Börse am Vormittag SAP bleibt unter Druck
Frankfurt am Main - Nach einem schwachen Auftakt hatte der Dax zwischenzeitlich kurz in die Pluszone gedreht, er fiel zuletzt aber wieder in den roten Bereich. Gegen 11.23 Uhr notierte das Barometer einem Minus von 0,3 Prozent bei 5028 Zählern. Der Nemax 50 baute seine Verluste auf 1,9 Prozent aus und stand bei 1199 Zählern. Händler machten für die schwache Tendenz auch die nach US-Börsenschluss veröffentlichten schlechten Zahlen von Motorola und Micron Technology verantwortlich.
Die Münchener Rück und die HypoVereinsbank -Gruppe bauen ihre Zusammenarbeit in maßgeblichen Geschäftsfeldern aus und erwarten sich davon Synergien in Millionenhöhe. "Schwerpunkt ist eine Vernetzung der Vertriebs- und Produktaktivitäten der Münchener-Rück-Tochter Ergo, Nummer zwei auf dem deutschen Erstversicherungsmarkt, und der HypoVereinsbank, dem zweitgrößten deutschen Kreditinstitut", teilten die beiden Unternehmen am Mittwoch mit.
Beide Gruppen rechnen im Jahr 2004 mit Synergien von insgesamt 235 Millionen Euro. Im Jahr 2006 sollen es 315 Millionen Euro sein. Die Aktie der Münchener Rück zog zuletzt um 1,30 Prozent auf 291 Euro an. HypoVereinsbank notierten 0,20 Prozent fester auf 33,32 Euro, standen damit aber noch in der Dax-Spitze.
Technologiewerte notierten mehrheitlich schwächer. Infineon gaben 1,80 Prozent auf 23,75 Euro nach. Epcos fielen um 2,40 Prozent auf 56,30 Euro und waren damit schwächster Wert im Dax. SAP rutschten 2,14 Prozent bei 146,50 Euro ab.
Der Softwarekonzern SAP plant offenbar die Ausgabe einer Wandelanleihe von bis zu einer Milliarde Euro. Aktuell stehe die Emission jedoch noch nicht an, berichtete die "FTD" unter Berufung auf SAP-Sprecher Herbert Heitmann. Man habe das Szenario aber bereits in einer "durchgespielt". Jedoch müsse der Zeitpunkt und der Finanzbedarf gegeben sein, hieß es. "Der Hauptgrund für den Druck auf SAP sind die Hiobsbotschaften von Micron Technology und Motorola in der vergangenen Nacht", sagte ein Händler einer großen europäischen Bank.
Nach einer erneuten Wertberichtigung des Immobilienbesitzes geriet die Aktie der Deutsche Telekom unter Druck. Das Papier verlor 0,4 Prozent auf 19,32 Euro. Der Telekomriese wird für das laufende Jahr weitere 900 Millionen Mark abschreiben. Bereits zum Jahresanfang hatte der Konzern den Immobilienwert um vier Milliarden Mark nach unten korrigiert. Die Aktie gab 0,72 Prozent auf 19,25 Euro nach.
Die Kinowelt hat beim Amtsgericht München "vorsorglich" ein Insolvenzverfahren beantragt. In einer Börsenpflichtmitteilung nannte das Unternehmen am Mittwoch die bisher ergebnislos verlaufenen Kreditgespräche mit der niederländischen Großbank ABN Amro als Grund. Die Aktie ist im marktbreiteren Nemax All Share notiert und stürzte zuletzt um rund 27 Prozent auf 0,28 Euro ab.
Dabei waren die Vorgaben von der Wall Street nicht schlecht. Der Dow Jones notierte mit 1,1 Prozent im Plus und damit nur knapp unter der Marke von 10.000 Punkten. Die Technologiebörse Nasdaq legte 0,9 Prozent auf 2004 Zähler zu. Beide Indizes hatten nach Börsenschluss in Deutschland noch zugelegt.
Positive Wirtschaftsdaten und ein guter Geschäftsausblick des weltgrößten Konzerns, General Electric, hatten zu der festen Tendenz beigetragen. Nachbörslich allerdings trübte der Handyhersteller Motorola die Stimmung. Auch der Chipbersteller Micron Technology veröffentlichte nach Börsenschluss Zahlen, die unter den Erwartungen der Analysten lagen.
Der US-Halbleiter- und Telekommunikationskonzern Motorola hat für das erste Quartal 2002 eine Umsatz- und Gewinnwarnung ausgesprochen und wird im kommenden Jahr weitere 9400 Stellen streichen. Im ersten Quartal des kommenden Jahres sei mit einem Verlust je Aktie von 11 bis 14 US-Cent zu rechnen. Die von Thomson Financial/First Call befragte Analysten hatten den Verlust auf 3 US-Cent je Aktie geschätzt.
Das Nettoergebnis des US-Speicherchipherstellers Micron Technology ist im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres drastisch eingebrochen. Hatte das Unternehmen im vergleichbaren Vorjahresquartal noch einen Nettogewinn von 360 Millionen US-Dollar aus dem fortlaufenden Geschäft ausgewiesen, so fuhr es im abgelaufenen Quartal einen Nettoerlust von 265,9 Millionen Dollar ein.
Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Mittwoch freundlich geschlossen. Der Nikkei verbesserte sich um 39,76 Punkte oder rund 0,4 Prozent auf 10.471 Zähler. Wenige Minuten vor Handelsschluss hatte die Zentralbank eine weitere Lockerung der Geldpolitik bekannt gegeben. Die Regierung schraubte unterdessen ihre Wachstumsprognose für den Zeitraum bis März 2002 herunter.