Börse am Vormittag: Infineon gegen den Trend - DER SPIEGEL
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Börse am Vormittag Infineon gegen den Trend

Die deutschen Indizes starten knapp behauptet. Erwartet schwache Arbeitsmarktdaten, die Militärschläge und die anstehende Bilanzsaison in den USA drücken auf die Stimmung. Infineon legt deutlich zu.
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Frankfurt am Main - Der Dax gab im frühen Handel 0,9 Prozent auf 4455 Zähler nach. Am Neuen Markt notierte der Nemax 50 0,1 Prozent schwächer bei 824 Punkten. Heute legt die Bundesanstalt für Arbeit die Arbeitsmarktdaten für September vor. Die Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt dürfte sich nach den Prognosen von Volkswirten im September nicht entspannt haben.

Nach einer nicht saisonbereinigten Rate von 9,2 Prozent im August werde sich die Arbeitslosenrate mehr oder weniger im vorherigen Trend bewegen. Damit wäre die erhoffte Herbstbelebung ausgeblieben. Die saisonbereinigte Rate werde bei etwa 9,4 Prozent liegen. Dies sei ein Zeichen der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung, hieß es.

Infineon erholt sich

Fester zeigten sich zum Auftakt am Dienstag die Titel von Epcos   und Infineon   . Zu den Verlierern gehörte dagegen SAP   mit einem Verlust von 1,2 Prozent: Commerce One, an der SAP beteiligt ist, hat eine Gewinn- und Umsatzwarnung herausgegeben.

Geldbuße gegen DaimlerChrysler

Autowerte tendierten zum Auftakt schwächer. Daimler-Chrysler   gab 1,3 Prozent nach: Der Autokonzern muss voraussichtlich 70 Millionen Euro zahlen, weil er gegen europäische Kartellregeln verstoßen habe. EU-Kommissar Mario Monti will dies nach Informationen der FTD beschließen lassen.

Volkswagen   hat indessen die im vergangenen Jahr für 2,3 Milliarden Euro zurückgekauften eigenen Aktien an eine Tochtergesellschaft übertragen. Dadurch können nach den heftigen Kursrückgängen hohe Buchverluste umgangen werden, schreibt die Börsen-Zeitung. Dennoch notierte die Aktie am Dienstag deutlich schwächer. Größter Verlierer war im frühen Handel die Deutsche Bank   mit 2,5 Prozent Minus.

Die Aktie von Siemens   tendierte um den Vortagesschluss. Der Verkauf des deutschen Spritzgussmaschinenherstellers Mannesmann Plastics Machinery AG (MPM) an den britischen Finanzinvestor Apax ist nach Angaben von Siemens Chef Heinrich von Pierer geplatzt. "Offensichtlich hatte Apax Probleme, das Projekt zu finanzieren", bestätigte Pierer in Interview mit der Pariser Tageszeitung "La Tribune".

Swissair streicht Stellen

Die Lufthansa   legte am Dienstag weiter zu, obwohl die schlechten Nachrichten in der Branche nicht abreißen. Der angeschlagene Schweizer Luftfahrtkonzern Swissair Group will weltweit rund 9000 von insgesamt 71.000 Arbeitsplätzen streichen. Ziel von Swissair sei es, bis Ende Oktober rund 50 Prozent der laut Flugplan vorgesehenen Europaflüge und etwa 70 Prozent der Langstreckenflüge zu bedienen. Die EU-Kommission scheint indessen Hilfsmaßnahmen für Airlines grünes Licht geben zu wollen. Das geht aus einem Berichtsentwurf hervor, der am Mittwoch veröffentlicht werden soll.

Zocker spielen mit Biodata

Am Neuen Markt treiben Zocker die Aktie von Biodata   nach oben. Der Sicherheitsanbieter war nach einer Gewinn- und Umsatzwarnung in der Vorwoche um mehr als 50 Prozent eingebrochen. Schwächster Wert war Balda   mit einem Verlust von knapp zehn Prozent, nachdem das Unternehmen am Dienstag eine Gewinn- und Umsatzwarnung herausgegeben hat.

Wall Street richtungslos vor Bilanzsaison

Unsicherheit über Ausmaß und Dauer der Angriffe hat die Stimmung an der Wall Street zum Handelsschluss am Montag belastet und den Dow Jones um 0,6 Prozent ins Minus gedrückt. Die beginnende Bilanzsaison sorge außerdem für Unruhe bei den Investoren.

Aktien des Unterhaltungssektors gaben deutlich nach, während Rüstungswerte von den Militärschlägen und erwarteten höheren Verteidigungsausgaben profitieren konnten. An der Technologiebörse Nasdaq hätten allerdings Anleger die niedrigeren Kurse zum Kauf genutzt, sagten Händler. Der Index schloss unverändert bei 1605 Zählern.

Nikkei holt Verluste nach, Hang Seng freundlich

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Dienstag 1,9 Prozent schwächer auf 10011 Punkte geschlossen. Nach dem Feiertag in Tokio gestern drückte der Beginn der Angriffe zunächst auf die Kurse. Der Bankensektor präsentierte sich dabei ebenso schwächer wie die Papiere der NTT-Gruppenunternehmen. In Hongkong tendierte der Hang Seng Index dagegen mit deutlichen Gewinnen.

Euro kaum verändert

Der Euro kostete am Morgen 0,9219 Dollar, nachdem er in New York mit 0,9200 geschlossen hatte. Der Markt sei erleichtert darüber, wie die US-Aktien am Montag auf die Luftangriffe reagiert hätten, hieß es. Zum Schweizer Franken holte der Dollar leicht auf, nachdem dieser am Montag nach den ersten Angriffen auf Afghanistan zunächst Dollar gehandelt.