Börse am Vormittag Tech-Titel unverwüstlich
Frankfurt am Main - Die Indizes verharrten am Vormittag nahe der Vortagesschlusslinie. "Die Umsätzen sind sehr dünn", sagte ein Frankfurter Händler. Die erwartete US-Leitzinssenkung vom Vortag habe die Märkte nicht beflügeln können, hieß es auf dem Parkett. Die meisten Marktbeobachter gehen nun jedoch davon aus, dass im Januar eine weitere Zinssenkung möglich sei.
Der Dax notierte gegen 11 Uhr nahezu unverändert bei 5151 Punkten. Ähnlich das Bild am Neuen Markt, wo der Nemax 50 rund 0,3 Prozent auf 1279 Zähler abgab. Im frühen Handel standen die Indizes noch deutlich im Plus.
Im Sog der positiven Nasdaq-Vorgabe und guter Unternehmensnachrichten knüpften die Technologiewerte an die Kurserholung des Vortages an. Die Dax-Gewinnerliste wurde angeführt von der SAP-Aktie , die sich um 2,2 Prozent auf 151,80 Euro verteuerte. Aber auch die Titel von Siemens (plus 0,9 Prozent auf 72,87 Euro), Epcos (plus 1,4 Prozent auf 61,20 Euro) und Infineon (plus 0,3 Prozent auf 26,19 Euro) fest.
Im frühen Handel hatte Infineon noch mit über zwei Prozent im Plus gelegen, nachdem der Chiphersteller über Fortschritte bei der geplanten Kooperation mit Toshiba berichtet hatte. "Ich würde mir wünschen, dass wir noch bis Ende des Jahres ein Ergebnis in den Verhandlungen mit Toshiba haben", sagte Konzernchef Ulrich Schumacher der Nachrichtenagentur Reuters. Zudem betonte Schumacher, dass eine Kooperation für Infineon kein finanzielles Engagement bedeuten dürfe: "Es darf uns keine Mark kosten für die ersten eineinhalb Jahre. Das ist eine harte Forderung, aber so ist das."
Zu den größten Gewinnern gehörte auch die Aktie von RWE , die sich um 1,2 Prozent auf 40,49 Euro verteuerte. Die EU-Kommission wird nach Informationen der "Financial Times Deutschland" (FTD) die Übernahme der deutschen Tankstellenketten Aral und DEA durch die Ölmultis BP und Shell genehmigen. Die Tankstellenkette Dea gehört zur Essener RWE und Aral zu Eon-Tochter Veba-Oel. Eon-Titel stiegen um 0,4 Prozent auf 53,68 Euro.
Der Finanzsektor zeigte sich schwächer, nachdem das Investmenthaus Dresdner Kleinwort Wasserstein den gesamten europäischen Bankensektor herabgestuft hat. Die Anteilsscheine der Commerzbank verbilligten sich um 0,7 Prozent auf 18,32 Euro. Deutsche-Bank-Titel notierten leicht unter dem Vortagesschlusskurs bei 76,34 Euro. Papiere der HypoVereinsbank gaben 4,6 Prozent auf 33,71 Euro nach.
Im EuroStoxx waren die Titel von Nokia weiter im Aufwärtstrend. Nach der Bestätigung der Prognosen für das vierte Quartal am Vortag sind die Papiere auch am Mittwoch weiter angestiegen und kosteten im Xetra-Handel 29 Euro, ein Plus von 0,4 Prozent. Bereits am Dienstag hatten Nokia-Papiere einen Kurssprung von über 7 Prozent gemacht - heute geben nach Meinung von Händlern positive Analystenkommentare und Neubewertungen weiteren Auftrieb.
Lahmer Handel am Neuen Markt
An der Wachstumsbörse monierten Händler einen impulslosen und umsatzschwachen Handel. Anleger würden auf die Eröffnung der US-Börse warten, hieß es. Zudem gebe es kaum kursbeeinflussende Unternehmensnachrichten.
Die Gewinnerliste im Nemax 50 führte die Aktie vom GPC Biotech mit einem Kursaufschlag von über sieben Prozent auf 15,30 Euro an. Das Unternehmen gab am Morgen bekannt, eine Zulassungshürde bei der Entwicklung eines Mittels gegen Speiseröhrenkrebs genommen hat. Die Genehmigung der US-Gesundheitsbehörde FDA sieht vor, dass das Mittel nach der Markteinführung sieben Jahre lang allein vermarktet werden darf.
Die Aktien von Kontron (plus 4,1 Prozent auf 15,10 Euro) und Jumptech profitierten von einer angekündigten Fusion. Die beiden Hersteller von Minicomputern wollen gemeinsam im kommenden Jahr einen Umsatz zwischen 350 bis 400 Millionen Euro erreichen. Der Nemax-50-Wert Kontron soll dabei rund zwei Drittel der neuen Gesellschaft ausmachen.
Deutlich unter Druck stand hingegen EM.TV . Die Anteilsscheine verbilligten sich um 4,4 Prozent auf 1,53 Euro. Die Deutsche-Bank-Töchter Morgan Grenfell Development Captial Syndications und Deutsche European Partners IV haben eine Klage gegen das Medienunternehmen eingereicht. Sie werfen EM.TV Vertragsbruch bei der Übernahme von 50 Prozent des Rennsportveranstalters SLEC vor.
Tokios Börse schließt fest
Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Mittwoch kräftige Gewinne erzielt. Der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte gewann in Folge der erneuten Zinssenkung der US-Notenbank 327,61 Punkte oder 3,1 Prozent hinzu und schloss beim Stand von 10.801 Zählern. Der breit angelegte Topix legte um 21,48 Punkte oder 2,1 Prozent zu und notierte zum Handelsende bei 1036 Zählern.
Euro-Kurs leicht gestiegen
Der Euro hat am Mittwoch fester notiert. Als Grund nannten Devisenhändler die weitere Eintrübung des Geschäftsklimas in Japan. Vor allem die deutliche Abnahme der Investitionsbereitschaft der japanischen Unternehmen habe den Yen belastet und für Euro-Zukäufe gesorgt, hieß es. Andererseits gab das japanische Stimmungsbarometer, der Tankan-Index, nicht so stark nach wie zunächst erwartet.
Gegen 10.30 Uhr notierte die europäische Gemeinschaftswährung bei 0,8945 Dollar. Damit lag der Kurs über dem Referenzkurs des Vortages, den die Europäische Zentralbank (EZB) auf 0,8908 (Montag: 0,8850) Dollar festgesetzt hatte. Der Dollar kostete damit 2,1956 (2,2100) Mark. Der Euro hatte bereits am Dienstagabend leicht an Wert gewonnen, nachdem die US-Notenbank die Leitzinsen erwartungsgemäß um 0,25 Prozentpunkte auf 1,75 Prozent gesenkt hatte. Devisenhändler sagten danach, das Ende der Zinssenkungen sei immer noch nicht erreicht. Zumindest eine weitere Zinssenkung wird von den meisten Experten noch erwartet.