Börse am Vormittag: T-Aktie nahe Emissionspreis - DER SPIEGEL
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Börse am Vormittag T-Aktie nahe Emissionspreis

Intel und Goldman Sachs stützen Infineon, doch SAP und Deutsche Telekom brechen weiter ein. Die Deutsche Bank kann von Spekulationen um eine Neuordnung nicht profitieren. Autowerte tendieren fest.
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Frankfurt am Main – Der Dax konnte nach rund einer Stunde Handel seine Verluste auf 0,5 Prozent reduzieren und entfernte sich von der kritischen Marke von 4800 Punkten. Der Nemax 50 tendierte 1,3 Prozent leichter auf 930 Zähler. Der Dax notiert auf dem tiefsten Stand seit zweieinhalb Jahren – Händler machten das Auslösen von Stopp-Loss-Orders für die schweren Verluste zum Auftakt verantwortlich.

Nachdem Intel   seine Umsatzprognosen bestätigt hat, konnte zumindest der Chiphersteller Infineon   zulegen. Die Investmentbank Goldman Sachs hat außerdem den europäischen Halbleitersektor am Freitag mit "Übergewichten" bewertet. Für Epcos   vergeben die Banker das Rating Outperformer, und Infineon wurde wieder auf die Empfehlungsliste gesetzt.

Die Softwarschmiede SAP und die Deutsche Telekom   setzten ihre Talfahrt dagegen fort. Die T-Aktie nähert sich ihrem Ausgabepreis von umgerechnet 14,57 Euro von November 1996. Auch Siemens   gehört zu den größten Verlierern im Dax.

Deutsche Bank: Abschied vom Deutschen Herold?

Finanzwerte bleiben enorm unter Druck. Gerüchte, die Deutsche Bank   werde seine Vermögensverwaltung (Asset Managment) ausbauen und im Gegenzug das Versicherungsgeschäft reduzieren, konnten der Aktie der Deutschen Bank nicht weiterhelfen. Die Deutsche Bank und die Zürich-Gruppe stehen nach Angaben der "Financial Times Deutschland" vor einem Tauschgeschäft, mit dem die Deutsche Bank sich aus dem operativen Versicherungsgeschäft verabschieden würde.

Die Bank soll von der Zürich Gruppe deren US-Vermögensverwaltung Scudder übernehmen. Zurich Financial Services soll dafür den Deutschen Herold erhalten, die Versicherungsgruppe der Deutschen Bank. Der Gesamtwert des Geschäfts wird auf rund drei Milliarden Dollar geschätzt. Die Aktie der Deutschen Bank notierte zeitweise unter 70 Euro. Auch die Allianz   und die Münchener Rück   gaben weiter nach.

Autowerte fest - Neuer Lenker bei VW

Die Autowerte notierten auch am Freitag gegen den Trend fest. Heute steht die Krönung von Bernd Pischetsrieder als Nachfolger von VW-Chef Ferdinand Piech an. Die Aktie von Volkswagen   war am Vormittag Spitzenreiter im Dax. Auch BMW   zeigte sich fester.

Neuer Markt bleibt dreistellig

Am Neuen Markt überwiegt die Angst, die neuen Arbeitsmarktdaten aus den USA würden die Nasdaq weiter belasten. Pixelpark   und und Broadvision   zählten am Vormittag zu den wenigen Gewinnern. Einer der größten Verlierer war das Biotechnologieunternehmen Qiagen   mit einem Verlust von rund sechs Prozent.

Pro Sieben: Fusion mit KirchMedia

Medienmogul Leo Kirch bringt sein Kerngeschäft durch eine Fusion mit dem ProSieben-Konzern im kommenden Jahr an die Börse. ProSiebenSat1 Media wird dazu auf die Muttergesellschaft KirchMedia verschmolzen. Chef des neuen Unternehmens mit einem Jahresumsatz von etwa sieben Milliarden Mark wird Kirch-Vize Dieter Hahn. Wenn der Beschluss bis spätestens Ende Juni 2002 umgesetzt wird, wird es die derzeit im MDax notierte ProSiebenSAT.1-Aktie nicht mehr geben. Stattdessen soll die neue KirchMedia an der Börse gelistet werden. Die Aufsichtsgremien der beiden Unternehmen müssen der Fusion formal noch zustimmen. Die Aktie von ProSiebenSat1 brach gestern um knapp 17 Prozent ein und gab am Freitag weiter nach.

Kaum Echo auf Intel-Prognose

Der weltgrößte Chiphersteller Intel   hat in der Nacht zu Freitag seine Prognosen bestätigt und den pessimistischen Erwartungen der Analysten getrotzt. Finanzchef Andy Bryant sagte, die Prognose für das dritte Quartal liege in der unteren Hälfte der im Juli prognostizierten Spanne. Im Juli hatte Intel für die Dreimonatsperiode zwischen 6,2 und 6,8 Milliarden Dollar Umsatz angekündigt.

Doch die Anleger sind weiter tief verunsichert. Microsoft   hat seine optimistische Prognose bereits wieder relativiert. Das Justizministerium hat außerdem bekannt gegeben, es werde von einer Aufspaltung des Konzerns absehen und stattdessen das Geschäftsgebaren des Konzerns schärfer unter die Lupe nehmen. Nach einer kurzen Rallye gaben Microsoft gestern bis Börsenschluss deutlich nach. Händler sagten, es sei unklar, welche Folgen die Entscheidung haben werde.

Euro etwas fester

Der Euro wurde im frühen Geschäft fester mit 0,8947 Dollar gehandelt. Am Vortag wurden zwischen 0,8835-38 Dollar für die Gemeinschaftswährung gezahlt.