Börse am Vormittag: SAP unter Druck - DER SPIEGEL
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Börse am Vormittag SAP unter Druck

Infineon und ThyssenKrupp halten sich an der Dax-Spitze. SAP wird von Gerüchten über eine Wandelanleihe belastet. Anleger warten auf neue Konjunkturdaten aus den USA - die Prognosen von Abby Cohen lösen noch keinen Kaufrausch aus.
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Frankfurt am Main - Der Dax reduzierte ebenso wie der Nemax 50 am Vormittag seine Anfangsgewinne, hielt sich aber leicht im Plus. Gewohnt optimistische Prognosen der Goldman-Sachs-Strategin Abby Cohen konnten Anleger noch nicht so recht in Kauflaune versetzen: Cohen sieht auf Grund steigender Unternehmensgewinne für das kommende Jahr ein Kursplus von bis zu 25 Prozent im Dow Jones Index voraus.

Die Aktie von ThyssenKrupp   verringerte ihr Plus auf zuletzt 1,3 Prozent und 16,85 Euro: Dem Konzern droht angeblich eine feindliche Übernahme-Attacke. Frankfurter Banken sollen bereits an einem Konzept mit dem Decknamen "Plan Alpha" arbeiten.

Der Chiphersteller Infineon   verteidigte am Vormittag ein Plus von knapp fünf Prozent und setzt damit seine Achterbahnfahrt fort. Gestern hatte die Aktie um rund 13 Prozent nachgegeben, doch die späten Kursgewinne bei Halbleiterwerten in den USA sorgen erneut für einen Stimmungsumschwung. Auch Epcos   und Siemens   legten zum Handelsauftakt zu.

Gegen den freundlichen Trend in der Technologiebranche gab die Aktie von SAP zuletzt 1,1 Prozent nach. "Am Markt macht das Gerücht die Runde, dass SAP Convertible Bonds auflegen will", sagte ein Frankfurter Händler. Diese Schuldverschreibungen können nach ihrer Laufzeit in Aktien umgewandelt werden. Außerdem habe der Walldorfer Softwarekonzern nach Angaben der FAZ auf Druck von Stammkunden seine Produktstrategie ändern müssen.

Ursprünglich habe SAP seine Kunden für den Übergang auf die neue internetbasierte Software mySAP.com auf indirektem Weg kräftig zu Kasse bitten wollen, schreibt die Zeitung. Dies sei auf massiven Widerstand gestoßen. Weitere Verlierer im Dax waren am Donnerstag Vormittag Lufthansa   und BASF   mit Verlusten von jeweils 1,2 Prozent.

Warten auf US-Konjunkturzahlen

Viele Anleger warten bereits jetzt auf das Geschehen in den USA: Die US-Konjunkturdaten und die Quartalszahlen von Oracle werden den weiteren Handelstag bestimmen. Die US-Einzelhandelsumsätze werden ein Test für die Einschätzung der Notenbank sein: Die Fed hatte am Dienstag die Zinsen zum elften Mal in diesem Jahr gesenkt und diesen Schritt mit anhaltenden Risiken für eine weitere wirtschaftliche Abschwächung begründet.

DaimlerChrysler drückt aufs Tempo

Die Aktie von DaimlerChrysler verzeichnete am Vormittag ein Plus von 0,6 Prozent. Der Autokonzern peilt nach einem Bericht des "Wall Street Journal Europe" eine schnellere Restrukturiereung seines US-Geschäfts an als bisher geplant. Auch Volkswagen   legte zuletzt 0,6 Prozent zu.

Finanztitel leicht erholt

Die HypoVereinsbank   konnte sich trotz einer Herabstufung von Morgan Stanley mit einem Plus von 0,7 Prozent leicht von ihren Vortagesverlusten erholen, Die Aktie hatte unter Spekulationen gelitten, dass der in Finanznöte geratene Medienkonzern Kirch angeblich Kredite in Milliardenhöhe nicht zurückzahlen kann. Die Bank trat diesen Gerüchten entgegen.

Neuer Markt: Großauftrag für D-Logistics

Der Neue Markt profiterte von der späten Erholung an der US-Technologiebörse. Gewinner im Nemax 50 waren am Vormittag D-Logistics und Teleplan   , die jeweils rund fünf Prozent zulegten. In den kommenden drei Jahren wird D-Logistics für die US-Frachtfluglinie Atlas Air die Bodenabfertigung übernehmen.

Der IT-Berater Heyde   verlor dagegen 2,1 Prozent auf 1,46 Euro. Nach eigenen Angaben wird Heyde auch im vierten Quartal noch in der Verlustzone bleiben. Der Mini-Computerhersteller Kontron   legte dagegen zu. Das Unternehmen hatte gestern Fusionspläne mit Jumptec bekannt gegeben.

Tokio schwächer

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Donnerstag ihre kräftigen Vortagesgewinne wieder vollständig eingebüßt. Der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte sackte um 368 Punkte (3,4 Prozent) auf 10.433 Zähler. Der breit angelegte Topix verlor 2,2 Prozent und notierte zum Handelsende bei 1012,93 Zählern. Der Euro notierte am Morgen etwas fester mit 0,8986 Dollar nach 0,8966 Dollar am Vortag.