Börse am Vormittag: Siemens unter Druck - DER SPIEGEL
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Börse am Vormittag Siemens unter Druck

Die T-Aktie führt die Gewinnerliste im Dax an, Siemens-Papiere gehören dagegen zu den größten Verlierern. Am Neuen Markt geben Brokat weiter ab. Händler sehen die Zukunft des Softwareherstellers sehr skeptisch.
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Hamburg - Die deutschen Aktienmärkte notierten am Vormittag uneinheitlich. Der Dax dreht mit 0,1 Prozent auf 6190 Zähler leicht ins Plus. Die Wachstumswerte im Nemax-50 präsentierten sich 0,8 Prozent schwächer auf 1682 Punkte.

Ohne neue fundamentale Nachrichten führte die T-Aktie die Liste der Kursgewinner im Dax mit einem Kursplus von 2,46 Prozent auf 24,19 Euro an. Das Papier hatte in den vergangenen Handelstagen deutlich Abschläge hinnehmen müssen und war zeitweilig auf ein Zweijahrestief gefallen. Nach Informationen von manager-magazin.de hat die Deutsche Telekom drei Banken mit der Kurspflege des Titels beauftragt. Sie sollen vor allem Aktien aufkaufen, die VoiceStream-Aktionäre nach der Übernahme durch die Deutsche Telekom auf den Markt werfen.

Leichte Kursgewinne verbuchte auch die Aktie von Epcos mit Aufschlägen von 0,14 Prozent auf 73,86 Euro. Die anderen Technologie-Werte im Dax notierten schwächer. Infineon gab rund 0,50 Prozent auf 41,07 Euro ab.

Die Aktien von Siemens zählten mit Verlusten von 1,61 Prozent auf 84,07 Euro zu den größten Verlierern unter den Standardwerten. Die Siemens AG rechnet im Handy-Geschäft mit einem schwierigen Geschäftsjahr. Erst anschließend sei mit normalen Margen zu rechnen, sagte der Mobilfunk-Chef Rudi Lamprecht der Financial Times.

Am Neuen Markt kamen die Aktien der Brokat AG unter die Räder. Das Unternehmen will 300 Mitarbeiter entlassen und Niederlassungen in drei Ländern schließen. Eine bilanzielle Neubewertung einiger Tochtergesellschaften und Beteiligungen werde zu einem Verlust in Höhe der Hälfte des Grundkapitals führen, teilte Brokat mit. Die Aktie verlor zuletzt rund elf Prozent auf 6,27 Euro und war damit schwächster Wert im Nemax-50. Ein Sprecher des Unternehmens erklärte, Brokat halte an dem Ziel fest, im vierten Quartal 2001 ein ausgeglichenes Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Mitarbeiterbeteiligungen (Ebitdaso) zu erreichen.

Dem schienen die Börsianer allerdings wenig Glauben zu schenken. "Die gehen pleite", konstatierte ein Händler, die Meldung. "Ich will das Zeug nicht haben", fügte er hinzu. "Da ist so viel im Unreinen, da muss man erstmal abwarten", sagte ein anderer Händler.

Die Aktien des Konkurrenten Intershop konnten zu Handelsbeginn zunächst rund drei Prozent zulegen, verringerten ihr Plus dann aber auf 1,20 Prozent auf 4,25 Euro. Der Software-Hersteller will sich auf der Jahreshauptversammlung (Mittwoch) die Genehmigung für die Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen in Höhe von 500 Millionen Euro bis 2006 erteilen lassen. Gleichzeitig erklärte Finanzvorstand Wilfried Beeck dem "Handelsblatt", die Kostensenkungsmaßnahmen würden funktionieren und auch ein Anstieg der Auftrageingänge sei spürbar.

Die Gewinnerliste im Nemax-50 führten die Papiere von EM.TV mit Kursaufschlägen von 3,63 Prozent auf 3,14 Euro an. Mit der Konzentration auf drei Kernbereiche und dem Verkauf von Beteiligungen will der angeschlagene Rechtehändler EM.TV & Merchandising innerhalb von drei Jahren die Gewinnzone erreichen.

Die Aktie der Fantastic Corp, die bereits am Freitag zu den Gewinnern gezählt hatte, verbesserte sich erneut um 3,39 Prozent auf 1,22 Euro und führt damit die Liste der Kursgewinner an.

Fraport-Aktie fiel auf Ausgabekurs zurück

Im Fokus der Investoren dürfte heute der Fraport-Börsenstart stehen. Die Aktien Frankfurter Flughafengesellschaft kosten 35 Euro. Der Ausgabepreis liegt leicht über den Erwartungen. Die Erstnotiz im Parketthandel lag bei 35,40 Euro. Das Papiere fiel dann allerdings auf 35,02 Euro zurück.

Privatanleger, die bis zum 1. Juni gezeichnet hatten, zahlen lediglich 34 Euro. Die Emission ist 8,5-fach überzeichnet. Das Volumen der Aktienausgabe beläuft sich auch 914 Millionen Euro oder 1,8 Milliarden Mark und ist damit eine der größten Neuemissionen in Deutschland in diesem Jahr. Nach dem Börsengang werden sich rund 26,2 Prozent der Aktien im Streubesitz befinden. Die übrigen Anteile halten das Land Hessen, die Stadt Frankfurt und die Bundesrepublik.