Börse am Vormittag High Techs drücken die Indizes
Frankfurt am Main - Der Dax gab zum Handelsauftakt am Freitag um 0,6 Prozent auf 6134 Punkte nach. Der Nemax All Share notierte 1,2 Prozent schwächer und gab damit einen Teil seiner Vortagesgewinne wieder ab. Der Nemax 50 rutschte um 1,5 Prozent auf 1767 Zähler.
Der trübe Ausblick des Computerherstellers Dell drückt auf die Technologiewerte. Dell hat im ersten Quartal 2001 weniger als vor Jahresfrist verdient und rechnet im zweiten Quartal mit sinkenden Umsätzen. SAP, Epcos und Infineon gehörten zum Handelsauftakt zu den größten Verlierern im Dax.
Der Energiekonzern Eon hat im ersten Quartal 2001 das Betriebsergebnis um 37 Prozent auf 949 Millionen Euro erhöht. Der Gewinn vor Steuern lag mit 1,09 Milliarden Euro erwartungsgemäß um 79 Prozent unter dem Vorjahresquartal, in dem hohe Veräußerungsgewinne aus dem Verkauf von E-Plus und Cablecom zu verzeichnen waren. Die Aktie zog im frühen Handel um 1 Prozent auf 56,50 Euro an. Auch RWE profitierte davon und notierte 0,7 Prozent fester.
Der Chef der Deutschen Telekom gibt sich selbstbewusst: Ron Sommer sieht seinen Konzern für einen Alleingang beim Aufbau des UMTS-Mobilfunknetzes gerüstet, berichtet die "Financial Times Deutschland". Sommer sprach sich gegen eine Lockerung der Lizenzbedingungen aus: Ob dies auch die Anleger heute beeindruckt, ist fraglich: Die Aktie gab im frühen Handel 1 Prozent nach und notierte bei 25,85 Euro.
Ein anderer Branchenriese setzt dagegen auf Expansion: Der französische Technologiekonzern Alcatel will Presseberichten zufolge den US-Telekomausrüster Lucent Technologies für gut 40 Milliarden Dollar kaufen. Dies berichtet die "New York Times" in ihrer Freitagausgabe unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise. Demnach gibt es bereits Gespräche im fortgeschrittenen Stadium. Der Preis solle überwiegend in Aktien gezahlt werden.
DaimlerChrysler hat mal wieder Ärger mit seinen Partnern. Nach einem Vertuschungsskandal um defekte Autos hat Mitsubishi Motors im vergangenen Geschäftsjahr einen Rekordverlust eingefahren. Der Gruppenverlust stieg wegen des Absatzrückgangs in Japan, höherer Verluste in Europa sowie der Sanierungskosten 2,5 Milliarden Euro an. Die Aktie von DaimlerChrysler notierte 1,1 Prozent schwächer bei 56,20 Euro.
Die Lufthansa Piloten haben nach Angaben der Piloten-Vereinigung Cockpit (VC) ihren zweiten 24-stündigen Streik in der Nacht zum Freitag wie angekündigt beendet. Nun setzen die Tarifparteien offenbar wieder auf Verhandlungen. Die Aktie tendierte am Morgen etwas schwächer.
Die Aktionäre des am Neue Markt notierten Maschinenbauers Steag Hamatech treffen sich heute zur Hauptversammlung. Die größten Gewinner im Nemax 50 waren in den ersten Handelsminuten erneut Lion Bioscience, SER Systems und Comdirect.
Asien schwächer
Die asiatische Leitbörse in Tokio hat seine Tagesgewinne bis Handelsschluss vollständig abgegeben und schloss 0,2 Prozent im Minus bei 13.877 Punkten. Verluste bei den Blue Chips drückten den Index ins Minus: Einen Tag vor der Änderung des MSCI-Indexes gaben Nissan und NTT Docomo deutlich nach. Der Hang-Seng-Index in Hongkong tendierte ebenfalls schwächer: Auch das Bankhaus HSBC verzeichnete Verluste.
Der Euro tendierte am Freitag Morgen bei 0,8816 Dollar. Die Gemeinschaftswährung wurde damit etwas günstiger gehandelt als am Vortag.