Börse am Vormittag Optimismus hält an
Frankfurt am Main - Der Dax notierte am Vormittag 0,8 Prozent fester auf 5431 Zähler, der Nemax 50 legte um 1,8 Prozent auf 1149 Punkte zu. Ein Gewinner im Dax war Infineon mit einem Zuwachs von 2,2 Prozent auf 27,38 Euro: Der Chiphersteller hat bestätigt, mit Toshiba über eine Zusammenarbeit bei Dram-Chips zu verhandeln.
T-Aktie und Technologie fest
Der Bauelemente-Hersteller Epcos war mit einem Plus von 4,3 Prozent auf 47,26 Euro Spitzenreiter im Dax. Das Papier hatte in der Vorwoche stark unter der Hightechschwäche gelitten. Auch die T-Aktie setzte mit einem Plus von 3,1 Prozent auf 18,60 Euro ihren Erholungskurs fort. Der finnische Konzern Sonera hat heimlich und vor Ablauf der Haltefrist knapp 22 Millionen T-Aktie abgestoßen.
Dies sei im Juli und August "marktschonend" und mit Billigung der Deutschen Telekom geschehen, bestätigte die Telekom einen Bericht des "SPIEGEL". Durch die Veräußerung hat sich nach diesen Angaben die Anzahl von T-Aktien, die Sonera bis zum 1. Dezember 2001 veräußern darf, auf rund zwölf Millionen Stück reduziert.
Halbjahresbilanz erwartet
Sonera hat schon, und Hutchison will nicht mehr: Die T-Aktie hatte bereits am Freitag 8,5 Prozent zugelegt, nachdem Hutchison Whampoa mitgeteilt hatte, derzeit keine weiteren T-Aktien verkaufen zu wollen. Durch die Sonderbehandlung von Sonera ist die Zahl der T-Aktien, die im Laufe der nächsten Wochen von Großkonzernen auf den Markt geworfen werden können, gesunken.
Morgen legt die Deutsche Telekom ihre Halbjahreszahlen vor und gibt einen Ausblick auf das Geschäftsjahr. Aktionäre erwarten während der Halbjahrespressekonferenz auch einen Ausblick von Ron Sommer, wie das Unternehmen nach dem Kurssturz mit dem erwarteten Rückfluss von 80 bis 100 Millionen weiteren T-Aktien aus der VoiceStream-Übernahme umgehen will.
Warten auf EZB
Zinsphantasien könnten zum Wochenauftakt die Finanzwerte stützen. Analysten gehen mehrheitlich davon aus, dass die Europäische Zentralbank am Donnerstag die Zinsen um 0,25 Prozent senkt und damit auf die siebte Leitzinssenkung der US-Notenbank in diesem Jahr reagiert. Die Deutsche Bank kletterte um 1,1 Prozent, und die Allianz lag am Vormittag 0,5 Prozent im Plus.
Der Streik in der südafrikanischen Automobilindustrie ist beendet. Der Streik hatte die dortigen Produktionsanlagen von BMW, DaimlerChrysler, Ford, Toyota und Nissan lahmgelegt. Der einzige Hersteller, der seine Produktion aufrecht erhalten konnte, war die Volkswagen AG. DaimlerChrysler und BMW notierten um den Freitagsschluss, während Volkswagen leicht zulegte.
Die Hoffnung auf eine Erholung im Hightechsektor zieht Geld aus den defensiven Werten ab. Die Aktie der Post war mit einem Minus von zwei Prozent auf 17,16 größter Verlierer. Auch MLP gab wieder leicht nach.
Neuer Markt bleibt volatil
Am Neuen Markt warnen Händler davor, die Erholung am Freitag als Trendwende zu interpretieren. Primacom gehörte am Montag mit einem Minus von 7,3 Prozent auf 6,40 Euro zu den größten Verlierern. Der Kabelnetzbetreiber hat zu Wochenbeginn schlechte Halbjahreszahlen vorgelegt. Laut einem Bericht des Handelsblattes hätten außerdem die Kabelnetzbetreiber UPC und PrimaCom ihre geplante Fusion um sechs bis acht Wochen verschoben.
Die arg gebeutelten Medientitel Kinowelt und Senator, die in dieser Woche Zahlen vorlegen, tendierten fester. Kinowelt war mit einem Plus von knapp zehn Prozent auf bescheidene 1,28 Euro Spitzenreiter im Nemax 50, während Senator 5,4 Prozent auf 2,90 Euro zulegte.
Analytik Jena AG verbesserten sich um 5,2 Prozent auf 14 Euro. Das Biotech-Unternehmen hatte zuvor für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres 2001 einen um 66,7 Prozent auf 0,880 Mio. Euro gestiegenen Nettogewinn ausgewiesen. Die Gesellschaft bekräftigte zudem ihre Umsatzprognose von 38 Millionen Euro für das laufende Geschäftsjahr.
Spekulationen um Kamps
Übernahmespekulationen haben der Aktie des Düsseldorfer Bäckers Kamps Auftrieb gegeben. Das im M-Dax notierte Papier verteuerte sich am Vormittag um fünf Prozent auf 7,50 Euro. Nach einem Bericht des "Handelsblatts" soll Kamps mit dem italienischen Barilla-Konzern über eine Kooperation sprechen. Unklar sei, ob Barilla Kamps-Aktien kaufe. Vorstandschef Heiner Kamps erklärte daraufhin, ihm lägen derzeit keine meldepflichtigen Informationen über eine Beteiligung vor. Darüber hinaus sei es falsch, dass Kamps mit dem italienischen Nahrungsmittelkonzern derzeit in Gesprächen sei. Man habe in der Vergangenheit, wie in der Branche üblich, Kontakt aufgenommen, ergänzte Kamps. "Zurzeit gibt es aber nicht Akutes".
Euro etwas leichter
Der Euro wurde im frühen Geschäft leichter mit 0,9118 Dollar gehandelt nach 0,9121 Dollar am späten Freitag. Vor der Zinsentscheidung der EZB am Donnerstag halten sich Händler mit Engagements zurück.