Börse am Vormittag SAP legt deutlich zu
Frankfurt am Main - Die deutschen Aktienmärkte notieren am Vormittag weiter uneinheitlich. Bis 10.50 Uhr konnten die Standardwerte im Dax ihre leichten Zugewinne halten. Der Index stand mit 0,2 Prozent im Plus bei 5924 Zählern. Die Wachstumswerte im Nemax 50 notierten 0,6 Prozent schwächer bei 1483 Punkten.
Die Aktie der Commerzbank setzte ihren Erholungskurs vom Freitag fort. Der Titel verbesserte sich zuletzt um 1,80 Prozent auf 28,91 Euro und gehörte damit zu den Spitzenwerten im Dax. Zu den Gewinnern zählte auch die Aktie von SAP mit Kursaufschlägen von zuletzt rund drei Prozent auf 156,50 Euro. Die Deutsche Börse hat bei ihrer Neugewichtung der Titel im Dax nun die SAP-Vorzüge anstatt der Stammaktien zur Berechnung herangezogen. Händler spekulieren, dass die Aktien des Softwareunternehmens nun möglicherweise höher im EuroStoxx 50 gewichtet werden könnten.
Die Aktien der Deutschen Telekom standen mit rund 0,71 Prozent auf 24,17 Euro im Plus. Nach der Neugewichtung des Indizes ist die Aktie mit einem Anteil von rund zwölf Prozent schwerster Wert im Dax vor den Papieren der Allianz (minus 0,15 Prozent auf 337,50 Euro). Unter den Technologiewerten rutschten vor allem die Papiere von Siemens ab. Die Aktien verloren zuletzt rund 0,66 Prozent auf 75,75 Euro.
Zu den Verlierern zählte die Aktie des Stahlkonzerns ThyssenKrupp. Das Papier verlor 1,72 Prozent auf 15,49 Euro. Zwei Investmenthäuser hätten ihr Kursziel für die Stahlaktie nach unten revidiert, begründete ein Händler die Verluste.
Neuer Auftrag beflügelt Kinowelt-Aktie
Am Neuen Markt führten die Papiere von Kinowelt Medien die Gewinnerliste im Nemax 50 mit einem Plus von knapp zwölf Prozent auf 3,80 Euro an. Das Unternehmen hatte am Wochenende den Verkauf eines Filmpakets an das ZDF bekannt gegeben.
Zu den Geinnern zählen auch die Papiere von T-Online (plus fünf Prozent auf 10,30 Euro) und die Aktien von Aixtron, die sich zuletzt um 2,47 Prozent auf 40,58 Euro verteuerten. Beide Titel werden ab heute im Nemax 50 schwerer gewichtet. Die Aktien von MobilCom profitieren von der Meldung, dass der Telefonkonzern eine Zusammarbeit mit E-Plus bei Ausbau des UMTS-Netzes anstrebt. Die Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation hat dies kürzlich genehmigt.
Media AG verbesserten sich um rund elf Prozent auf sechs Euro, nachdem das Unternehmen eine Vereinbarung mit der wilhelm.tel GmbH für den Einsatz von "Cinema on Demand" im Breitbandnetz von wilhelm.tel unterzeichnet hat.
Die CTS Eventim AG hat sich vor dem Landgericht Berlin gegen die DEAG durchgesetzt. Wie das Landgericht Berlin entschieden habe, sei die DEAG nach wie vor verpflichtet, mindestens 80 Prozent aller Eintrittskarten für die von ihr veranstalteten Konzerte, Konzerttourneen und sonstigen Veranstaltungen in Deutschland über das Ticketvertriebssystem von CTS zu verkaufen, teilte das Unternehmen am Montag mit. CTS Eventim notierten rund ein Prozent schwächer auf 0,84 Euro.
Die Evotec BioSystems AG hatte zuvor ein Joint Venture mit der MelTec GmbH bekanntgegeben. Evotec verloren 1,36 Prozent auf rund 16 euro.
Die W.O.M. World of Medicine AG hat einen exklusiven Vertriebsvertrag für China abgeschlossen. Die Vereinbarung sichere der chinesischen AIM den exklusiven Vertrieb des Lasers U100 für die Steinbehandlung in China zu, teilte das Unternehmen am Montag mit. Bis zum Jahr 2004 sei eine Mindestabnahme von 98 Lasern und Zubehör vereinbart worden, was einem Volumen von 3,24 Millionen Euro ohne Zubehör entspreche. World of Medicine legten 4,84 Prozent auf 9,75 Euro zu.
Angst vor weiteren Gewinnwarnungen
Schwache US-Konjunkturdaten sowie Umsatz- und Gewinnwarnungen von amerikanischen Unternehmen wie Corning, Nortel Networks, JDS Juniphase, Mc Donalds haben in der vergangenen Woche die Börsen wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Nicht zuletzt kursierten Gerüchte, dass auch Microsoft und Cisco Systems ihre Prognosen reduzieren werden.
Die Angst vor weiteren Gewinnwarnungen der noch anstehenden neuen Berichtssaison in den USA wird auch in dieser Woche auf den Märkten lasten. Vielleicht kann ja wenigstens Oracle-Chef Larry Ellison heute nach US-Börsenschluss ein wenig die Stimmung mit passablen Geschäftszahlen für das vierte Quartal aufhellen.
Spekulationen um weitere Zinssenkung in den USA
Doch was haben die Optimisten zu sagen? Hier tröstet man sich, dass die US-Technologiebörse Nasdaq immerhin nicht unter die psychologisch wichtige Marke von 2000 Punkten gefallen ist. Dabei hat der Index rund acht Prozent in der vergangenen Woche verloren - der stärkste Wochenverlust in diesem Jahr.
Man spekuliert auf eine weitere Zinssenkung in den USA Ende dieses Monats und hofft, dass zurückliegende Zinssenkungen sowie Steuererleichterungen endlich ihre konjunkturelle Wirkung entfalten könnten. Ja, selbst eine Sommerrallye wolle man nicht ausschließen, sollten denn die Zahlen für das zweite Quartal besser ausfallen als erwartet. Und in Deutschland verweisen Analysten mit Blick auf die Talfahrt des Dax auf den dreifachen Verfallstermin an den Terminmärkten am vergangenen Freitag.
Doch das alles klingt ein wenig wie das Pfeifen im dunklen Wald.
Charttechniker sehen Abwärtstrend
Denn nach dem Unterschreiten der 6000-Punkte-Marke zeigen im Dax aus charttechnischer Sicht die Signale jedenfalls nach unten. Und die Pessimisten am Neuen Markt sehen den Nemax 50 schon bald wieder in der Nähe seiner Tiefstände bei 1250 Zählern.