Börse am Vormittag Metro unter Druck
Der Dax verlor am Vormittag rund eineinhalb Prozent. Der Nemax 50 rutschte um gut drei Prozent ab. Auch die Nebenwerte drehten ins Minus. Der M-Dax gab nach einem freundlichen Start 0,1 Prozent auf 4601 Punkte ab.
Die Investoren haben sich angesichts guter Konjunkturdaten aus den USA zurückgehalten. Händlern zufolge ist die Stimmung gedämpft, da nicht mehr mit einem deutlichen Zinsschritt von US-Notenbank-Chef Alan Greenspan gerechnet wird. Morgen kommt der Ausschuss zu einer planmäßigen Sitzung zusammen.
Bei niedrigen Umsätzen im Dax hat die Aktie von Preussag die Gewinnerliste angeführt. Die Anteilsscheine des Touristikkonzerns stiegen um 1,3 Prozent auf 37,84 Euro. Das Unternehmen wurde von Lehman Brothers in das europäische Musterportfolio aufgenommen. Die Investmentbank hatte dazu erklärt, dass zyklische Werte künftig eine bessere Kursentwicklung haben sollten. Im Gegenzug wurde ein Finanztitel aus der Empfehlungsliste genommen.
Neben Preussag präsentierten sich nur noch zwei andere Titel im Plus: Schering-Aktien legten 1,2 Prozent auf 57,70 Euro zu, die Titel von Linde gewannen 0,8 Prozent auf 50,93 Euro.
Die rote Laterne im Dax wurde von Metro übernommen. Die Anteilsscheine des Einzelhandelskonzerns verbilligten sich um 2,9 Prozent auf 45,14 Euro. "Zwei Investmenthäuser haben die Aktie herabgestuft", erklärte Gorodsinsky die Kursverluste. Der Markt sei von der Entwicklung der Unterhaltungselektronik-Sparte enttäuscht.
Infineon-Titel verloren 2,4 Prozent auf 45,25 Euro. Medienberichten zufolge will der Chiphersteller die Bindung an das Mutterunternehmen Siemens reduzieren. Siemens solle seine Beteiligung an Infineon auf 10 bis 15 Prozent statt der bisherigen 56 Prozent reduzieren, verlangte der Infineon-Vorstandsvorsitzende Ulrich Schumacher.
Siemens verhalte sich gegenüber Infineon zeitweise immer noch wie ein Besitzer, beschwerte sich Schumacher. Erst im Vorjahr war Infineon von Siemens ausgegliedert worden. Damals hatte Siemens zugesagt, seine Beteiligung an dem Unternehmen zu reduzieren. Der niedrigere Börsenwert Infineons seit Mitte 2000 habe dies jedoch verhindert, begründete Siemens die Verzögerung. Die Aktie des Mutterkonzerns gab ein Prozent auf 83,70 Euro nach, Epcos-Papiere notierten 0,4 Prozent schwächer, die von SAP gaben 1,9 Prozent nach.
Die Finanzwerte präsentierten sich zum Wochenauftakt schwach. Das Papier der Dresdner Bank büßte 2,5 Prozent auf 49,91 Euro ein. "Die schlechten Quartalszahlen und andauernd negativen Schlagzeilen drücken den Kurs der Aktie", begründete ein Händler die Abschläge. Die Deutsche Bank und Commerzbank verloren rund 0,5 Prozent.
Im Blickpunkt des Interesses stand erneut die Lufthansa. Nachdem die Tarifverhandlungen zwischen der deutschen Fluggesellschaft und den Piloten in der vergangenen Woche gescheitert waren, setzten sich die beiden Kontrahenten erneut an den Verhandlungstisch. Die andauernden Gespräche belasten die Aktie weiter. Das Papier rutschte um 0,9 Prozent auf 21,62 Euro.
Deutliche Verluste am Neuen Markt
CE Consumer Electronic mussten erneut Federn lassen. Die Papiere verloren 11,3 Prozent auf 9,30 Euro. Das Unternehmen hatte am Freitag den Markt mit einer versteckten Gewinnwarnung verwirrt und daraufhin einen Kurssturz verbuchen müssen. Bereits am Freitag sackten die Anteilsscheine von CE Consumer Electronic um 17,48 Prozent.
Der Nürnberger Discount-Broker Consors notierte ebenfalls im Minus. Die Papiere verloren 7,1 Prozent auf 27,10 Euro. "Das erste Quartal war nicht gut", und der schlechte Trend des Jahresendes 2000 habe sich fortgesetzt, hatte Consors-Vorstandssprecher Karl Matthäus Schmidt dem "Handelsblatt" gesagt. Als Konsequenz würden etwa 100 befristete Arbeitsverträge nicht verlängert, kündigte er an.
Zu den Gewinnern zum Wochenbeginn gehörte United Internet. Das Unternehmen verringerte im ersten Quartal 2001 den Verlust vor Steuern im Vergleich zum Vorjahr von 10,1 Millionen Euro auf 7,4 Millionen Euro. Der Verlust pro Aktie sei damit von 0,18 Euro auf 0,13 Euro gesunken, teilte United Internet mit. Die Anleger honorierten die Nachrichten und bescherten den Papieren ein Plus von 9,1 Prozent auf 3,97 Euro. Damit stand das Papier in der Nemax-50-Gewinnerliste ganz oben.
T-Online bekundete gegenüber der "Financial Times" Interesse am Kauf der Gelbe-Seiten-Sparte DT-Medien der Muttergesellschaft Deutsche Telekom. Wie T-Online- Vorstandsvorsitzender Thomas Holtrop mitteilte, sei dies Teil der Strategie, die Mediensparte des Portals auszubauen. Die Aktien notierten nahezu unverändert bei 12,85 Euro.
Wahl in Italien belastet den Euro
Der Kurs des Euro ist zum Wochenbeginn leicht gefallen. Gegen 10.30 Uhr kostete die europäische Gemeinschaftswährung im Frankfurter Handel 0,8753 Dollar. Am Freitag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs noch auf 0,8773 Dollar festgesetzt.
Wegen des Kopf-an-Kopf-Rennens bei den italienischen Parlamentswahlen gerate der Euro unter Druck, sagten Händler. Anleger hätten eine deutlichere Wahl-Entscheidung zu Gunsten des Mitte-Rechts-Bündnis von Oppositionschef Silvio Berlusconi erwartet. Es mehrten sich Befürchtungen einer politischen Instabilität in dem südeuropäischen Land. Dies könnte Auswirkungen auf die europäische Gemeinschaftswährung haben.
Zudem seien Anleger nach wie vor perplex über die überraschende Zinssenkung der EZB vergangene Woche, hieß es. Die Glaubwürdigkeit der EZB sei in Gefahr, und dies helfe der Gemeinschaftswährung nicht gerade, berichteten Analysten.
Tokio schließt unter 14.000 Punkten
Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Montag schwach geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte fiel unter die Marke von 14.000 Punkten. Zum Schluss notierte der Index ein Minus von 170,90 Punkten oder 1,2 Prozent und ging mit 13.873 Zahlern aus dem Markt. Der marktbreitere Topix büßte 12,51 Punkte oder 0,9 Prozent auf 1364 Zahler ein.