Börse am Vormittag Hightechs halten den Dax im Plus
Frankfurt am Main - Die deutschen Börsen trotzten dem schwachen Ifo-Geschäftsklimaindex und hielten sich am Vormittag im Plus. Getragen von den Technologiewerten legte der Dax bis 10.30 Uhr um 0,4 Prozent auf 6276 Punkte zu. Der Nemax 50 gewann 3,1 Prozent auf 1925 Zähler hinzu. Die Nebenwerte im M-Dax kletterten durchschnittlich um 0,2 Prozent.
Die Favoriten am Vormittag waren die Technologiewerte. Sie hielten den Blue-Chip-Index im Plus. Defensive Titel dagegen dümpelten bei niedrigen Umsätzen im roten Bereich.
Der vorgelegte Ifo-Geschäftsklimaindex trübte die gute Laune auf dem Parkett etwas ein. Gegenüber dem Vormonat sank der Geschäftsklimaindex im April von 93,9 aus 92,5 Punkte. Damit fiel der Rückgang stärker aus, als von Händlern prognostiziert. Scheinbar belastet die Wirtschaftsabschwächung in den USA die Stimmung in Deutschland stärker als erwartet.
Nach ihrer starken Eröffnung haben die High-Techs im Dax ihre Gewinne weiter ausgebaut. Epcos-Aktien knüpften an die starke Kursentwicklung vom Vortag an und gewannen 5,1 Prozent auf 80 Euro. Die Anteilsscheine von Infineon, Siemens, SAP und der Deutschen Telekom legten zwischen 2,8 und 1,6 Prozent zu.
Die MAN-Aktie stand unter Verkaufsdruck und verlor 0,5 Prozent auf 28,25 Euro. Der Maschinen- und Nutzfahrzeugkonzern hat am Morgen enttäuschende Zahlen vorgelegt. Wegen der Konjunkturflaute leide das Unternehmen unter einem Gewinneinbruch, hieß es. Im ersten Quartal sei das Ergebnis vor Steuern um 19 Prozent auf 91 Millionen Euro gesunken. Ein Jahr zuvor waren es noch 113 Millionen Euro gewesen. Die Zahlen lägen unter den Erwartungen der Analysten, begründeten Händler die Verluste.
Die HypoVereinsbank setzte ihre Talfahrt fort und war wie schon am Vortag der schwächste Wert im Dax. Die Aktie verbilligte sich um ein Prozent auf 58,13 Euro. Am Montag hatte die Münchener Bank Quartalszahlen vorgelegt, die weit unter den Erwartungen der Analysten lagen. Heute wird zur Hauptversammlung geladen.
Die Aktie des Konsumgüterherstellers Wella hat nach Vorlage von Quartalszahlen um 4,1 Prozent auf 52 Euro zugelegt. "Die Wella-Zahlen für das erste Quartal haben unsere Erwartungen übertroffen", sagte ein Händler der DG Bank. Wella hatte vor Eröffnung der Börse einen Anstieg des Konzerüberschusses um 47,2 Prozent auf 20,3 Millionen Euro im Vergleich zu den ersten drei Monaten 2000 gemeldet. "Die positiven Zahlen haben uns in unserer Einschätzung bestärkt, die Aktie zum Kauf zu empfehlen", sagte der Händler.
Neuer Markt steigt im Sog einer starken Nasdaq
Am Neuen Markt profitierten die Titel von den deutlichen Kursgewinnen an der Nasdaq. Die US-Technologiebörse gewann am Montag 4,9 Prozent und stieg auf 2305 Zähler und zog die Frankfurter Wachstumswerte nach oben.
Kräftig im Plus lagen die Papiere der GPC Biotech, die sich um 15,4 Prozent auf 16 Euro verteuerten. Das Unternehmen berichtete für das erste Quartal ein starkes Umsatzwachstum und einen deutlich geringeren Verlust.
Ebenfalls in der Pluszone standen die Anteilsscheine der Kinowelt Medien, die nach den Verlusten vom Montag 5,7 Prozent auf 6,73 Euro dazugewannen. Stark präsentierten sich auch Trintech (plus 12,4 Prozent auf 2,90 Euro) und United Internet (plus 11,6 Prozent auf 5,30 Euro).
Die schon in der vergangenen Woche unter die Räder geratenen Papiere von Pandatel schoben sich an die Spitze der Verliererliste im Nemax 50. Die Papiere sackten 15 Prozent auf 17,91 Euro ab. Die Mutter des Telekom-Ausrüsters, die Augusta Technologie AG, hatte am Morgen Quartalszahlen bekannt gegeben. Danach stiegen sowohl der Umsatz als auch der Vorsteuergewinn (Ebit) deutlich - trotz der anhaltenden Schwäche in der Telekom-Ausrüster-Markt, von der auch Pandatel betroffen sei, wie es hieß.
Schwacher Handelsschluss in Tokio
Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Dienstag schwächer geschlossen. Nachdem der Nikkei-Index für 225 führende Werte in Reaktion auf die positive Vorgabe der Nasdaq im überwiegenden Handelsverlauf fester tendiert hatte, gab das Börsenbarometer zum Handelsschluss hin wieder nach. Am Ende ging der Index mit einem Minus von 0,6 Prozent auf 14.091 Zählern aus dem Markt. Der marktbreite Topix büßte 3,6 Punkte auf 1379 Zähler ein.
Euro nähert sich der Marke von 0,8750 Dollar
Der Euro hat am Vormittag schwächer tendiert. Die europäische Gemeinschaftswährung notierte um 10.30 Uhr bei 0,8759 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 0,8754 Dollar festgesetzt. Damit nähere sich der Euro der Unterstützungslinie von 0,8750 Dollar, sagte der Analyst Toshikazu Shimamura von North Pacific Bank. Sollte er unter diese Marke fallen, müssten sich die Marktteilnehmer auf eine mögliche Intervention durch die EZB einstellen.