Börse am Vormittag: Siemens legt zu - DER SPIEGEL
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Börse am Vormittag Siemens legt zu

Der Dax reduziert seine Verluste. Neben den Finanztiteln bleiben Infineon und DaimlerChrysler unter Druck. Die Angriffe auf Afghanistan sorgen für Unsicherheit - doch von Panik ist nichts zu spüren.
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Frankfurt am Main - Der Dax reduzierte seine Verluste bis 11.15 Uhr auf 2,1 Prozent (94 Zähler) auf 4393 Punkte, nachdem er bereits mehr als drei Prozent abgegeben hatte. Der Nemax 50 zeigte sich mit Verlusten von zuletzt 4,1 Prozent bei 810 Zählern. Die recht deutlichen Verluste waren für den Tag der Militärschläge erwartet worden, nachdem sich die Indizes in den Vorwochen erholt hatten. Von Panikstimmung könne jedoch keine Rede sein, sagten Händler in Frankfurt.

Erholung beendet?

Die Hoffnung, dass die technische Erholung der Vorwochen weitergeht, hat sich nach den Angriffen wohl zerschlagen. Der Dow Jones hatte in der Vorwoche 3,2 Prozent zugelegt, während der Dax um 4,2 und der Nemax 5,4 Prozent geklettert waren. Die Mehrzahl der Händler rechnet für den heutigen Tag mit Verlusten.

Die Futures auf S & P und Nasdaq-Index bauten am Vormittag ihre Verluste aus: Der Nasdaq Future notierte 2,3 Prozent schwächer, der Future auf den S&P Index gab 1,1 Prozent nach. An der Wall Street wird heute trotz des Feiertages "Columbus Day" an den Aktienbörsen gehandelt, während der Anleihemarkt geschlossen bleibt.

Als Spitzenreiter im Dax konnten sich die Papiere von ThyssenKrupp   und Preussag   behaupten. Auch der Pharmakonzern Schering   und MAN   blieben behauptet. Am späten Vormittag wechselte Siemens   mit einem Plus von 0,5 Prozent gegen den Trend bei Techtiteln auf die Gewinnerseite.

Schwächste Werte im Dax waren die Titel der HypoVereinsbank   , von Epcos   und von Infineon   mit Verlusten zwischen fünf und sechs Prozent. Auch DaimlerChrysler   gab nach einer Herabstufung von UBS Warburg deutlich ab.

Die Aktien der Lufthansa   gaben zum Auftakt knapp vier Prozent nach: Nach einem Bericht des "Handelsblatt" bahnen sich zwischen der deutschen Fluggesellschaft und der mit ihr verbündeten United Airlines Differenzen an. Viele US-Airlines versuchten die Kunden durch Billig-Angebote wieder in ihre leeren Maschinen locken. Lufthansa sehe sich im Wettbewerb benachteiligt, da amerikanische Airlines nach den Terroranschlägen auf ein Soforthilfeprogramm der US-Regierung im Umfang von 15 Milliarden Dollar zurückgreifen können, hieß es.

Neuer Markt: Impulse durch Biotechnica

Im Nemax 50 tendierte das Schwergewicht Medion   gegen den Trend behauptet. Im Index zählten MorphoSys   und Lambda Physik   zu den schwächsten Werten. Der Software-Sicherheitsanbieter Biodata   gab nach der Gewinn- und Umsatzwarnung erneut zweistellig ab und notiert deutlich unter zwei Euro.

Biotech-Unternehmen werden sich vom 9. bis 11. Oktober in Hannover auf der "Biotechnica" mit Investoren treffen. Etablierte Forscher wie MediGene  und Lion   bleiben der Messe jedoch fern, weil große Investmentgesellschaften abgesagt haben.

Hoffen auf Impulse durch Unternehmen

"Gute Daten von Unternehmen könnten dem Markt jetzt helfen", sagte ein Händler. Unter den Unternehmensnachrichten werden in dieser Woche vor allem die Quartalszahlen von General Electric   , Motorola , General Motors   und Yahoo! erwartet. Experten rechnen mit weiteren Gewinnwarnungen. Es gilt weiterhin als unwahrscheinlich, dass die EZB während ihrer Ratssitzung am Donnerstag die Zinsen senkt.

Daten zum Verbrauchervertrauen am Freitag

Als wichtigstes Zahlenwerk wird am Freitag, 12. Oktober, die Statistik zum Verbrauchervertrauen in den USA veröffentlicht. Aber auch die Erzeugerpreise und die Einzelhandelsumsätze werden zum Wochenschluss Auskunft über die Stimmung im weltweit wichtigsten Wirtschaftsraum nach den Anschlägen von 11. September geben. Während am heutigen Montag Großbritannien seine September-Erzeugerpreise vorstellen wird, informiert Deutschland am Dienstag über die September-Arbeitslosenquote. Am Freitag folgt der vorläufige Verbraucherpreisindex für September.

Euro fester, Öl- und Goldpreis ziehen an

Der Preis für Rohöl legte im Handelssystem Nymex zu. Für ein Barrel (159 Liter) zur Lieferung im November kletterten die Notierungen um 21 Cents auf 22,60 Dollar. Händler sagten, es werde ein Übergreifen der Gewalt auf den Nahen Osten befürchtet, wo zwei Drittel der Ölreserven der Welt liegen. Derweil teilte die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) mit, die Fördermenge trotz der vergleichsweise geringen Ölpreise zunächst nicht zu senken.

Der Preis für die Feinunze Gold stieg um zwei auf rund 293 Dollar an. Damit notierte das Edelmetall allerdings unter seinem im frühen Handel erreichten Tageshoch.

Für die Anleihenmärkte erwarteten Händler einen ruhigen Handel, da der US-Rentenhandel anders als die Aktienmärkte am Montag feiertagsbedingt ruht. Die europäischen Renten eröffneten etwas fester. "Natürlich sind die Angriffe der Grund für die Kursgewinne", sagte Karin Lindenthal von der Helaba in Frankfurt. Der Euro legte gegenüber dem Dollar am Montag zu und notierte zuletzt bei 0,9225 Dollar.