das Ergebnis nach Steuern ist mit 100.000 Mark wieder positiv, nach minus einer Million Mark im ersten Quartal 2000. Das Vorsteuerergebnis beläuft sich auf 200.000 Mark nach minus zwei Millionen Mark im Vorjahresquartal. Atoss-Papiere legten um satte 15 Prozent auf 11,22 Euro zu.

Euro profitiert von Zinsdifferenz

Der Euro präsentierte sich am Freitag fester. Die Europäische Gemeinschaftswährung notierte um 10.30 Uhr bei 0,8988 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Donnerstag den Referenzkurs auf 0,8827 Dollar festgesetzt.

Die EZB hatte in ihrem jüngsten Monatsbericht erneut betont, dass das Wachstum in der Eurozone weiter robust bleibe, dies habe dem Euro geholfen sagten Händler. Zudem habe die erneute Zinssenkung durch die US-Notenbank am Mittwoch dazu geführt, dass erstmals seit 1994 die Zinsen in Europa höher als in den USA seien, sagte ein Händler von BNP-Paribas. Diese dürfte zumindest kurzfristig Kapital aus dem Dollarraum anziehen.

Uneinheitliche Vorgaben aus New York und Tokio

Die Tokioter Börse schloss am Freitag schwächer. Der Nikkei-Index für die 225 führenden Werte gab um 102,61 auf 13.765 Punkte nach.

Der Blue-Chip-Index Dow Jones ging am Donnerstag mit einem Gewinn von 0,73 Prozent aus dem Handel, auf einem Stand von 10.694 Punkten. Der breiter gefächerte S&P 500 verbesserte sich um 1,25 Prozent auf 1254 Zähler. Die Nasdaq kletterte um 4,94 Prozent auf 2182 Punkte.